Entdecke die Schnecke: Vorschulkinder der Stettener Kita Haus Elisabeth erkunden das Hoormmann-Haus
- Die Stettener Vorschulkinder gingen auf die Reise nach Bolanden
- Foto: Kreisverwaltung Donnersbergkreis
- hochgeladen von Ralf Vester
Bolanden. „Was ist das denn?“ Die Vorschulkinder der Kita Haus Elisabeth in Stetten machen große Augen. In der Tür steht Kunsthistorikerin Annika Treiber, und in der Hand hat sie Kurt, den Kunstkoffer. So einen haben die Kinder ja noch nie gesehen! Kurt ist aber auch etwas ganz Besonderes: er arbeitet im Hoormann-Haus in Bolanden und hilft Annika Treiber bei der Kunstvermittlung. Nachdem die Kinder gemeinsam Kurts Deckel aufgeklappt haben, können sie erforschen, was er ihnen mitgebracht hat: Bilder und eine Menge Skizzenbretter und Bleistifte.
Auf den Bildern sind Kunstwerke zu sehen, die vor allem eines gemeinsam haben: Schnecken, die irgendwie anderes aussehen als die, die im Weinberg umherkriechen, viel bunter und interessanter. Diese Arbeiten, erzählt Annika Treiber den Kindern, stammen von Hermann und Christine Hoormann. Die beiden waren Künstler und hatten ihr Atelier im Hoormann-Haus in Bolanden. Schnecken haben die beiden Künstler immer wieder fasziniert, sie finden sich in vielen Werken der Beiden auf unterschiedliche Art und Weise wieder. Auch ihr Atelier haben sie wegen seiner gewundenen Treppe „Schneckenhaus“ genannt. Inspiriert von den Arbeiten zeichnen die Kinder nun selber: Auf den Skizzenbretten entwerfen sie mit Bleistift auf Papier die abenteuerlichsten Schnecken, den bei einer Skizze ist alles erlaubt. Am Schluss werden die Blätter natürlich noch signiert, so wie bei echten Künstlern. Ehe Kurt und Annika sich verabschieden, laden die beiden die Kinder noch ins Hoormann-Haus ein.
In der Woche darauf ist es dann so weit: Die Stettener Vorschulkinder gehen auf die Reise nach Bolanden. Auch hier wartete Kurt, der Kunstkoffer, wieder auf sie. Diesmal hat er bunte Holzklötze dabei, mit dem jedes Kind bei einem Rundgang durch das Hoormann Haus sein oder ihr Lieblingsbild markieren darf. Bei der anschließenden gemeinsamen Führung stellt sich heraus, dass den Kindern ganz unterschiedliche Dinge aufgefallen sind und ihnen ganz verschiedene Arbeiten zusagen: manche mögen Farbe und besonders bunte Bilder, anderen gefällt das fliegende Wildschwein, ein Keramik-Tier oder das Schiff mit einem Bug aus Schneckenhäusern. Annika Treiber begleitete die Gruppe, erklärt und berichtet nebenbei immer wieder Kleinigkeiten aus dem Leben von Hermann und Christine Hoormann oder Details zur Kunst.
Weil so viel Kunstgucken hungrig macht, gibt es im Anschluss an die Führung erst mal ein Frühstück und eine Tobepause im Freien. Danach geht es an die Arbeit, den nach dem Kunst anschauen kommt natürlich das Kunst machen! Mit Unterstützung ihrer Erzieherinnen formen die Kinder ihre eigenen, phantastischen Schnecken aus selbst härtendem Ton. Dabei kommen allerlei Spannendes zum Vorschein: Eine Schnecke hat Stacheln, eine trägt eine Krone als Haus, eine dritte einen dicken Schal um den Hals und eine andere hat ein Haus mit ganz vielen Balkonen. Die Kinder strotzen nur so vor Ideen und jedes formt seine ganz eigene, individuelle Schnecke.
Das „Hoormann-Haus“ in Bolanden bewahrt seit seiner Erbauung im Jahre 1999 die Werke des Künstlerpaares Hermann und Christine Hoormann. Seit 2024 kümmert sich die vom Künstlerpaar testamentarisch verfügte „Hoormann-Stiftung – Kunststiftung im Donnersbergkreis“ um das Haus und die darin befindlichen Werke. Seit Mitte 2025 wird die Sammlung kunsthistorisch aufgearbeitet. Einzelne Veranstaltungen laufen bereits, regelmäßige Ausstellungen und Veranstaltungen sind ab Ende 2026 geplant. red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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