Meinungsbild der Vereine im Badischen Handball-Verband zum Saisonstart 2020/2021 am kommenden Wochenende

Nach eingegangenen offenen Briefen an den Badischen Handball-Verband wurde schneller Hand eine Vereinsumfrage gestartet. Lediglich 31 am Spielbetrieb beteiligte Vereine und Spielgemeinschaften haben sich für den Januartermin ausgesprochen.

Bereits am 09. September 2020 erreichte der erste offene Brief der TSG Eintracht Plankstadt den Badischen Handball-Verband, welcher durch einen weiteren gemeinsamen offenen Brief von insgesamt 16 Karlsruher und Bruchsaler Vereinen* komplettiert wurde. Mit zahlreichen Argumenten haben sich die genannten Vereine gegen den Saisonstart am 19. September ausgesprochen. Man solle sich Gedanken machen, ob eine Handballsaison in Zeiten von Corona durchführbar ist, war einem dieser Briefe zu entnehmen. Die Vereine des Badischen Handball-Verbands können sich sicher sein – zu diesem Thema haben sich die Haupt- und auch Ehrenamtlichen Tag für Tag auseinandergesetzt. Von vielen Vereinen anfangs noch belächelt, gab die BHV Geschäftsstelle bereits am 26. Juni 2020, nach der Veröffentlichung der damals neuen Verordnung des Kultus- und Sozialministeriums bekannt, dass dem regulären Saisonstart im September nichts mehr im Wege stehe.

Diesem Vorgehen zogen weitere Sportarten im Bundesland nach. Gespräche mit dem Nordbadischen Volleyballverband, dem Badischen Fußballverband und dem Basketballverband Baden-Württemberg haben ergeben, dass auch hier die Saison im September beziehungsweise im Oktober beginnt. Darüber hinaus wird dieses Thema intensiv in den Handballverbänden des Deutschen Handballbundes besprochen und diskutiert. Sowohl im Rahmen der Konferenz der Landesverbandspräsidenten, wie auch in der Geschäftsführertagung war das Thema „Spielbetrieb in Coronazeiten“ auf der Tagesordnung zu finden. Die Kolleginnen und Kollegen aus den Landesverbänden Schleswig-Hollstein, Pfalz oder Westfalen werfen bereits seit einigen Wochen den Ball durch die Halle und spielen in den Quali- oder Saisonspielen um Sieg und Niederlage.

Nachdem die beiden offenen Briefe durchaus kurz vor Saisonbeginn in der Geschäftsstelle eingetroffen sind, hatte BHV Präsident Peter Knapp den Vereinen am Dienstagnachmittag folgende Möglichkeit eingeräumt: Jeder Verein kann sich entscheiden – entweder „wir beginnen an diesem Wochenende“ oder „wir beginnen erst im Januar 2021“. Aufgrund der zeitlichen Einschränkung waren Rückmeldungen bis Donnerstagabend 24:00 Uhr zugelassen. Das Votum war eindeutig. Lediglich 31 am Spielbetrieb beteiligte Vereine (141) und SGs (70) haben sich gegen den Saisonstart am 19. September ausgesprochen. Das entspricht 15%. Fünf Vereine haben sich enthalten. Die Entscheidung ist somit gefallen. Die deutliche Mehrheit stimmt für einen Saisonstart am kommenden Wochenende.

„Diese Entscheidung hat noch einmal Wirbel in die Geschäftsstelle und ins Präsidium gebracht. Niemand aus dem Präsidium bestreitet, dass die momentane Situation einfach zu händeln sei.“, so Geschäftsführerin Ramona Müller, „Wir wissen auch, dass wir mit der Entscheidung des Saisonstarts im September nicht bei allen Vereinen ins Schwarze getroffen haben, weshalb wir uns intensiv um Zuarbeiten gekümmert haben. Wir haben für unsere Vereine viele Unterlagen ausgearbeitet - von Checklisten über Datenerfassungsbögen bis hin zu FAQs – mit diesen digitalen Hilfestellungen wie auch mit telefonischer Beratung haben wir versucht unsere Vereine bestmöglich zu unterstützen – Vereine mussten diese Bereitschaft lediglich nutzen.“
Vizepräsident Spieltechnik Harry Sauer betrachtet die Situation aus einem anderen Winkel. „Wir haben unzählige Stunden in die Vorbereitung gesteckt. Eine Verschiebung um wenige Wochen hätte uns nicht weitergebracht. Deshalb war es genau richtig, dass den Vereinen nur zwei Entscheidungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt wurden. Was mich erstaunt, ist die örtliche Zuordnung der Rückmeldungen zum Saisonstart ab 01. Januar 2020. Zwei Drittel dieser Befürworter stammen aus dem Bezirk Rhein-Neckar-Tauber, nur ein Drittel aus dem Bezirk Alb-Enz-Saal, obwohl die schriftliche Stellungnahme deutlich auf die Unzufriedenheit der südlichen Vereine ausgelegt war.“

Insgesamt 598 Freundschaftsspiele in den vergangenen Wochen zeigen, dass die Vereine spielen wollen. Im Rahmen der 259 Freundschaftsspiele im Bezirk Alb-Enz-Saal und 339 Freundschaftsspiele im Bezirk Rhein-Neckar-Tauber konnten die Vereine ihre bereits bestehenden Hygienekonzepte testen und ausbauen. „Die kommenden Wochen werden in jedem Verein einen großen Lernprozess mit sich bringen. Vereine werden weiter am Hygienekonzept arbeiten und Schwerpunkte anders setzen als in der Theorie geplant. Unser Angebot steht weiterhin – Vereine können jederzeit den Kontakt zu uns suchen!“, so abschließend Präsident Peter Knapp.

*TV Knielingen Handball, TV Büchenau, TS Durlach, TG Neureut, TSV Rintheim, HSG Li-Ho-Li, MTV Karlsruhe, SG Graben-Neudorf, TG Eggenstein, SG Stutensee-Weingarten, TS Mühlburg, SV Langensteinbach, SSC Karlsruhe, TV Neuthard, SG KIT/MTV Karlsruhe, SG Hambrücken/Weiher

Autor:

Badischer Handball-Verband aus Karlsruhe

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