Karlsruher Hallenkonzept sieht mehrere Hallen vor, doch nicht alle sind glücklich
Sanierung, Neubau & Co. ...

Blick auf die Messe Karlsruhe - vorne rechts die "dm Arena".
An der Messe will die Stadt Karlsruhe mit Partnern aus den Umlandgemeinden noch eine Multifunktionsarena bauen. | Foto: Archiv
  • Blick auf die Messe Karlsruhe - vorne rechts die "dm Arena".
    An der Messe will die Stadt Karlsruhe mit Partnern aus den Umlandgemeinden noch eine Multifunktionsarena bauen.
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Karlsruhe. Weil beim Bau der Messe Karlsruhe damals aus Kostengründen auf den Kauf einer Tribüne für die „dm-Arena“ verzichtet wurde, blieb die Veranstaltungshalle auf Rheinstettener Gemarkung bis heute weit hinter den Erwartungen zurück.

Karlsruher Hallendilemma
Sportveranstaltungen oder Konzerte sind dort wegen des großen Aufwands sowie der hohen Miete nur gebündelt an mehreren Tagen hintereinander möglich. Seit die Europahalle Karlsruhe aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht mehr für Großveranstaltungen genutzt werden kann (das "Wochenblatt" berichtete mehrfach), gibt’s in Karlsruhe eben keine geeignete Arena für größere Konzerte oder Bundesligasport. Die Folgen dieses „Karlsruher Hallendilemmas“ sind bekannt: Große Bands wie „Die Toten Hosen“ oder „Deep Purple“ machen seit Jahren einen großen Bogen um Karlsruhe – und sportliche Leuchtturmveranstaltungen wie das Finale der Deutschen Turnliga oder die jährliche Gala der baden-württembergischen Turnerbünde wurden gestrichen.

Und auch mit dem neuen Karlsruher Hallenkonzept scheint sich am Status quo zunächst nur wenig zu ändern. Die Europahalle soll nach dem Willen der Stadtverwaltung zwar für 21 Millionen Euro saniert werden, könnte dann wieder Platz für rund 3.500 Besucher bieten. Das reicht dann zwar für die Basketball-Bundesliga sowie den Baden Marathon, aber eben nicht für das  sportliche Zugpferd der Region, das Leichtathletik Indoor Meeting!

An der Messe will die Stadt mit Partnern aus den Umlandgemeinden für rund 30 Millionen Euro noch eine Multifunktionsarena mit Platz für rund 5.000 Besucher bauen. Diese reicht dann zwar für einige mittelgroße Konzerte, die großen Sportveranstaltungen wie das Indoor Meeting sollen aber weiterhin in der Messehalle über die Bühne gehen. Außerdem plant die Stadt derzeit noch mindestens vier zusätzliche Hallen für den Schul-, Vereins- und Leistungssport.

Im Sportpark Untere Hub steht derzeit eine Halle mit Platz für 3.500 Zuschauern zur Debatte, in Hagsfeld soll auf dem Gelände des SSC eine Halle für rund 2.000 Zuschauer entstehen und künftig den Zweitligavolleyballern als Heimstätte dienen.

Weitere Mehrfeldsporthallen sind in Oberreut, der Südoststadt und bei der Elisabeth-Selbert-Schule in der Südweststadt geplant. Durch das neue Hallenkonzept will die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben vor allem die angespannte Situation beim Schul- und Vereinssport in den Griff bekommen.

Doch ein echter Ersatz für die Europahalle, die vor wenigen Jahren noch tagsüber von Schulen und Vereinen und abends sowie an den Wochenenden für Sportveranstaltungen und Konzerte mit bis zu 9.000 Besuchern genutzt wurde, ist nicht in Sicht. Denn eine Erhöhung der Kapazitäten sei nicht möglich, heißt es aus dem Baudezernat. Und für eine Multifunktionshalle wie die „SAP-Arena“ in Mannheim fehle Karlsruhe eben schlichtweg das Geld. (ht)

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Jo Wagner

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