Karlsruhe warnt vor Betrug bei Hornissen-Nestern: So erkennt man unseriöse Anbieter
- Wer ein Nest am Haus entdeckt, sucht oft schnell Hilfe im Internet und will keine Abzocke riskieren.
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Karlsruhe. Wer im Sommer ein Wespen- oder Hornissennest am Haus oder im Garten entdeckt, sucht oft schnell Hilfe im Internet. Die Stadtverwaltung Karlsruhe warnt jetzt vor unseriösen Angeboten zur Schädlingsbekämpfung, bei denen Anrufende offenbar gezielt unter Druck gesetzt und anschließend mit hohen Forderungen konfrontiert werden.
Wespen stehen laut Stadt unter allgemeinem Artenschutz. Nester dürfen nur bei triftigen Gründen entfernt werden. Bei Hornissen kommt es auf die Art an. Asiatische Hornissen gelten als invasive Art und Fachleute dürfen sie entfernen. Die Europäische Hornisse steht dagegen besonders unter Schutz. Ohne schriftliche Genehmigung dürfen Menschen ihre Nester nicht stören, umsiedeln oder töten.
Ein Fall in Karlsruhe: falsche Bestimmung, Nest getötet, vierstellige Rechnung
Die invasive Asiatische Hornisse breitet sich nach Angaben der Stadt zunehmend in Karlsruhe aus. Das nutzen offenbar unseriöse Firmen aus. Sie werben im Netz etwa mit 24-Stunden-Notdienst, kostenloser Anfahrt und langjähriger Erfahrung.
In einem konkreten Fall, der der Stadtverwaltung erst kürzlich bekannt wurde, verstärkte ein Anbieter bereits am Telefon die Angst der Anrufenden. Der Mitarbeiter vermutete schnell Asiatische Hornissen und verwies auf eine vermeintlich große Gefahr. Tatsächlich habe die Firma besonders geschützte Europäische Hornissen als Asiatische Hornissen fehlbestimmt, das Nest widerrechtlich abgetötet und anschließend eine Rechnung im vierstelligen Bereich verlangt, die sofort bezahlt werden sollte. Danach sei die Firma nicht mehr erreichbar gewesen. Die Internetseite sei gelöscht worden.
Die Stadt befürchtet, dass es kein Einzelfall ist. Zum Zeitpunkt des Vorfalls kursierten laut Stadt mehrere verdächtige Internetseiten, die gezielt mit Dienstleistungen in Karlsruhe warben. Bei genauerem Hinsehen fielen demnach offensichtlich falsche Adressen sowie gefälschte Rezensionen und Prüfsiegelangaben auf.
Worauf du bei Online-Angeboten achten kannst
Viele Internetauftritte wirken nach Angaben der Stadt zunächst professionell. Beim zweiten Blick zeigen sich aber oft Warnsignale. Dazu zählen fehlende oder unvollständige Unternehmensangaben, falsche Adressen, künstlich wirkende Bilder oder fragwürdige Bewertungen. Manche Seiten verschwinden laut Stadt nach kurzer Zeit wieder, während neue Firmenauftritte online gehen.
Die Stadt empfiehlt, Unternehmensdaten sorgfältig auf Plausibilität zu prüfen und sicherzustellen, dass es die Firma in Karlsruhe wirklich gibt. Dazu zählt die Frage, ob Anschriften nachvollziehbar sind, ob eine Festnetznummer existiert oder ob sich seriöse Einträge in Telefon- und Branchenbüchern oder Kartendiensten finden.
Außerdem rät die Stadt, sich nicht durch Aussagen über eine angebliche akute Gefahr unter Druck setzen zu lassen. Wer unsicher ist, kann Insekten auch mit Bildern im Internet vergleichen. Asiatische Hornissen lassen sich laut Stadt optisch gut von anderen Arten unterscheiden.
Bei Zweifeln an der Seriosität sollten Betroffene hohe Rechnungen nicht vorschnell vor Ort bezahlen. Im Zweifel empfiehlt die Stadt, eine zweite Einschätzung einzuholen oder sich zunächst an die zuständige Behörde zu wenden.
So bekommst du in Karlsruhe Hilfe und kannst Funde melden
Wer sich bei Bestimmung oder Vorgehen unsicher fühlt, kann sich an die Stadtverwaltung wenden. Informationen und Hilfe gibt es unter karlsruhe.de/hornissen oder über die Behördennummer 115.
Verdächtige Vorfälle oder Erfahrungen mit unseriösen Firmen sollen Bürgerinnen und Bürger der Stadt melden und Betrugsfälle konsequent zur Anzeige bringen. Hinweise können laut Stadt helfen, andere Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen.
Für Funde der Asiatischen Hornisse nennt die Stadt eine klare Zuständigkeit. Meldungen laufen ausschließlich über die Meldeplattform des Landes: Meldeplattform Asiatische Hornisse. Nach der Verifizierung erhalten Meldende dort eine Liste mit für die Nestentfernung zertifizierten Personen in der Region sowie Informationen zum weiteren Vorgehen.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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