Karlsruhe spielt: Wenn Straßen zu Spielplätzen werden
- Kinder spielen auf einer temporären Spielfläche im Viertel und nutzen den Raum für Bewegung und Begegnung.
- Foto: Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin
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Karlsruhe. Seifenblasen statt Autos, Slackline statt Parkplätze. Rund um den Weltkindertag verwandelt sich Karlsruhe an vielen Orten für einige Stunden in eine Stadt auf Kinderhöhe.
Temporäre Spielstraßen schaffen Platz zum Rennen, Werfen, Fußballspielen, Gestalten und für Begegnungen im Viertel. Wie die Stadt Karlsruhe mitteilt, koordiniert das städtische Kinderbüro die Aktion gemeinsam mit weiteren Fachämtern. Betreut werden die Flächen von Patinnen und Paten, aber auch von Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Familienzentren und Bürgervereinen.
Vor der Ernst-Reuter-Schule in der Tilsiter Straße zeigte sich, wie so ein Nachmittag aussieht. Kinder probierten Kegeln und Slackline aus, ein Elterncafé brachte Familien zusammen, und auch Menschen aus der Nachbarschaft schauten vorbei oder machten mit.
Spielstraße als Treffpunkt im Quartier
Die Ernst-Reuter-Schule nimmt nicht zum ersten Mal an Karlsruhe spielt teil. In diesem Jahr hatte der Tag für die Schulgemeinschaft laut dem Quelltext eine besondere Bedeutung, nachdem ein plötzlicher Todesfall im Kollegium viele Menschen erschüttert hatte. Konrektor Dominik König-Kurowski freute sich, dass an diesem Nachmittag das Lachen zurückgekehrt sei.
Lehrer Raphael Prüfer betonte den offenen Ansatz der Schule ins Quartier. Deshalb lud das Team am Aktionstag auch das Elterncafé und das Altenhilfezentrum zum Mitmachen ein. Für Bürgermeisterin Yvette Melchien gehört genau dieses Miteinander über Altersgrenzen hinweg zu einer kinderfreundlichen und lebenswerten Stadt.
„Zuallererst wollen wir Kindern mit ‚Karlsruhe spielt!‘ eine Freude machen. Aber durch solche Aktionen werden wir auch angeregt, Stadtplanung anders zu denken“, erklärte die Sozialdezernentin. „Eine kinderfreundliche Stadt kommt uns allen zugute, sie bietet mehr Aufenthaltsqualität und gibt uns Ideen für die Zukunft.“
Nach Angaben der Stadt hat Karlsruhe spielt in den vergangenen sechs Jahren 55.000 Menschen erreicht. Insgesamt entstanden mehr als 270 temporäre Spielflächen. Kinderbüro-Leiterin Jessica Schöllhorn wünscht sich künftig noch mehr Kooperationen mit Vereinen und Institutionen direkt in den Quartieren. „Spielen ist eine Superkraft“, betont die Leiterin des Kinderbüros, „es bringt uns friedlich zusammen und ich finde, genau das können wir alle gut gebrauchen.“
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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