Joseph Victor von Scheffel zum 200. Geburtstag
- Dieser historische Wegweiser führte vor 1945 Besucher vom Schloss Bruchsal hoch in die neben dem Stadtgarten liegende Gaststätte „Scheffelhöhe“. Es zeigt Scheffel und den Kater Hidigeigei
- Foto: Stadtarchiv Bruchsal
- hochgeladen von Jo Wagner
Geschichte. Baden. Es sind Erinnerungen an einen Bestseller-Autor des 19. Jahrhunderts, an Joseph Victor von Scheffel. Von Bruchsal war er seinen eigenen Aussagen zufolge nicht so begeistert. Das lag aber wohl nicht an der Stadt an sich, sondern an der Tatsache, dass er hier seinem ungeliebten Beruf als Jurist nachgehen musste.
Die Rede ist von dem späteren badischen Dichter und Schriftsteller von Scheffel, dessen Geburtstag sich am 16. Februar 2026 zum 200. Mal jährt. Scheffel wäre gerne Künstler und Maler geworden, seinem Vater zuliebe studierte er aber zunächst Rechtswissenschaften, und er schloss dieses Studium auch mit einer Doktorarbeit ab. Thema seiner Dissertation war die Bedeutung des Surrogats nach französischem und römischem Recht. Als Jurist arbeitete er dann für einige Monate auch am Bruchsaler Hofgericht. Während dieser Zeit wohnte er in der Huttenstraße 19 und eine kleine Gedenktafel an diesem Haus erinnert seit 100 Jahren an seinen damaligen Aufenthalt vom 9. Dezember 1851 bis zum 9. Mai 1852. Anschließend quittierte er aber den Staatsdienst und wandte sich seinen eigentlichen Lieben, den schönen Künsten und der Schriftstellerei zu.
Er verfasste neben zahlreichen Liedern und Gedichten auch das Versepos „Der Trompeter von Säckingen“ und den historischen Roman „Ekkehard“. Beide Werke fanden eine große Leserschaft und erzielten höchste Auflagezahlen. Daher galt Scheffel in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gewissermaßen – in heutiger Sprache ausgedrückt – als Kultautor und Pop-Literat. 1876 wurde er anlässlich seines 50. Geburtstages in den Adelsstand erhoben. Zehn Jahre später ereilte ihn der Tod. Zeitlebens mehrfach gesundheitlich angeschlagen wurde er gerade einmal 60 Jahre alt. Über 10.000 Personen säumten seinen Trauerzug.
Neben der Tafel in der Huttenstraße erinnert eine weitere Tafel am Kübelmarkt an Joseph Victor von Scheffel. Dort lebte der Bruchsaler Justizrat Albert Preuschen mit seinem Kater Hidigeigei. Letzterem hat Scheffel in seinem Trompeter-Epos ein literarisches Denkmal gesetzt. Darüber hinaus gibt es in Bruchsal noch eine Straße und ein Hotel, die Scheffels Namen tragen.
Autor:Jo Wagner |
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