Entdecker-Reise auf Lesbos
Sapphos Erbe in vielen Stimmen fortgeschrieben

Mit erhobenen Händen, als wolle er ein unsichtbares Gegenüber begrüßen oder ein Urteil noch einmal abwägen, blickt Stratis Eleftheriadis von der Wand seines Museums in Varia hinab auf die Werke, in denen sich ein ganzes Leben verdichtet hat: der Sohn eines Gutsbesitzers von Lesbos, der mit achtzehn Jahren nach Paris aufbrach, um Jura zu studieren, und dort, fern der Insel, zum Kunstkritiker und Verleger wurde. Unter dem Namen Tériade schuf er mit Picasso, Matisse, Chagall und Miró bibliophile Bücher von seltener Schönheit, in kleinster Auflage und mit äußerster Sorgfalt gefertigt. 1979 vermachte er sein gesamtes Lebenswerk der Heimatinsel, auf dass es im Schatten der Olivenhaine bewahrt bliebe, dort, wo einst, in einer anderen Zeit, sein Weg begonnen hatte.
 | Foto: Daniel J. Basler
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  • Mit erhobenen Händen, als wolle er ein unsichtbares Gegenüber begrüßen oder ein Urteil noch einmal abwägen, blickt Stratis Eleftheriadis von der Wand seines Museums in Varia hinab auf die Werke, in denen sich ein ganzes Leben verdichtet hat: der Sohn eines Gutsbesitzers von Lesbos, der mit achtzehn Jahren nach Paris aufbrach, um Jura zu studieren, und dort, fern der Insel, zum Kunstkritiker und Verleger wurde. Unter dem Namen Tériade schuf er mit Picasso, Matisse, Chagall und Miró bibliophile Bücher von seltener Schönheit, in kleinster Auflage und mit äußerster Sorgfalt gefertigt. 1979 vermachte er sein gesamtes Lebenswerk der Heimatinsel, auf dass es im Schatten der Olivenhaine bewahrt bliebe, dort, wo einst, in einer anderen Zeit, sein Weg begonnen hatte.
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Vier Tage zwischen Vulkangestein und Olivenhainen, Pariser Moderne, Ouzo-Tradition und eigentümlichen Alltagsrhythmen: Lesbos erweist sich als eine kontrastreiche Insel, die ihre eigene Geschichte immer wieder neu erzählt, ohne sie je abzuschließen.

Es stellen sich glücklicherweise auf Reisen Augenblicke ein, in denen sich die Zeit spürbar verlangsamt, um Platz für das Kommende zu machen. Piräus an einem Nachmittag zu Beginn des Frühjahrs ist erfüllt von genau dieser schwebenden, beinahe feierlichen Aufbruchsstimmung: Die Luft besitzt noch die kühle, salzige Klarheit der späten Wintermonate, in die sich jedoch bereits die erste, kaum merkliche Milde der neuen Jahreszeit mischen will. Das junge Sonnenlicht liegt wie flüssiges Glas auf der Wasseroberfläche des großen Hafenbeckens.
Es ist eine der schönsten, weil reinsten Reisezeiten – ein flüchtiger Moment des Übergangs, in dem die Landschaft ihre Konturen zurückgewinnt und das Reisen noch die kontemplative Poesie besitzt, die später im Jahr vom Lärm der Sommersaison übertönt wird. Melodische griechische Lautsprecher-Durchsagen, deren Sinn sich im Hall verliert, mischen sich mit dem raunenden Gemurmel der wartenden Schiffspassagiere und dem rhythmischen Rollen der Koffer auf dem Asphalt. Ein vielstimmiges Präludium für eine lange Fahrt.

Mit erhobenen Händen, als wolle er ein unsichtbares Gegenüber begrüßen oder ein Urteil noch einmal abwägen, blickt Stratis Eleftheriadis von der Wand seines Museums in Varia hinab auf die Werke, in denen sich ein ganzes Leben verdichtet hat: der Sohn eines Gutsbesitzers von Lesbos, der mit achtzehn Jahren nach Paris aufbrach, um Jura zu studieren, und dort, fern der Insel, zum Kunstkritiker und Verleger wurde. Unter dem Namen Tériade schuf er mit Picasso, Matisse, Chagall und Miró bibliophile Bücher von seltener Schönheit, in kleinster Auflage und mit äußerster Sorgfalt gefertigt. 1979 vermachte er sein gesamtes Lebenswerk der Heimatinsel, auf dass es im Schatten der Olivenhaine bewahrt bliebe, dort, wo einst, in einer anderen Zeit, sein Weg begonnen hatte.
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  • Mit erhobenen Händen, als wolle er ein unsichtbares Gegenüber begrüßen oder ein Urteil noch einmal abwägen, blickt Stratis Eleftheriadis von der Wand seines Museums in Varia hinab auf die Werke, in denen sich ein ganzes Leben verdichtet hat: der Sohn eines Gutsbesitzers von Lesbos, der mit achtzehn Jahren nach Paris aufbrach, um Jura zu studieren, und dort, fern der Insel, zum Kunstkritiker und Verleger wurde. Unter dem Namen Tériade schuf er mit Picasso, Matisse, Chagall und Miró bibliophile Bücher von seltener Schönheit, in kleinster Auflage und mit äußerster Sorgfalt gefertigt. 1979 vermachte er sein gesamtes Lebenswerk der Heimatinsel, auf dass es im Schatten der Olivenhaine bewahrt bliebe, dort, wo einst, in einer anderen Zeit, sein Weg begonnen hatte.
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Mittendrin steht man selbst, das Gepäck zu den Füßen. Die Fähre der Blue Star Ferries, die mich nach Mytilini, der kleinen Hauptstadt von Lesbos in der nordöstlichen Ägäis, bringen wird, liegt noch reglos und strahlend weiß am Kai – ein imposanter, eleganter Riese, der in den kommenden Stunden mein schwimmendes Refugium sein soll. Dann hallt ein letztes Signal über die Kaimauer, die Crew löst die schweren Taue von den Pollern, und das schmale Wasser zwischen Schiffsrumpf und Kai wird von Sekunde zu Sekunde breiter.
Weit mehr als einhundertfünfzig Seemeilen trennen Piräus von Mytilini: quer durch das oszillierende Gewässer der nächtlichen Ägäis, vorbei an den schroffen, im Dunkeln vorbeiziehenden Silhouetten von Chios, bis sich am Horizont die weite Bucht von Mytilini öffnet, dort wo Lesbos der türkischen Küstenlinie am nächsten kommt und sich die Wasserstraße zur schmalen Meerenge verengt – eine alte maritime Passage, die seit dreitausend Jahren von Schiffskielen durchpflügt und von Schicksalen besungen wird.

Wer in den späten Stunden nach der Abfahrt an Deck steht, während die fernen Lichter Attikas im aufgewühlten Schaum hinter dem Heck verblassen und noch keine neue Küste sich aus der Schwärze des Horizonts schält, spürt den Wind salzig im Gesicht, die Reling kühl und leicht feucht unter den Händen, das gleichmäßige Vibrieren der Maschinen unter den Sohlen. Das Wasser schließt sich hinter dem Bug sogleich wieder, als sei nie ein maritimes Gefährt hier gewesen, und für einen Moment denkt man unweigerlich an die Argonauten, an phönizische Händler, an den irrenden Odysseus, die in dieselbe sternengekrönte Nacht geblickt haben müssen. Und irgendwo im gleichmäßigen Summen des Windes schwingt ein intimerer, älterer Klang mit: die Stimme der Dichterin Sappho, die dieser Insel vor rund zweieinhalb Jahrtausenden ihren unsterblichen literarischen Glanz verlieh.
Im ersten Morgengrauen formt sich aus dem Dunst der See die mosaikartige, ebenso schroff aufragende wie sanft auslaufende Inselwelt Makarias – ein alter, der griechischen Mythologie entstammender Name für Lesbos, der „die Gesegnete" bedeutet und, wie überliefert wird, auf die Fruchtbarkeit ihrer Erde und den Reichtum ihrer geschützten Buchten zurückgeht. Sie ist eine Landschaft, die längst als Bild im eigenen Kopf existiert hat; ein spannungsvolles Geflecht aus kargem Fels, üppig grünen Vegetationszonen und alten Mythen, von dem man – so der allgemeine Tenor der klassischen Reiseliteratur – im silbrigen Schimmer unendlicher Olivenhaine und im sanften Licht der Ägäis willkommen geheißen werden möchte.

Am festgeknoteten Tauwerk des Fenders verweilt der Blick, ehe er zu den Hängen von Plomari wandert, dem zweitgrößten Ort auf Lesbos: Villen wohlhabender Tabak- und Seifenhändler aus dem 19. Jahrhundert staffeln sich in warmen Pastelltönen den Berg hinauf, über einem Hafen, der als eine der Wiegen des griechischen Ouzo gilt. Seit 1894 wird dort in der Plomari Ouzo Distillery Isidoros Arvanitis die Anisspirituose nach überlieferter Rezeptur destilliert, zweifach gebrannt in 18 kleinen Kupferkesseln und mit Anis, Quellwasser sowie weiteren Kräutern und Gewürzen verfeinert. Von hier brechen kleine Boote auf zu einer Küste, deren eigentliche Schönheit sich erst vom Wasser aus zeigt.
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  • Am festgeknoteten Tauwerk des Fenders verweilt der Blick, ehe er zu den Hängen von Plomari wandert, dem zweitgrößten Ort auf Lesbos: Villen wohlhabender Tabak- und Seifenhändler aus dem 19. Jahrhundert staffeln sich in warmen Pastelltönen den Berg hinauf, über einem Hafen, der als eine der Wiegen des griechischen Ouzo gilt. Seit 1894 wird dort in der Plomari Ouzo Distillery Isidoros Arvanitis die Anisspirituose nach überlieferter Rezeptur destilliert, zweifach gebrannt in 18 kleinen Kupferkesseln und mit Anis, Quellwasser sowie weiteren Kräutern und Gewürzen verfeinert. Von hier brechen kleine Boote auf zu einer Küste, deren eigentliche Schönheit sich erst vom Wasser aus zeigt.
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Der Schiffskörper ruckelt sanft, das Motorengeräusch wird zu einem tiefen, beruhigenden Grundton, irgendwo klappert eine lose Kette gegen die Reling, und man beginnt zu verstehen, warum die Griechen ihre Mythologie eher auf dem Wasser als in Tempeln ansiedelten. Gut zwölf Stunden dauert diese Passage – die einzige verbleibende Gewissheit auf dem nächtlichen Meer, und wer sie durchwacht, den Blick auf die Gischt gerichtet, merkt, dass Ankommen selbst schon ein geduldiges Näherrücken ist, ein Vorgang, der sich nicht überspringen lässt, ohne etwas Wesentliches zu verlieren.
Der Morgen bringt Lesbos in verschwommenen Umrissen: ein dunkler Schatten am Horizont, der sich nach und nach in gezackte Berge und die byzantinische Festung von Mytilini aufteilt. Die Stadt, geprägt von genuesischen und osmanischen Erweiterungen, thront über dem alten Hafen wie ein steinernes Gedächtnis. Schon von Deck aus, während sich die ersten Passagiere mit Kaffeebechern an die Reling drängen und Handys in Richtung der Festung heben, wird spürbar, dass diese Insel sich jeder schnellen Einschätzung entzieht. Ihre Küstenmorphologie, von den tief ins Inselinnere greifenden Golfen von Kalloni und Gera gegliedert, zieht sich in immer neuen Windungen dahin und bereitet den Reisenden auf eine Welt der ständigen Gegensätze vor. Kaum von Bord, finde ich am Kai ein Taxi, das mich noch am selben Vormittag direkt in diese raue, üppige Inselwelt bringt: hinauf ins Bergdorf Agiasos, das sich amphitheatralisch an die östlichen Hänge des Olympos schmiegt, auf knapp 475 Meter Höhe, eine halbe Stunde Fahrt von Mytilini entfernt.

Kaum habe ich das Gepäck verstaut, verwandelt sich die vage Ahnung von Größe, die mich schon von der Reling aus beschlichen hatte, in etwas Konkretes. Der Fahrer, ein hagerer Mann mit sonnengegerbten Unterarmen, nennt mir, während wir aus dem Hafen hinausrollen, wie beiläufig eine Zahl: knapp 1636 Quadratkilometer, drittgrößte Insel Griechenlands nach Kreta und Euböa – „ein kleiner Kontinent", sagt er, nicht ohne Stolz, und weist mit dem Kinn auf die Bergkette vor uns, als spräche er nicht von einer Insel, vielmehr von einer eigenen kleinen Welt mit eigener Seefahrer-Geschichte, verankert an diesem kulturgetränkten  Schnittpunkt der nordöstlichen Ägäis, an dem sich seit der Antike Handelswege und Reiche berührt haben. Man muss diese Fahrt selbst erleben, um zu verstehen, was er meint: Kaum haben wir die Küstenstraße mit ihren Ferien-Einrichtungen verlassen, ändert sich mehr als nur die Vegetation.
Während die ersten Kiefernwäldchen sich abzeichnen und am Fenster vorbeiziehen, erzählt der Fahrer, dessen Englisch ebenso sehr aus den Händen wie aus dem Mund kommt, von der geologischen Zweiteilung seiner Heimat: Im Westen, den wir an diesem Morgen nicht sehen werden, liege das vulkanische Terrain der Insel, erloschene Lavadome, Kalderen, der versteinerte Wald bei Sigri, dessen Bäume vor rund zwanzig Millionen Jahren unter Asche begraben wurden und, heute zu Stein erstarrt, von einer Epoche berichten, in der hier noch subtropische Wälder standen. Hier im Osten dagegen wird die Erde sogleich weicher, grüner: Olivenhaine lösen die Pinien ab, mehr als zehn Millionen Bäume, sagt der Fahrer, während sein Komboloi am Rückspiegel im Rhythmus der Kurven hin- und herschwingt, dieses Bernsteingehänge, das mit Frömmigkeit längst nichts mehr zu tun hat und einzig den Händen etwas zu tun gibt. Weiter unten, um den Golf von Kalloni, weite sich das Land zu einem Feuchtgebiet, in dem Flamingos und Hunderte Vogelarten überwintern – er hebt kurz die Hand vom Lenkrad, als wollte er selbst auf sie zeigen.

In den lichten Räumen des Museums Stratis Eleftheriadis Tériade in Varia, wenige Kilometer südlich von Mytilini, führt die einheimische Kulturvermittlerin Ismini Mamouni die Besucher ein in die Lithografien, mit denen Picasso 1948 Pierre Reverdys dreiundvierzig Gedichte umspielte – Verse, die der Dichter selbst als Widerhall der Wirrnisse des Zweiten Weltkriegs verfasst hatte. Auf jede gegenständliche Darstellung verzichtend, legte er arabeskenhafte, blutrote Linien wie eine moderne, abstrakte Buchmalerei über die Handschrift des Dichters, erschienen in einer auf 270 nummerierte und persönlich signierte Exemplare begrenzten Auflage. So entfaltet sich ein leises kalligrafisches Zwiegespräch, wie es der aus Lesbos stammende Verleger Stratis Eleftheriadis, weltbekannt als Tériade, in seinen Pariser Jahren mit Matisse, Chagall und Miró zu einer eigenen Kunstform reifen ließ, ehe er 1979 dieses Haus als Vermächtnis seines Lebenswerks begründete. Hefte der Zeitschrift Verve und die großen illustrierten Bücher fügen sich hier zu einem Ganzen – unweit des Hauses, das er fünfzehn Jahre zuvor seinem Landsmann, dem Maler Theophilos, widmete, auf dass sich in Varia die große Kunst Europas und die bodenständige Herkunft der Insel in einer behutsamen, über die Zeiten hinweg geführten Korrespondenz begegnen.
 | Foto: Daniel J. Basler
  • In den lichten Räumen des Museums Stratis Eleftheriadis Tériade in Varia, wenige Kilometer südlich von Mytilini, führt die einheimische Kulturvermittlerin Ismini Mamouni die Besucher ein in die Lithografien, mit denen Picasso 1948 Pierre Reverdys dreiundvierzig Gedichte umspielte – Verse, die der Dichter selbst als Widerhall der Wirrnisse des Zweiten Weltkriegs verfasst hatte. Auf jede gegenständliche Darstellung verzichtend, legte er arabeskenhafte, blutrote Linien wie eine moderne, abstrakte Buchmalerei über die Handschrift des Dichters, erschienen in einer auf 270 nummerierte und persönlich signierte Exemplare begrenzten Auflage. So entfaltet sich ein leises kalligrafisches Zwiegespräch, wie es der aus Lesbos stammende Verleger Stratis Eleftheriadis, weltbekannt als Tériade, in seinen Pariser Jahren mit Matisse, Chagall und Miró zu einer eigenen Kunstform reifen ließ, ehe er 1979 dieses Haus als Vermächtnis seines Lebenswerks begründete. Hefte der Zeitschrift Verve und die großen illustrierten Bücher fügen sich hier zu einem Ganzen – unweit des Hauses, das er fünfzehn Jahre zuvor seinem Landsmann, dem Maler Theophilos, widmete, auf dass sich in Varia die große Kunst Europas und die bodenständige Herkunft der Insel in einer behutsamen, über die Zeiten hinweg geführten Korrespondenz begegnen.
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Man spürt die klimatische Nahtstelle der Insel, an der das mediterrane Winterregen-Klima in das kontinentalere Wetter Kleinasiens übergeht, beinahe körperlich: ein leises Kippen der Luft, kaum dass der Wagen die erste Passhöhe erreicht. Zwei Gipfel, erklärt er, teilen sich den höchsten Rang der Insel, und die Insulaner messen ihre Wege seit jeher an ihnen: im Norden, von unserer Position aus unsichtbar, der vulkanische Lepetymnos mit 968 Metern, und, schon jetzt voraus, der kaum niedrigere Olympos mit 967 Metern – ein Name, der von den Alten offenbar mit Bedacht vergeben wurde, auch wenn er mit dem Sitz der Götter auf dem Gebirge des Olymp in Nordgriechenland nichts als die Größe des Anspruchs teilt.
Es ist, als hätte sich das facettenreiche Eiland geweigert, einer einzigen Mitte zuzustimmen, und stattdessen zwei nahezu identische Gipfelkronen bewahrt – eine im Schatten des offenen Meeres, die andere im Schatten der Kastanienwälder, denen wir uns nähern. Dazu kommt, mit einem knappen Wink nach Osten, die türkische Küste, kaum eine Stunde entfernt – ein geographisches Faktum, das dieser Insel seit der Antike ihre Zwischenstellung verleiht: zwischen Ost und West, zwischen Handel und Zuflucht, zwischen Mythos und Gegenwart.

Die Straße wechselt dabei mehrfach ihr Gesicht: Auf die Pinien folgen bald Olivenhaine, schließlich ein Kastanienwald von gut tausend Hektar, durchzogen von den gepflasterten Pfaden aus dem 19. Jahrhundert – den sogenannten Kalderimi –, als die Bewohner von Agiasos begannen, aus der Kastanienernte ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Man nennt Agiasos das „Jerusalem von Lesbos", und der Beiname ist keine touristische Übertreibung: Die Legende erzählt von einem Mönch namens Agathon, der im Jahr 803 n. Chr. eine Ikone der Gottesmutter aus Jerusalem hierher brachte und sie in dieser grünen Abgeschiedenheit verbarg. Über seinem Grab errichteten Mönche bereits 1170 eine erste Kirche, die nach Verfall und einem Brand im frühen 19. Jahrhundert erst 1815 in ihrer heutigen, dreischiffigen Gestalt vollendet wurde und bis heute, nach Tinos, als eines der wichtigsten Pilgerziele Griechenlands gilt. Steinerne Kalderimi winden sich zwischen Kafenions, Töpferwerkstätten und Holzschnitzereien, und in den Hausfassaden mit ihren vorspringenden, osmanisch beeinflussten Sachnisia-Balkonen erkennt man eine Architektur, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.

Im Schatten eines Kirschbaums, dessen Äste sich unter der eigenen Ernte biegen, sind Mitglieder der lokalen engagierten Gemeinschaft von Agiasos zusammengekommen. Vor einigen Jahren begonnen, ist ihre Arbeit den Beteiligten zufolge längst zu einem Beispiel geworden, das über Lesbos hinaus Beachtung findet — ein Modell dafür, wie Dörfer ihre Obstgärten, ihr Handwerk und ihren Zusammenhalt gemeinsam bewahren können. Konstantinos Vourgiotios (oben links), Sprecher der Initiative, steht hinter Toula Makrelli, der Vorsitzenden, umgeben von Nachbarn, während eine Leiter griffbereit am Stamm lehnt. Seit Jahrhunderten lebt Agiasos von genau diesem Bündnis aus Handwerk und Erde — von Kirschen, Kastanien, Olivenöl und von Töpferwerkstätten rings um die Wallfahrtskirche Panagia Vrefokratousa, die mitten im Zentrum des Bergdorfs steht und, auch als Kirche der Entschlafung der Gottesmutter oder Agia Sion bekannt, bis heute Pilger aus ganz Griechenland anzieht. Längst ist die Gruppe mehr als eine Kirschernte unter Nachbarn: Jahr für Jahr wächst ihr Zulauf, wächst der Zuspruch im Dorf, und sie ist zu einem festen Anker im dörflichen, sozialen Leben von Agiasos geworden.
 | Foto: Daniel J. Basler
  • Im Schatten eines Kirschbaums, dessen Äste sich unter der eigenen Ernte biegen, sind Mitglieder der lokalen engagierten Gemeinschaft von Agiasos zusammengekommen. Vor einigen Jahren begonnen, ist ihre Arbeit den Beteiligten zufolge längst zu einem Beispiel geworden, das über Lesbos hinaus Beachtung findet — ein Modell dafür, wie Dörfer ihre Obstgärten, ihr Handwerk und ihren Zusammenhalt gemeinsam bewahren können. Konstantinos Vourgiotios (oben links), Sprecher der Initiative, steht hinter Toula Makrelli, der Vorsitzenden, umgeben von Nachbarn, während eine Leiter griffbereit am Stamm lehnt. Seit Jahrhunderten lebt Agiasos von genau diesem Bündnis aus Handwerk und Erde — von Kirschen, Kastanien, Olivenöl und von Töpferwerkstätten rings um die Wallfahrtskirche Panagia Vrefokratousa, die mitten im Zentrum des Bergdorfs steht und, auch als Kirche der Entschlafung der Gottesmutter oder Agia Sion bekannt, bis heute Pilger aus ganz Griechenland anzieht. Längst ist die Gruppe mehr als eine Kirschernte unter Nachbarn: Jahr für Jahr wächst ihr Zulauf, wächst der Zuspruch im Dorf, und sie ist zu einem festen Anker im dörflichen, sozialen Leben von Agiasos geworden.
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Doch Agiasos ist heute mehr als ein schön anzusehendes Postkartenmotiv – eine Erkenntnis, die ich meinem Besuch bei Visit Agiasos verdanke, einer nach griechischem Recht als Astiki Mi Kerdoskopiki Etaireia, also als zivilgesellschaftliche, gemeinnützige Gesellschaft, organisierten Initiative, deren Büro am Dorfeingang zugleich als Auskunftsstelle für Reisende und als Treffpunkt der Gemeinschaft dient. Ihr Programm ruht auf sechs Säulen – Sprache, Geschichte, Kunst, Natur, Religion, Küche –, und ihr Motto, „Die Tradition, anders gelebt", verrät bereits die Haltung, mit der man hier an die eigene Herkunft herangeht: eher arbeitend und produktiv, als im Gestern zu schwelgen, eher gestaltend als nostalgisch. Toula Makrelli, die Vorsitzende der Initiative, empfängt mich vor dem historischen Kafenion im Garten der Panagia, aus dessen offener Küche sich der Rauch des Holzofens mit dem harzig-süßen Duft von Kainari mischt, diesem Kräutertee, den es, wie man mir versichert, nirgendwo sonst gibt. Sie erzählt, wie sich in den vergangenen Jahren etliche Einwohner, die einst nach Athen oder Thessaloniki gezogen waren, um zu studieren oder Arbeit zu finden, wieder in ihr Dorf zurückgekommen sind – weniger aus Mangel an Alternativen als aus einer bewussten Entscheidung heraus, die geerdete Lebensform ihrer Heimat der Anonymität der Großstadt vorzuziehen.
An ihrer Seite steht Konstantinos Vourgiotis, der das Projekt wissenschaftlich begleitet und zugleich als eine Art Sprecher der Initiative auftritt; sein Blick auf die Dinge ist der eines Mannes, der zwischen Universität und Dorfplatz übersetzen gelernt hat, zwischen der Sprache der Förderanträge und der Sprache der Landwirte, deren Kastanien- und Kirschernte den Menschen hier in kargeren Zeiten oft die einzige Existenzgrundlage bot und heute, im Entwicklungsprojekt der Gemeinde, eine neue Bedeutung gewinnt.

Zusammen berichten sie von Programmen der solidarischen Ökonomie, von einer Initiative für die Küstengemeinden Lesbos', von einem europäischen Erasmus-Projekt namens Trash-Art, das Müll in Kunst verwandelt, von der Zusammenarbeit mit der Universität der Ägäis und dem alten Lesegesellschaft-Verein des Dorfes. Was als lokaler Versuch begann, hat sich, wie beide nicht ohne eine gewisse Genugtuung vermerken, längst herumgesprochen: Über ein zweites Erasmus-Vorhaben, das Griechenland mit Partnern in Zypern und Bulgarien zur sozialen Ökonomie verbindet, suchen inzwischen auch Gemeinschaften außerhalb der Insel den Austausch mit Agiasos, das in den Anfängen vor allem neugierige Menschen anlockte, die eruieren wollten, was sich hinter dem Dorf-Projekt verbirgt, und das sich seither selbst in einen Ort verwandelt hat, von dem andere lernen wollen.
Was sich hier perspektivisch weiterentwickelt, ist kein romantisches Zurück-zur-Natur, vielmehr ein nüchterner, beharrlicher Versuch, das Erbe eines Ortes so zu verwalten, dass es der Gemeinschaft nützt, statt es zu musealisieren – ein Modell im Kleinen, dessen Anziehungskraft, wie der Zuspruch von außen zeigt, über andere Dörfer der Insel und über die Grenzen Griechenlands hinausreicht.

Bevor ich gehe, fasst Toula Makrelli das Anliegen ihrer Initiative in einem Satz zusammen, den ich mir aufschreibe, weil er so knapp ist wie zutreffend: „Wir wollten nicht, dass unsere Kinder das Dorf verlassen, um irgendwo anders ein Leben zu suchen, das sie eigentlich schon hier hatten – nur ohne es zu wissen." Es ist ein Satz, der sich leise gibt und doch hoffnungsvoll nach vorne zu blicken wagt: Er beschreibt nichts Geringeres als eine markante Umkehrung der modernen Fluchtbewegung, nicht fort von der Provinz, vielmehr mitten in sie hinein.
Von den Hängen des Olympos führt mein Weg zurück in die Vorstadt Varia, kaum fünf Kilometer von Mytilini entfernt, wo ein Olivenhain ein Haus umschließt, das man auf den ersten Blick für eine Villa halten könnte und das sich beim zweiten Blick als eines der eigenwilligsten Museen Griechenlands entpuppt. Hier, im „Museum – Bibliothek Stratis Eleftheriadis – Tériade", treffe ich die einheimische Kulturführerin Ismini Mamouni, die mich durch die 1979 eröffneten Räume begleitet und dabei die besondere Mischung aus Stolz und Zärtlichkeit zeigt, mit der Insulaner von ihren ausgewanderten Vorfahren erzählen, die es in die Welt hinaus geschafft haben, ohne die Herkunft zu verleugnen.

Vor der farbcodierten tektonischen Karte des Natural History Museum of the Lesvos Petrified Forest in Sigri, in der jede Farbe eine andere vulkanische Gesteinsschicht erzählt, deutet die Geologin Parthenopi Pamidou auf die Verwerfungslinien, die sich wie Narben über das „Gesicht“ von Lesbos ziehen. Was hier in Vitrinen liegt — Bimsstein, Obsidian, versteinertes Holz —, war einst glühende Lava, die vor rund zwanzig Millionen Jahren, am Übergang von Oligozän zu Miozän, einen subtropischen Wald unter Asche begrub und jenes Naturwunder schuf, dem das Museum seinen Namen und seinen Auftrag verdankt. Wer Pamidou zuhört, begreift: Erdgeschichte ist auf Lesbos kein abstrakter Begriff. Sie lässt sich betreten, betasten und in Stein noch immer lesen.
 | Foto: Daniel J. Basler
  • Vor der farbcodierten tektonischen Karte des Natural History Museum of the Lesvos Petrified Forest in Sigri, in der jede Farbe eine andere vulkanische Gesteinsschicht erzählt, deutet die Geologin Parthenopi Pamidou auf die Verwerfungslinien, die sich wie Narben über das „Gesicht“ von Lesbos ziehen. Was hier in Vitrinen liegt — Bimsstein, Obsidian, versteinertes Holz —, war einst glühende Lava, die vor rund zwanzig Millionen Jahren, am Übergang von Oligozän zu Miozän, einen subtropischen Wald unter Asche begrub und jenes Naturwunder schuf, dem das Museum seinen Namen und seinen Auftrag verdankt. Wer Pamidou zuhört, begreift: Erdgeschichte ist auf Lesbos kein abstrakter Begriff. Sie lässt sich betreten, betasten und in Stein noch immer lesen.
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Ismini Mamouni führt mich zunächst in einen schmalen, von Nordlicht durchfluteten Saal, in dem vergilbte Fotografien und die schwarzen Einbände der Zeitschrift Minotaure unter Glas liegen. Vor einer Aufnahme des jungen Stratis Eleftheriadis bleibt sie stehen, tippt kurz mit dem Finger gegen die Vitrine und beginnt zu erzählen. Geboren 1897 in Varia, so Mamouni, habe er Lesbos mit achtzehn Jahren verlassen, um in Paris Rechtswissenschaften zu studieren – und sei stattdessen mitten im Kunstmarkt der Zwischenkriegszeit gelandet, wo er sich, nach den Endsilben seines Nachnamens, den Künstlernamen Tériade zulegte. Sein eigentliches Talent, erklärt sie und richtet den Blick auf eine Fotografie, die ihn neben Matisse zeigt, habe weniger im Pinselstrich gelegen als in einer fast hebammenhaften Begabung: Er habe verstanden, die Titanen seiner Epoche – Matisse, Picasso, Chagall, Miró, Henri Laurens – aus ihrer solistischen Isolation zu lösen und in einen gemeinsamen Dialog zu zwingen. Die Vitrine vor uns zeigt, wie beiläufig, warum: Seine legendären Zeitschriften Minotaure, die er ab 1933 mit dem Schweizer Verleger Albert Skira herausgab, und Verve, die er 1937 in eigener Regie gründete und bis 1960 fortführte, liegen hier aufgeschlagen nebeneinander – keine bloßen Periodika, vielmehr, wie Mamouni sagt, tragbare Museen, in denen die literarische Avantgarde eines Georges Bataille oder André Gide unmittelbar neben den tektonischen Verschiebungen der bildenden Kunst stand.

Im Nebenraum, wo das Licht schräg auf eine Reihe aufgeschlagener Grands Livres fällt, bleibt Mamouni vor einem Exemplar von Matisses „Jazz" stehen. Der eigentliche Kern von Tériades Werk, sagt sie, liege in eben diesen von Hand gefertigten Künstlerbüchern, mit denen er das Buch selbst zum autonomen Kunstwerk erhoben habe; es sei ihm weniger um die Illustration eines bereits bestehenden Textes gegangen als um eine gestalterische Verschmelzung von Wort und Bild. Genau das, sie deutet auf die Doppelseite vor uns, zeige sich in diesem 1947 erschienenen, farbenprächtigen Scherenschnitt-Album, das Matisse eigenhändig mit der Schere schuf und das bis heute als eines der Wunderwerke moderner Buchkunst gilt: Die Trennung zwischen Text und Illustration löst sich darin vollständig auf, eine Sehnsucht nach neuer Ganzheitlichkeit nach den Verheerungen zweier Weltkriege. Ein paar Schritte weiter liegt, in einer eigenen Vitrine, eine Lithografie aus „Daphnis und Chloé": Bereits 1939 hatte Tériade seinem Freund Marc Chagall vorgeschlagen, den antiken Hirtenroman des Longos zu illustrieren – einen Text, dessen Handlung, ob bewusst gewählt oder nicht, ausgerechnet auf Lesbos spielt, auf der Insel, von der Tériade selbst stammte. Chagall zögerte lange, aus Rücksicht auf die bereits bestehende Fassung seines Freundes Pierre Bonnard, und sagte erst nach dessen Tod 1952 endgültig zu. Es ist ein leiser Treppenwitz der Kunstgeschichte, dass ausgerechnet der Tod eines Freundes die Bahn freigab für ein Werk, auf das Lesbos da schon dreizehn Jahre gewartet hatte. Zweimal reiste Chagall daraufhin nach Griechenland, 1952 und 1954, um sich in die Atmosphäre der antiken Pastorale einzufühlen, ehe er in den Jahren danach die Bildfolge schuf, die vor uns unter Glas liegt und die man heute als Höhepunkt seiner grafischen Kunst betrachtet – ein Werk, das über den Umweg Frankreichs auf sein eigentliches Ursprungsland zurückweist, wie ein Kreis, der sich schließt.

Ein Ausflugsboot ruht am Kai von Skala Sikamineas, Terrakottadächer klettern gemächlich den Hügel hinauf, Pinien werfen ihren Schatten über die Tavernentische, und ein paar Badende tummeln sich am Strand als gehöre die Zeit hier niemandem so recht. Gegenüber, außerhalb dieses Ausschnitts, wacht auf einem Felsplateau die Kapelle Panagia Gorgona über die Bucht — eine Madonna mit Fischleib, deren Herkunft kein Chronist kennt, deren Wirkung aber jeder Fischer des Ortes zu kennen glaubt. Stratis Myrivilis, geboren im nahen Sykaminia, verlieh ihr 1949 literarische Unsterblichkeit mit seinem Roman "Die Madonna mit dem Fischleib" (griech. „Η Παναγιά η Γοργόνα") — einer Geschichte über Heimkehr, Meer und den schmalen Grat zwischen Aberglaube und Glauben. Wer heute am Kai steht, sieht nur ein Boot, ein paar Häuser, das Wasser: die Kapelle bleibt unsichtbar und ist doch, wie jede gute Legende, längst überall im Bild.
 | Foto: Daniel j. Basler
  • Ein Ausflugsboot ruht am Kai von Skala Sikamineas, Terrakottadächer klettern gemächlich den Hügel hinauf, Pinien werfen ihren Schatten über die Tavernentische, und ein paar Badende tummeln sich am Strand als gehöre die Zeit hier niemandem so recht. Gegenüber, außerhalb dieses Ausschnitts, wacht auf einem Felsplateau die Kapelle Panagia Gorgona über die Bucht — eine Madonna mit Fischleib, deren Herkunft kein Chronist kennt, deren Wirkung aber jeder Fischer des Ortes zu kennen glaubt. Stratis Myrivilis, geboren im nahen Sykaminia, verlieh ihr 1949 literarische Unsterblichkeit mit seinem Roman "Die Madonna mit dem Fischleib" (griech. „Η Παναγιά η Γοργόνα") — einer Geschichte über Heimkehr, Meer und den schmalen Grat zwischen Aberglaube und Glauben. Wer heute am Kai steht, sieht nur ein Boot, ein paar Häuser, das Wasser: die Kapelle bleibt unsichtbar und ist doch, wie jede gute Legende, längst überall im Bild.
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Unter den alten Ölbäumen von Varia verbirgt sich, wie sich zeigt, nicht nur dieses eine Haus. Nur wenige Schritte entfernt steht ein zweites, kleineres und älteres Museum – getrennt nur durch eine Handvoll Olivenbäume, und doch, wie zwei ungleiche Kapitel eines gemeinsamen Vermächtnisses, das sich erst im Zusammenspiel beider Häuser ganz erschließt. Mamouni führt mich hinüber, und der Charakter des Ortes verändert sich unvermittelt: Statt der kühlen Eleganz der Grands Livres hängen hier grellbunte, fast kindlich anmutende, auf Stoff gemalte Bilder – der greifbarste Beweis dafür, dass Tériade, erklärt Mamouni, nie den Bezug zu seiner griechischen Heimat verloren habe, am eindrücklichsten sichtbar in seiner Entdeckung des naiven Malers Theophilos Kephalas, auch bekannt als Theophilos Hatzimichail, hier in Varia geboren. Der Sohn eines Schusters habe zeitlebens unbeirrt die Fustanella getragen, den weißen Faltenrock der griechischen Freiheitskämpfer, der auf Lesbos längst als exotisch und aus der Zeit gefallen gegolten habe, und sei dafür verspottet worden, mehr als einmal hinter vorgehaltener Hand. Mit derselben Unbeirrbarkeit habe er die Wände der Kaffeehäuser mit seinen volkstümlichen Bildern bemalt – und sei 1934 gestorben, ohne die Anerkennung je zu erleben, die sein Werk erst durch Tériade finden sollte.
Was man an ihm belächelt hatte – die Fustanella, die schlichten Wandbilder in den Kaffeehäusern –, wurde, kaum dass er tot war, zu dem, was man an ihm zu bewundern begann. Tériade, der ihn einige Jahre zuvor entdeckt und gefördert hatte, habe dafür gesorgt, dass seine Bilder 1936 in Paris und 1961 im Louvre ausgestellt wurden, und habe 1964 in Varia das Theophilos-Museum finanziert – in unmittelbarer Nachbarschaft des Baus, den er fünfzehn Jahre später für sein eigenes Verlagswerk errichten ließ. Während er in Paris also die Speerspitze der Abstraktion kuratierte, rettete er auf Lesbos eine unschuldige, fast byzantinisch anmutende Volkskunst vor dem Vergessen – ein doppeltes Erbe, das hier, durch einen Olivenhain getrennt und doch unter demselben Himmel vereint, tatsächlich nebeneinander steht: die Verve-Ausgaben mit Umschlägen von Bonnard, Braque und Matisse im einen Haus, die farbenfrohen Stoffbilder des Schusterssohns Theophilos im Raum, in dem wir nun stehen. Es ist, als hätten die beiden Häuser bewusst getrennte Wege gewählt, verbunden nur durch das silbrige Laub dazwischen – zwei Vermächtnisse, die einander nah sein dürfen, ohne ineinander aufzugehen.

Zurück in der Museum-Bibliothek, bleibt Ismini Mamouni schließlich noch einmal vor der Vitrine mit den Grands Livres stehen und sagt etwas, das mir während der ganzen Führung im Ohr bleibt: dass Tériade seine Sammlung, statt sie nach Athen zu geben, in sein Heimatdorf brachte, sei ein Akt der kulturellen Umverteilung gewesen, lange bevor dieses Wort in Verwaltungsberichten Karriere machte. Er habe die Moderne dorthin zurückgeholt, wo ihre Wurzeln – im mediterranen Licht, in der antiken Erzählung, in der Landschaft selbst – ohnehin schon lagen. Der Verleger, sagt sie, sei kein passiver Vermittler von Ideen gewesen, vielmehr ein Schöpfer von Kulturräumen, dessen unsichtbare Regie hinter den Kulissen der Pariser Moderne bis heute unterschätzt werde. Es ist, als wiederholten die beiden benachbarten Häuser im Kleinen, was die Insel im Großen vorführt: zwei Ordnungen des Sehens, die einander nicht bekämpfen, vielmehr, durch einen Hain getrennt, nebeneinander bestehen.
Der letzte Tag führt mich an die Südküste, nach Plomari, gut vierzig Kilometer südwestlich von Mytilini – von dort aus gesehen liegt die Inselhauptstadt in nordöstlicher Richtung, jenseits eines Gebirgszuges, den man auf der Serpentinenstraße überqueren muss, um in dieses zweitgrößte Städtchen der Insel zu gelangen. Plomari ist wie Agiasos amphitheatralisch errichtet, und schmiegt sich in die südlichen Ausläufer des Olympos-Massivs, doch hier endet die stufenförmige Arena am Meer, nicht am Himmel. Der Sturzbach Sedounta, nach dem der Ort einst schlicht „Potamos" – Fluss – hieß, durchschneidet die Ortschaft, und sein weiches Quellwasser ist bis heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Rezeptur, mit der die hiesigen Ouzo-Häuser ihr Destillat verfeinern. Plomari gilt mit einiger Berechtigung als Hauptstadt des griechischen Ouzo: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird hier in kleinen Kupferbrennkesseln destilliert, und ein Teil dieser Handwerkstradition reicht bis in die Küstenstädte Kleinasiens zurück – bis nach Smyrna und in die umliegenden Regionen, aus denen griechische Familien, kundig im Bau kupferner Alambics – bauchiger Destillierkolben mit langem Schwanenhals, wie sie bis heute in Plomaris Brennereien stehen –, nach der Vertreibung der Griechen aus Kleinasien 1922 auf die Insel flohen und ihr Wissen um Anis, Fenchel und das Gespür für die Hitze des Feuers unter den Brennkesseln mitbrachten.

Vor der reich bestückten Vitrine des Women's Cooperative of Petra im kleinen Fischerort an der Nordküste von Lesbos, dessen Fenster den Blick unmittelbar auf die Ägäis freigeben, stehen Magda Chioti (Gründerin der Kooperative) und ihre Tochter Eleni (heutige Vorsitzende) – zwei von inzwischen fünfzehn Frauen, die sich 1983 zur ersten Frauengenossenschaft Griechenlands zusammenschlossen. Wer hier Platz nimmt, isst nicht nur, was die Insel seit Generationen auf ihre eigene, unverstellte Weise zubereitet; er erfährt, kaum ist der erste Bissen genommen, etwas vom eigentlichen Wesen von Lesbos: ein stilles Einverständnis zwischen kulinarischer Überlieferung, weiblicher Behauptung und einer Gastfreundschaft, so beständig und selbstverständlich wie die Wellen, die drunten gegen die Kaimauer des Hafens schlagen.
 | Foto: Daniel J. Basler
  • Vor der reich bestückten Vitrine des Women's Cooperative of Petra im kleinen Fischerort an der Nordküste von Lesbos, dessen Fenster den Blick unmittelbar auf die Ägäis freigeben, stehen Magda Chioti (Gründerin der Kooperative) und ihre Tochter Eleni (heutige Vorsitzende) – zwei von inzwischen fünfzehn Frauen, die sich 1983 zur ersten Frauengenossenschaft Griechenlands zusammenschlossen. Wer hier Platz nimmt, isst nicht nur, was die Insel seit Generationen auf ihre eigene, unverstellte Weise zubereitet; er erfährt, kaum ist der erste Bissen genommen, etwas vom eigentlichen Wesen von Lesbos: ein stilles Einverständnis zwischen kulinarischer Überlieferung, weiblicher Behauptung und einer Gastfreundschaft, so beständig und selbstverständlich wie die Wellen, die drunten gegen die Kaimauer des Hafens schlagen.
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Was in Konstantinopel, Smyrna oder Alexandria einst florierte, fand in Plomari eine neue, dauerhafte Heimat, und aus diesem Zusammenspiel von Vertreibung und Ankunft erwuchs ein Exportgut, das heute in mehr als vierzig Länder verschickt wird. Auch hier, wie schon auf den Hängen von Agiasos und in den Sälen von Varia, wiederholt sich dieselbe Lektion, die diese Insel ihren Menschen über Generationen beigebracht zu haben scheint: Verlust und Vertreibung werden nicht betrauert, vielmehr aufgenommen und umgearbeitet, bis aus dem Verlorenen, kaum bemerkt, die Substanz des Neuen geworden ist.
Am Hafen erwartet mich Ntinos Kalialis, den alle nur Dinos nennen, Eigentümer von Seafari Adventures, einem kleinen, seit 2018 bestehenden Unternehmen, das er gemeinsam mit seiner Partnerin Aspasia führt. Er reicht mir die Hand, wirft einen prüfenden Blick aufs Wasser und sagt nur: „Heute ist das Meer fast wie Öl" – so beiläufig gesagt, wie nur einer es sagen kann, der dieses Wasser jeden Tag vor Augen hat. Sein Boot liegt schon bereit am Kai, ein schnittiger, unaufdringlicher Küstencruiser, kompakt genug, um in die schmalen Einschnitte der Südküste vorzudringen, die größeren Ausflugsschiffen schlicht verschlossen bleiben.
Bevor wir ablegen, führt mich Dinos noch kurz in sein kleines Hafenbüro, einen einzigen Raum, dessen Inventar seine verschiedenen Aktivitäten widerspiegelt – Seekarten, Rettungswesten und anderes marines Gerät neben Flyern für seine Touren, zu denen auch sachkundig geführte Wandererkundungen und MTB-Ausfahrten ins Hinterland gehören –, wo ich zufällig auf Maria Koulakidou treffe, internationale Medienexpertin der renommierten, staatlich geförderten Tourismusorganisation Marketing Greece. Sie ist über eine aufgefaltete Karte der Südküste gebeugt, die Dinos seinen Gästen mitgibt, studiert sie regelrecht und macht sich Notizen – eigens hierhergekommen, um sich, fernab der pauschalen Reiseprospekte und der geschönten Bilder sozialer Medien, ganz unmittelbar über die touristische Situation vor Ort zu erkundigen.

Mit erhobenem Daumen und einem Lächeln ohne jede Pose steht Ntinos Kalialis – von allen nur Dinos genannt – am Bug seines Bootes vor der schroffen Küste bei Plomari: Sohn einer Familie von Olivenbauern, deren Handwerk er bis heute fortführt, gründete er 2018 gemeinsam mit seiner Frau Aspasia das Unternehmen Seafari Adventures und führt seither selbst die Touren zu den verborgenen Buchten und warmen Quellen der Insel, deren Geschichten er unterwegs erzählt, so wie nur ein Einheimischer sie kennt.
 | Foto: Daniel J. Basler
  • Mit erhobenem Daumen und einem Lächeln ohne jede Pose steht Ntinos Kalialis – von allen nur Dinos genannt – am Bug seines Bootes vor der schroffen Küste bei Plomari: Sohn einer Familie von Olivenbauern, deren Handwerk er bis heute fortführt, gründete er 2018 gemeinsam mit seiner Frau Aspasia das Unternehmen Seafari Adventures und führt seither selbst die Touren zu den verborgenen Buchten und warmen Quellen der Insel, deren Geschichten er unterwegs erzählt, so wie nur ein Einheimischer sie kennt.
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„Lesbos ist vielschichtig und bleibt sich selbst treu. Sie ist eine ungewöhnliche Insel, geprägt von unterschiedlichen Landschaften, die auf wunderbare Weise miteinander harmonieren, und von Menschen, die einen einladen, ihrem Rhythmus zu folgen und Teil ihrer Lebensweise zu werden", sagt sie, ohne von der Karte aufzusehen, während draußen ein Fischer einen klapprigen, mit einem großen Netz beladenen Karren vorbeischiebt. Sie lacht kurz, herzlich und unbefangen, faltet die Karte zusammen und fügt hinzu, man merke sofort, dass hier weder die laute Party- und Clubszene mancher anderer ägäischer Inseln noch deren Tempo herrsche, es komme eher einer tief verwurzelten Philosophie des Wohlbefindens und der unaufgeregten Lebensfreude gleich. Wie sie halb scherzhaft anmerkt, reichten modische Begriffe wie Well-Being oder Good Vibes kaum aus, um dieses Lebensgefühl wirklich zu beschreiben – auch wenn sie schnell zur Hand seien.
. „Wer sich wirklich auf diesen Ort und seine Menschen einlässt", fährt sie fort und steckt ihr Heft in die Tasche, „hat mit etwas Glück das Privileg, die einzigartige Energie der Insel zu spüren und hier eine langsamere, sinnstiftendere Lebensweise wiederzuentdecken, die den Blick auf die Dinge verändern kann."

Ich notiere mir ihre Worte, während draußen Athena, Dinos' Mitarbeiterin, eine Kiste mit Proviant und Getränken über die pralle Schlauchwand ins Boot hinüberhievt. Kurz darauf legen wir ab: Das Meer liegt an diesem Vormittag in einer Ruhe, die keine Übertreibung verlangt. Wir gleiten aus dem Hafenbecken hinaus, und nach gut zwanzig Minuten Fahrtzeit erreichen wir, wie gebannt, eine schmale Felsspalte, in der sich, halb verborgen, eine kleine weiße Kapelle duckt: Panagia Krifti (griechisch Παναγιά Κρυφτή) – auf Deutsch etwa „die verborgene" oder „die versteckte Gottesmutter". „Da drüben", sagt Dinos, „führt keine Straße hin. Ein schmaler Pfad gibt es, von der Rückseite her, von Melinda aus – aber wer kann, kommt mit dem Boot." Am Fuß der Felsen, erzählt er weiter, träten warme Quellen aus dem Gestein, in denen man, wie es die Pilger seit jeher tun, nach dem stillen Besuch bei der Ikone baden könne – ein kleiner, in sich geschlossener Kosmos aus Glaube, Fels und heißem Wasser, den es so kein zweites Mal auf der Insel gebe. Dann setzen wir die Fahrt fort, dem Verlauf der Steilküste folgend, die sich in immer neuen Winkeln und Einbuchtungen weiterzieht: Er erzählt von Kirchen und Windmühlen, die nur vom Meer aus sichtbar sind, von den wenigen Siedlungen, die, weil keine durchgehende Straße sie erreicht, bis heute etwas von ihrer ursprünglichen Abgeschiedenheit bewahrt haben, und drosselt dabei immer wieder sacht den Motor, um näher an die Felsen heranzugleiten, so nah, wie sein Tiefgang es erlaubt, als kenne er jede Untiefe und jeden Felsvorsprung dieser Küste auswendig.

Etwa zehn Kilometer westlich der Hafenstadt Plomari liegt eine Bucht, die sich nur dem öffnet, der sich einem Boot anvertraut — keine Straße führt hierher, nur das Wasser selbst zeigt den Weg zwischen den Felswänden. Verborgen zwischen Stein und Macchia liegt Panagia Krifti, wörtlich die „verborgene Muttergottes": eine winzige Kapelle, buchstäblich in eine Felshöhle gebaut, zu der der Legende nach einst eine Mutter mit ihrem Kind vor osmanischen Reitern floh und Zuflucht fand. Das Wasser changiert glasklar zwischen Türkis und Tiefblau, und eine geologische Besonderheit der Bucht sind die vulkanischen Felsformationen, aus deren Tiefen unterirdische, warme Thermalquellen direkt ins Meer sprudeln. Wer heute mit einem kleinen Boot hier anlegt, merkt schnell: Bequemlichkeit war nie der Sinn dieses Ortes — nur wer den Weg über das Wasser auf sich nimmt, spürt die fast andächtige, spirituelle Aura, die zwischen Fels und Kapelle liegt, seit hier zum ersten Mal jemand Zuflucht suchte.
 | Foto: Daniel J. Basler
  • Etwa zehn Kilometer westlich der Hafenstadt Plomari liegt eine Bucht, die sich nur dem öffnet, der sich einem Boot anvertraut — keine Straße führt hierher, nur das Wasser selbst zeigt den Weg zwischen den Felswänden. Verborgen zwischen Stein und Macchia liegt Panagia Krifti, wörtlich die „verborgene Muttergottes": eine winzige Kapelle, buchstäblich in eine Felshöhle gebaut, zu der der Legende nach einst eine Mutter mit ihrem Kind vor osmanischen Reitern floh und Zuflucht fand. Das Wasser changiert glasklar zwischen Türkis und Tiefblau, und eine geologische Besonderheit der Bucht sind die vulkanischen Felsformationen, aus deren Tiefen unterirdische, warme Thermalquellen direkt ins Meer sprudeln. Wer heute mit einem kleinen Boot hier anlegt, merkt schnell: Bequemlichkeit war nie der Sinn dieses Ortes — nur wer den Weg über das Wasser auf sich nimmt, spürt die fast andächtige, spirituelle Aura, die zwischen Fels und Kapelle liegt, seit hier zum ersten Mal jemand Zuflucht suchte.
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Wir ankern schließlich in einer Bucht von einem Türkis so rein und glasklar, dass sich der Ankergrund noch in mehreren Metern Tiefe abzeichnet, in der außer Zikaden und dem leisen Klopfen des Wassers gegen den Rumpf nichts zu hören ist, und ich denke, während ich ins Wasser gleite, an die vergangenen Tage: an die Fähre, die mich in der Nacht hierher trug, an Toula Makrellis Satz über die Kinder, die ihr Dorf nicht mehr verlassen müssen, an Tériades Bücher, die er aus Paris zurück in sein Heimatdorf brachte, an Dinos und an das Gespräch mit Maria – sie alle spinnen auf ihre Weise genau denselben Faden fort: der eine mit dem Boot, die andere mit dem Gespür für die Zukunft dieser verletzlichen, weisen Insel.

Vier Tage, eine Insel – und doch reicht diese kurze Zeit, um zu begreifen, dass Lesbos sich weniger als Ziel denn als Text lesen lässt: als eine Landschaft aus Rückkehr und Bewahrung, in der Menschen wie Toula Makrelli, Konstantinos Vourgiotis, Ismini Mamouni und Ntinos Kalialis, jeder auf seine Weise, denselben Satz weiterschreiben – den Satz von einer Heimat, die man weniger verlässt, um sie zu finden, als bewahrt, indem man in ihr bleibt oder zu ihr zurückkehrt. Die Fähre, die mich am Abend wieder gen Piräus bringen wird, liegt schon am Kai, und ich weiß, während ich meinen letzten Blick auf die Festung von Mytilini werfe, dass ich nicht nur eine Insel besucht, vielmehr ein Buch gelesen habe – eines, dessen Seiten aus Stein, Wasser, Ouzo und Erinnerung bestehen, und das, wie alle guten Bücher, mehr Fragen zurücklässt, als es beantwortet hat. Vielleicht liegt die eigentliche Gabe dieser Insel genau darin: dass sie einen lehrt, wie viel Geduld das Ankommen braucht – und wie wenig Eile die Rückkehr verträgt.

Text / Fotos: Daniel J. Basler

Reise-Infos und Tipps
Auf den folgenden offiziellen Webseiten finden sich hilfreiche Informationen zur nordöstlichen Ägäis und zur Insel Lesbos, darunter zu Geschichte, Kultur und Natur, zu Orten wie Mytilini, Molyvos und Plomari, zu Ausflugszielen und Aktivitäten sowie zum Lesbos Island UNESCO Global Geopark. Ebenfalls vorgestellt werden die Therma Spa Lesvos, deren warmes, vulkanisch geprägtes Mineralwasser ohne künstliche Zusätze in die Becken fließt und bereits nahezu Körpertemperatur hat. Darüber hinaus enthalten die Seiten aktuelle Öffnungszeiten, Anfahrtswege und saisonale Hinweise:

www.discovergreece.com, www.discovergreece.com/de/north-aegean-islands/lesvos, www.steliosstamatis.gr/index.php?new_lang=en, www.lesvosmuseum.gr/en, www.lesvosgeopark.gr/en/, www.ouzoplomari.gr/en/plomari, www.museumteriade.gr/en/, www.visitagiasos.gr, www.lesvos-travel.com/womens-cooperative/, thermaspalesvos.com/en/ und www.seafariadventures.gr

Anreise
Als Griechenlands führende Star-Alliance-Fluggesellschaft verbindet Aegean Airlines Europa nahtlos mit dem griechischen Festland. Gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Olympic Air bedient sie zudem nahezu jeden regionalen Inselflughafen — darunter Lesbos, Mykonos, Naxos, Paros, Samos, Kos und Zakynthos. Buchbar sind Flüge direkt über die offizielle Website aegeanair.com.

Restaurant-Empfehlungen
Was dieses so vielfältige und gesegnete Eiland hergibt — und wo man begreift, dass Gastfreundschaft auf Lesbos weniger Geste als Lebenshaltung ist: Die Ouzeri Antonis im Bergdorf Kagiani, hoch über den Lichtern Mytilinis, und die Women's Cooperative of Petra, im gleichnamigen kleinen Fischerort an der wilden Nordküste gelegen, zählen zu den Adressen, an denen sich Lesbos' Küchentradition am unverstelltesten erschmecken lässt. Wer es urbaner mag, findet mitten in der Inselhauptstadt, in einer malerischen Gasse des historischen Ladadika-Viertels, mit dem BOEM Ladadika eine ebenso verlässliche Taverne: frisch zubereitete griechische Mezedes, herzhafte Fleischgerichte wie saftiges Souvlaki und ein Glas vom lokalen Ouzo, der die Insel in einem einzigen Schluck zusammenfasst.

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Autor:

Daniel Basler aus Karlsruhe

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