Kleinstes Kreuzfahrtschiff Deutschlands
Katharina von Bora
- Foto: Michael Bartholomaeus
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Der Kellner serviert mir zum Frühstück, genau das eine Spiegelei mit Petersilie und nur einseitig
gebraten, wie ich das auch am Vortag bestellte. Ganz automatisch und ohne meine aktuelle Bestellung.
Das auf dem kleinsten Kreuzfahrtschiff Deutschlands.
80 Gäste, 4 Flüsse und keine Eile.
Draufblick vom Niederwaldtempel und Denkmal.
Winzig, doch mit Haltung, liegt das liebenswerte Kreuzfahrtschiff im Hafen von Rüdesheim
und wirkt schon fast verloren zwischen den 135-Meter-Riesen.
Nur 70 Meter lang, 9 Meter breit und lediglich 80 Passagiere.
Das ist die MS Katharina von Bora von Nicko Cruises.
Das kleinste Fluss-Kreuzfahrtschiff Deutschlands. Und genau das ist ihr Konzept.
Kein Wasserpark und keine Hüpfburg. Kein Theater mit 800 Plätzen.
Stattdessen: Holz, warme Farben, Gemälde, Bücher- Spiele- Regale und ein Service der jede Vorliebe
des Gastes kennt.
Getauft ist das Schiff auf die Frau von Martin Luther.
Das passt dann auch. Denn hier geht es um Bescheidenheit, Tiefe und Zeit.
Das Leben an Bord ist wie ein Besuch bei Freunden.
Kleine gemütliche Kabine mit 12 qm und Klimaanlage. Kühlschrank und SAT-TV.
Kein weiteres Schnickschnack. Dafür ist das Bett gut genau richtig und die Dusche hat Druck.
Ein Panorama-Restaurant mit 80 Stühlen befindet sich im vorderen Teil des Kreuzfahrers.
Morgens Büffet, abends wird ein 4-Gänge-Menü serviert.
Der Restaurant-Direktor fragt regelmäßig die Gäste ob alles in Ordnung war und anfangs nach
den individuellen Unverträglichkeiten.
Nachmittags und abends trifft man sich auf dem Sonnendeck auf den Stühlen oder Liegen bei Cocktails
und kühlen Drinks.
Nach dem Essen wird im Salon mit wohligen Sesseln gechillt oder bei Livemusik getanzt.
Man kann dem Kapitän beim Anlegen zusehen und hört die Schleusenwärter an der Mosel funken.
Die Crew besteht aus 35 internationalen Personen. Verhältnis 2,3 Gäste pro Crewmitglied.
Deine zugeteilte Servicekraft weiß am 2. Tag, dass du deinen Wein lieber trocken magst.
Das ist der große Unterschied. Auf großen Schiffen bist du "Kabine 2.524".
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Hier bist du "Herr Höhner aus Karlsruhe".
Wo die Großen nicht reinpassen fährt die "Katharina von Bora.
Das erklärt die große Beliebtheit.
Auf dem Rhein von Basel bis Düsseldorf. Enge Kurven, Burgen so nah, dass man diese fast berühren
könnte. Anlegestellen mitten in der Stadt. Kein Shuttle notwendig.
Der Neckar ist eng, die Schleusen klein, Heidelberg,
Heilbronn und Stuttgart. Nur Schiffe bis 80 m kommen durch.
Weinberge bis ans Wasser so auch auf der Mosel, Cochem,
Bernkastel
und Trier.
Die edlen weltbekannten Riesling Steilhänge, die sehr schwer zu bewirtschaften sind.
Der Winzerstuben winken zur Einkehr.
Die Saar gilt als Geheimtipp. In Saarburg befindet sich der Wasserfall direkt am Marktplatz.
Einzigartig in Europa!
In Saarbrücken trifft die Industriekultur mit Völklingen auf die legendäre Saarschleife.
Hier ist man mit 80 Gästen noch Exot.
Klaus und Pia aus Bornheim bei Worms:
"Auf den großen Schiffen fühlen wir uns wie in großstädtischen
Einkaufszentren. Doch nicht auf der Katharina von Bora! Es ist wie Ferienwohnung mit Halbpension.
Und wir erreichen Ortschaften, die wir sonst nie besuchen würden. Auch in Saarburg waren wir noch nie."
Genau das ist Nicko Cruises Rechnung: Weniger Masse, mehr Ort. Ausflüge mit 15 Leuten statt 150.
Stadtführungen mit einem Guide ohne Stress für Fragen.
Fazit:
Klein ist das neue Luxus!
Die "Katharina von Bora" ist kein Schiff für Animation und Poolpartys. Sie ist für Individuen,
die Flusskreuzfahrt wieder als Reisen verstehen. Slow Cruising für Paare 50+, Genießer, Kontaktsuchende.
Für wen nicht? Wer Animation, 24h-Buffet und 5 Bars braucht.
Um die 1.000,00 - 1.500,00 € für 8 Tage Rhein/Mosel inkl. Vollpension.
Die Reederei ist Nicko Cruises Stuttgart.
Am letzten Morgen legt die Dame mit leiser Nicko-Musik vom Bordlautsprecher ab. Leise, ohne Aufsehen,
kein Nebelhorn, und nur das leichte Blubbern der Mosel am Rumpf legt Zeugnis der Weiterfahrt ab.
Und 80 Leute, die oben stehen und zum Abschied winken.
So verabschiedet man sich von Deutschlands kleinstem Kreuzfahrtschiff. Und kommt wahrscheinlich wieder.
Im Detail:Link zum Schiff
Autor:Michael Bartholomaeus aus Karlsruhe |
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