Demokratiebildung in VR
Filmboard präsentiert neue Demokratie-Projekt-Website
- Junge Menschen ergründen die Tiefen des deutschen Grundgesetzes mithilfe von VR.
- Foto: Oliver Langewitz
- hochgeladen von Heinz Schablowski
Nicht zuletzt die Ergebnisse der Wahlen in Sachsen-Anhalt haben gezeigt, wie wichtig eine wehrhafte Demokratie ist. Nun sind die Menschen in Deutschland mehr denn je gefragt, sich mit unserem Grundgesetz und den demokratischen Prinzipien unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Genau hier setzt das Karlsruher Projekt „Im Labyrinth der Demokratie: Finde Deinen Weg!“ an: Mit Virtual Reality, interaktiven Geschichten und begleitenden Workshops macht es die Grundrechte nicht nur verständlich, sondern unmittelbar erlebbar. Ab sofort informiert die neue Website www.labyrinth-der-demokratie.de umfassend über das Projekt.
Das vom Filmboard Karlsruhe e. V. initiierte Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene, darüber hinaus aber auch an alle Menschen, die sich mit Demokratie, Grundrechten und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen möchten. Schulen, Bildungseinrichtungen, Institutionen und Unternehmen können über die neue Website ab sofort Workshops und Projektpräsentationen anfragen.
Nicht nur über Demokratie sprechen – Demokratie erleben
Im Zentrum von „Im Labyrinth der Demokratie“ stehen immersive VR-Episoden, die sich jeweils mit Artikeln des Grundgesetzes beschäftigen. Anders als bei klassischen Filmen bleiben die Teilnehmenden dabei nicht in der Rolle passiver Zuschauerinnen und Zuschauer. An entscheidenden Stellen müssen sie selbst Position beziehen. Ihre Entscheidungen beeinflussen den Fortgang und Ausgang der Geschichte.
So wird aus einem abstrakten Grundrecht eine konkrete persönliche Erfahrung: Wie entscheide ich mich, wenn Menschenwürde verletzt wird? Was bedeutet Pressefreiheit, wenn wirtschaftlicher oder politischer Druck entsteht? Wann ist Zivilcourage gefragt – und welche Konsequenzen hat es, wenn Menschen wegsehen?
Das Projekt verbindet dafür Virtual Reality mit interaktiver Dramaturgie und einem Blended-Learning-Konzept. Die VR-Erfahrung wird durch moderierte Workshops ergänzt, in denen die Teilnehmenden ihre Entscheidungen vergleichen, deren Konsequenzen diskutieren und den Bezug zum Grundgesetz herstellen. Ziel ist es, demokratische Prinzipien nicht lediglich zu vermitteln, sondern einen Raum für Reflexion, Diskussion und eigene Haltung zu schaffen.
Demokratie-Workshops jetzt buchbar
Mit der neuen Website wird das Projekt nun auch leichter für Bildungseinrichtungen und andere Organisationen zugänglich. Schulen, Jugend- und Bildungseinrichtungen, Institutionen sowie Unternehmen können „Im Labyrinth der Demokratie“ ab sofort für eigene Veranstaltungen buchen.
Dabei versteht sich das Angebot ausdrücklich nicht nur als klassisches schulisches Bildungsformat. Auch Unternehmen und Organisationen können das VR-Erlebnis beispielsweise im Rahmen von Weiterbildung, Teamentwicklung, gesellschaftlichem Engagement oder Veranstaltungen zu Demokratie, Haltung und gesellschaftlicher Verantwortung einsetzen.
„Demokratie darf für junge Menschen kein abstraktes Kapitel aus einem Schulbuch bleiben“, sagt Dr. Oliver Langewitz, Projektleiter und geschäftsführender Vorstand des Filmboard Karlsruhe e. V. „Wir wollen Situationen schaffen, in denen die Teilnehmenden selbst entscheiden müssen. Denn in einer Demokratie geht es letztlich immer auch um die Frage: Welche Haltung nehme ich ein, wenn es darauf ankommt? Virtual Reality kann diese Entscheidungssituationen mit einer Intensität vermitteln, die klassische Bildungsmedien nur schwer erreichen.“
Projektpräsentation beim Kommunikationskongress in Berlin
Wie sich Virtual Reality als strategisches Kommunikationsmedium insbesondere für junge Zielgruppen einsetzen lässt, präsentiert das Filmboard Karlsruhe in der kommenden Woche auch beim Kommunikationskongress in Berlin.
Am 17. September 2026 von 11:55 bis 12:25 Uhr stellen Dr. Oliver Langewitz und Prof. Dr. Matthias Wölfel, Leiter des Instituts für Intelligente Interaktion und Immersive Erfahrung (IIIX) der Hochschule Karlsruhe, das Projekt gemeinsam in einem Workshop vor.
Unter dem Titel „Im Labyrinth der Demokratie: Der Einsatz von Virtual Reality-Technologie als strategisches Kommunikationsmedium für junge Zielgruppen – Warum erreicht politische Kommunikation junge Zielgruppen oft nicht mehr?“ gehen Langewitz und Wölfel der Frage nach, warum klassische Kommunikationsformate bei jüngeren Zielgruppen zunehmend an Resonanz verlieren und welche Möglichkeiten immersive Medien eröffnen.
Am konkreten Beispiel von „Im Labyrinth der Demokratie“ zeigen sie, wie sich Interaktivität, Narration und XR-Technologie verbinden lassen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, komplexe gesellschaftliche Inhalte erfahrbar zu machen und Partizipation zu fördern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kommunikationskongresses erhalten dabei auch die Möglichkeit, die VR-Experience selbst auszuprobieren.
Das Projekt wird gefördert durch die Innovationsfonds 2025 des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!, dem Stadtjugendausschuss Karlsruhe und dem Lions-Club Karlsruhe-Mitte sowie dem Lions-Club Distrikt-SN.
Autor:Heinz Schablowski aus Karlsruhe |
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