Spionage-Verdacht: Festnahme wegen Agententätigkeit für Russland
- Beamte des Bundeskriminalamts haben in Berlin einen Mann festgenommen, der für einen russischen Geheimdienst spioniert haben soll. Der Verdächtige steht laut Generalbundesanwalt im Verdacht, sensible Informationen über Militär, Rüstungsindustrie und mögliche Sabotageziele weitergegeben zu haben.
- Foto: Michael/stock.adobe.com
- hochgeladen von Jens Vollmer
Berlin. Am Dienstag, 28. April, haben Beamte des Bundeskriminalamts in Berlin einen kasachischen Staatsangehörigen festgenommen. Grundlage war ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof vom 23. April. Wie der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA) mitteilt, steht der Mann im Verdacht, für einen ausländischen Geheimdienst gearbeitet zu haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Beschuldigte Sergej K. spätestens seit Mai 2025 von Deutschland aus in regelmäßigem Kontakt zu einem russischen Geheimdienst gestanden haben. Ermittler gehen davon aus, dass er seinem Führungsoffizier zahlreiche Informationen übermittelt hat. Darunter waren Angaben zur militärischen Unterstützung Deutschlands für die Ukraine sowie Informationen über die deutsche Rüstungs- und Verteidigungsindustrie, insbesondere zu Unternehmen, die Drohnen und Roboter entwickeln.
Außerdem soll der Mann wiederholt Fotos von öffentlichen Gebäuden in Berlin sowie von militärischen Konvois auf Autobahnen weitergeleitet haben, darunter auch den Konvoi eines NATO-Staates. Laut Generalbundesanwalt informierte er seinen Kontakt zudem über mögliche Sabotageziele in Deutschland und bot an, weitere Personen für eine Spionage- und Sabotagegruppe zu rekrutieren. Die Ermittler durchsuchten neben seiner Wohnung auch die Räume einer weiteren Person, die nicht als tatverdächtig gilt. Sergej K. sollte am Mittwoch, 29. April, dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dieser entscheidet über den Vollzug der Untersuchungshaft.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |