Reisebericht Serie 3. Teil
4000 km Deutschland er"fahren" 3. Etappe

Geänderter Tourverlauf
18Bilder

Zu neuen Ufern und der "Perle" des Nordens. Beginn der Küstenetappen.

Nach einer geruhsamen Nacht erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Danach bekam ich vom Concierge den Hinweis, ein anderer Gast  hätte wohl bemerkt, dass das Motorrad irgendwie aussah als hätte es einen Platten.
Das sind natürlich Sätze, welche man gerade auf einer Großtour nicht so gerne hört. Also begab ich mich  umgehend zu meinem Gefährt um nach dem Rechten zu sehen und tatsächlich war der Hinterreifen platt wie eine Flunder. Nun war guter Rat teuer aber man ist ja zum Glück schon 40 Jahre im ADAC, welchen ich dann auch sogleich anrief. Während ich da nun so auf den gelben Engel wartete bekam ich auf Kosten des Hauses sogar noch ein Käffchen und überlegte dabei eine neue Tourstrategie. Schlimmstenfalls müsste ich jetzt hier in Friedeburg im Deutschen Haus ausharren, bis der Reifen repariert werden konnte. mein erster Gedanke war das Ventil und im Nachhinein ärgete ich mich, dass ich den Gedanken nicht weiterverfolgte. 
Nun kam der ADAC und pumpte mir erst einmal den Reifen auf und zeigete mir auf der Karte, wo ich wohl in der Nähe einen Reifenhändler finden würde. Ich fuhr den auch direkt an und er Untersuchte den Reifen. Es fand sich dann tatsächlich ein metallischer Gegenstand im Profil des Reifens und von da an war klar, dass die Ursache des nächtlichen Druckverlustes gefunden war. So glaubten wir zumindest. Nach Aussage des Reifenhändlers konnte ich durchaus weiterfahren, jedoch mit stündlichen Kontrollen des Reifendrucks.
Der Plan war, in westlicher Richtung durch einige Fehnkolonien zu fahren um dann nach Norden abzudrehen, dann an der Küste entlang bis zum Jadebusen und weiter Richtung Bremerhaven.
Tscha ne liebe Fehn, ist wohl dumm gelaufen denn in Anbetracht der Uhrzeit, es war nun schon halb zwölf, wäre die Etappe nicht mehr zu schaffen. Also habe ich die Tour auf der Calimoto Navi App umgestaltet. (Bild 1)
Mein Weg führte mich jetzt gleich mit Nordkurs nach Neuharlingersiel, das ist der Fährhafen zur Insel Spiekeroog. Für uns Binnenbewohner ist es jedesmal faszinierend dies Kleinen Häfen mit den ausgedehnten Stränden zu sehen. Dort traf ich dann sogar eine Familie aus Mannheim. Die sprachen allerdings Hochdeutsch und somit keine vertrauten Sprachklänge fern der Heimat. Aber auch das sollte sich in den nächsten Tagen noch ändern. Den Hafen in Neuharlingersiel zu beschreiben wäre müssig, schaut euch einfach die Bilder an!
Von hier aus ging es dann weiter über Carolinensiel an den Jadebusen, dessen Küstenverlauf ab Wilhelmshaven beginnt und dazwischen, immer mal wieder die Luft kontrollieren. Auf diesen Abschnitten stelle sich heraus, dass an der Nordseeküste entlang zu fahren von mir eher überbewertet wurde. Man sieht die Küste tatsächlich nur an den Hafenstädtchen und fährt ansonsten hinterm Deich und der ist verdammt hoch. Die Bauerngehöfte im Friesenstil  sind da eine willkommene Abwechslung. manche sind mit einfach gebrannten Backsteinen, andere mit Klinkern gemauert und wieder andere sind respektable Fachwerkhäuser die entweder mit Backsteinen oder mit Klinkern ausgefacht sind. Fachwerke, wie bei uns sieht man hier, wenn überhaupt, äußerst selten. Ein Hof größer als der Andere und manchmal waren es so viele Häuser, dass ich mit nicht sicher war, ob ich nun in einer Ortschaft bin oder in einer Zusammenballung von Bauernhöfen. Idyllisch hingegen, sah es überall aus. Für ein paar Kilometer des Weges fuhr ich sogar in Formation mit zwei anderen Bikern aus der Ecke und gelangte so nach Varel, das liegt südlich von Wilhelmshaven. Dort erstmal tanken, Käffchen und natürlich Luft prüfen.
Nun war es auch an der zeit, Kontakt mit meinem Leuchtfeuer in Nordholz aufzunehmen. Zum einen um meine Ankunft in ca, 2 Stunden zu avisieren und zum anderen um einen Reifenservice ausfindig zu machen, welcher auch Motorradreifen kann.
Dieser fand sich in Cuxhaven, machte allerdings in 2 Stunden zu. Der Tourverlauf musste nun ein weiteres mal umgeplant werden. Vorgesehen war quer durch die Wurster Nordseeküste nach Nordholz zu fahren.
Die Wurster Nordseeküste ist eine Verbandsgemeinde im Landkreis Cuvhaven . Sie reicht von nördlich Bremerhaven bis zum Stadtkreis von Cuxhaven oder auch die Perle des Nordens genannt und erstreckt sich dabei entlang der Wesermündung, welche schon Tidenhub hat und somit defacto zur Nordsee gehört. In Nordholz befindet sich ein großer Marinefliegerstützpunkt und Ende Juli findet dort der Deichbrand, ein mehrtägiges Popmusikfestival statt.
Nun musste ich allerdings zügig nach Cuxhaven um bei dem Reifenservice noch vorstellig zu werden, in der Hoffnung, dass bis Samstags ein neuer Reifen nebst Schlauch zur Verfügung stehen würde. Auf dem Weg zum Wesertunnel überquerte ich dann auch die Jade (die mit dem Busen). Ich schaffte es noch rechtzeitig bei der Niederlassung einer großen, Norddeutschen Reifenfirma aufzuschlagen und man gab sich dort redlich Mühe mir in meiner misslichen Lage zu helfen. Dennoch konnte ich mit der Reparatur erst am Montag rechnen, weil der Lieferant es zum Wochenende nicht mehr schaffte.
So wurde das geplante Wochenende halt um einen Tag länger was jetzt auch nicht sooo schlimm sein sollte. War ich doch mit Kost und Logis ohnehin bestens und auch wohlfeil versorgt und wer weiß, vielleicht bringt es ja noch eine kleine Überraschung mit sich.
So lief ich nun doch relativ entspannt in Nordholz ein und ließ bei einem Begrüßungskäffchen den Tag noch mal Revue passieren.

Autor:

Horst Sven Becker aus Haßloch

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