Vom Elektriker zum Deutschen Meister – Samet Sentürks beeindruckender Neuanfang im Boxsport
- Samet Sentürk - eine nahezu unglaubliche Erfolgsgeschichte
- Foto: Izzet Karaarslan - Blackliongraphy/gratis
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Germersheim. Im Alter von 24 Jahren hat Samet Sentürk eine bemerkenswerte Lebensentscheidung getroffen: Er gab seinen Beruf als Elektriker auf, um Profiboxer zu werden – obwohl er vorher keinerlei Erfahrung im Profi-Boxen hatte. Angetrieben von Disziplin, Ehrgeiz und dem Willen, sich selbst neu zu definieren, begann er vor drei Jahren ein intensives Training.
Sein Durchhaltevermögen und die Unterstützung seiner Familie führten ihn Schritt für Schritt nach oben. Am 14. Juni 2025 - im Alter von 27 Jahren - krönte Samet seine Reise mit einem bedeutenden Erfolg: Er gewann den Titel Deutscher Meister im Superschwergewicht der German Boxing Association (GBA) gegen Andreas Masold. Der Kampf fand in der Dampfnudel in Rülzheim statt und zog zahlreiche Zuschauer an.
Samets Geschichte steht exemplarisch für die Kraft des Neuanfangs, für harte Arbeit und den Glauben daran, dass auch scheinbar Unmögliches durch Disziplin und Entschlossenheit erreicht werden kann. Neben seiner sportlichen Karriere teilt er auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube Einblicke in seinen Alltag und motiviert damit eine breite Community.
- Samet Sentürk - ein Germersheimer schreibt Boxgeschichte
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Samet Sentürk - eine nahezu unglaubliche Erfolgsgeschichte
Samet Sentürk wurde in Germersheim geboren und lebt heute in Zeiskam. Seine schulische Laufbahn begann an der Grundschule in Zeiskam, anschließend besuchte er die Hauptschule in Bellheim. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker. Heute trainiert er intensiv im privaten Rahmen in Kandel – gemeinsam mit seinem Trainer William Langston. Der Trainingsalltag ist geprägt von harter Arbeit auf körperlicher, technischer und mentaler Ebene. Sentürks Ziel ist es, im Boxsport weiter voranzukommen, große Kämpfe zu bestreiten und zugleich junge Menschen zu ermutigen, an sich zu glauben, mutig zu handeln und Verantwortung zu übernehmen.
Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft markierte einen wichtigen Meilenstein auf seinem bisherigen Weg – doch dieser ist für ihn noch längst nicht abgeschlossen.
Samet Sentürk im Interview
???: Samet, wie kommt man auf die Idee, so von Null auf 100 – ohne Vorerfahrung durchzustarten? War der Job als Elektriker so langweilig?
Samet Sentürk: "Genau wie im Boxen war ich auch in meinem Beruf als Elektroniker ein Ausnahmetalent. Ich hatte eine Drei-Tage-Woche, ein Geschäftsauto und ein super Verhältnis zur Geschäftsleitung und zu meinen Kollegen. Hobbymäßig habe ich in meiner Jugend geboxt und gemerkt, dass ich etwas tun muss, um ein Vorbild für die Jugend zu sein."
- Samet Sentürk - ein Germersheim schreibt Boxgeschichte
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???: Wieso ausgerechnet Boxen? Und nicht beispielsweise Golf oder Skifahren?
"Beim Boxen kann man viel schneller herausstechen und sein Talent beweisen. Boxen ist für mich die attraktivste und schönste Sportart der Welt. Ich wollte außerdem immer kämpfen können, um mich im Notfall für Schwächere einsetzen zu können."
???: Wirst du in der Boxszene ernst genommen? War das von Anfang an der Fall oder hat man dich eher belächelt?
"Ja, ich wurde am Anfang belächelt – aber das war für mich ein Vorteil. Da ich unterschätzt wurde, konnte ich viel brutaler und deutlicher gewinnen. Heute nimmt mich jeder ernst."
???: Wie hast du es geschafft, in nur drei Jahren vom Anfänger zum Meister aufzusteigen? Was ist dein Geheimnis?
"Mein Geheimnis ist mein Glaube an harte Arbeit, meine Selbstüberzeugung, meine Familie und Freunde an meiner Seite. Für mich ist nichts unmöglich – es ist nur eine Frage der Zeit und wie viel man investiert. Ich bin heute überzeugt, dass ich – wenn ich hart genug trainiere – auch Weltmeister werden kann."
???: Was ging in dir vor beim ersten Sieg?
"Vor dem Sieg wollte ich einfach nur gewinnen. Nach dem Sieg habe ich gemerkt, dass ich eigentlich viel, viel mehr will. Da habe ich erst angefangen, richtig zu träumen – und groß zu träumen."
???: Wie bereitest du dich mental auf einen Kampf vor?
"Wir haben eine lange Vorbereitungszeit. Ich sehe meinen Trainer jeden Tag zweimal – morgens und abends je dreieinhalb Stunden.
Außerhalb des Trainings gehen wir spazieren, wandern, oder einfach nur in den Wald, um zur Ruhe zu kommen. Die mentale Vorbereitung beginnt nach der letzten harten Sparringseinheit. Danach suchen wir gezielt Ruhephasen, atmen tief durch, machen Achtsamkeitsübungen, um innere Ruhe zu finden. Am Kampftag verbringe ich viel Zeit mit mir selbst. In der Halle spreche ich kurz mit ein paar Leuten, um am Boden zu bleiben."
???: Wer ist dein stärkster Gegner bislang – und warum?
"Mein stärkster Gegner war mein letzter Gegner bei der Deutschen Meisterschaft. Gegen ihn hatte ich vor zwei Jahren als Amateur verloren. Deshalb war es nicht nur die Meisterschaft, sondern auch eine persönliche Revanche – gegen den alten Samet von damals.
Mit meinem Trainer wähle ich meine Sparringspartner so aus, dass sie stärker und talentierter sind als meine späteren Gegner. Deshalb siege ich in meinen Kämpfen oft schnell und klar."
???: Wie planst du deine Zukunft jetzt nach dem GBA-Titel? Welche Projekte, Kämpfe stehen jetzt an?
"Ich bin bereit für alles – aber meine erste Priorität bleibt der Sport. Ich will mich weiterentwickeln, größere Titel holen, und gleichzeitig junge Menschen inspirieren. Ich möchte sie motivieren, an sich zu glauben, Sport zu machen, Selbstbewusstsein aufzubauen und die Angst, die viele in sich tragen, loszuwerden. Ich will auch Menschen helfen, die keinen Rückhalt haben."
???: Was bedeutet Social Media in deinem Boxleben? Kannst du dir vorstellen, um die Karriere zu pushen auch an TV-Formaten teilzunehmen?
"Social Media ist heutzutage wichtig – aber der Sport steht für mich immer im Vordergrund. Danach bin ich offen für alles.
Wenn TV-Formate dazu beitragen, mehr Menschen zu motivieren, bin ich dabei – solange es mit meinem sportlichen Weg vereinbar ist."
???: Gibt es ein Ritual vor dem Gang in den Ring?
"Etwa zehn oder fünf Minuten vor dem Kampf begebe ich mich an den Punkt, an dem mein Einlauf beginnt. Ich versuche dann nicht mehr zu reden und konzentriere mich darauf, meinen Blutdruck zu spüren, wie mein Blut durch die Adern fließt. Ich fokussiere mich voll auf den ersten Gong. Alles, was danach kommt, habe ich im Training unzählige Male geübt."
???: Wer war dein Vorbild beim Wechsel vom Elektriker in den Ring?
"Mein sportliches Vorbild war immer Muhammad Ali. Aber der wichtigste Mensch in dieser Entscheidung war mein Vater. Er hat mich bei meinem Wechsel vom Beruf ins Boxen nicht nur unterstützt, sondern mir mehr Rückhalt gegeben, als ich je erwartet hätte."
- Samet Sentürk - vom Elektriker zum Boxer
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Samet Sentürk im Internet
📸 Instagram: @thebodybreaker
🎥 TikTok: @thebodybreaker
▶️ YouTube: @sametboxing
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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