Haustiere oder Parasiten?
Von Farbratten und Stadttauben

Mary Poppins ist eine niedliche Farbratte, die in der Tiernotaufnahmestation derzeit auf ein neues Zuhause wartet.
  • Mary Poppins ist eine niedliche Farbratte, die in der Tiernotaufnahmestation derzeit auf ein neues Zuhause wartet.
  • Foto: Simone Jurijiw
  • hochgeladen von Sibylle Schwertner

Tiernotaufnahmestation. Ratten haben einen sehr schlechten Ruf: Sie gelten als Schädlinge und Krankheitsträger. Doch neben der wildlebenden Ratte, die niemand so gerne in Haus und Hof sieht, gibt es die Farbratten - reine Haustiere, die sehr anhänglich und darüber hinaus auch recht klug sind. Mary Poppins (unser Bild) ist eine solche Farbratte. Die Tierschützer vermuten, dass sie ausgesetzt wurde, denn sie ist sehr zutraulich. „Wir glauben, dass sie engen Menschenkontakt hatte“, erläutert Simone Jurijiw. „Ich finde es im übrigen immer sehr traurig, dass unsere Gesellschaft zwei Klassen von Ratten errichtet: Farbratten sind süß, wilde Ratten dagegen Parasiten. Genau wie bei den Tauben. Beides sind Lebewesen, die man respektieren sollte, genauso wie Hund oder Katze“, betont Simone Jurijiw ausdrücklich. Gerade auch bei den Tauben wird leicht vergessen, dass die scheinbar wildlebenden Tauben in den Städten zuvor Brieftauben waren, die nicht nach Hause zurückgefunden haben. Bei weißen Tauben kann man immer davon ausgehen, dass sie anlässlich einer Hochzeit aufgelassen wurden. Der Mensch ist also schuld, dass die Taube sich in unseren Städten breit macht. Hier sollte nicht sinnlos gejammert, sondern gehandelt werden. Andere Städte haben beispielhafte Taubenhäuser am Stadtrand eingerichtet. Daran könnten sich die verantwortlichen Politiker in Frankenthal einfach einmal ein Beispiel nehmen.
Farbratte Mary Poppins ist im übrigen inzwischen Mutter von elf Jungen geworden, die sich prächtig entwickeln und schon bald in geeignete Hände abgegeben werden können.
Aktuell betreuen die Tierschützer drei Hunde, elf Katzen und 22 Katzenbabys, acht Kaninchen, zwölf Ratten und zwei Ponys.
Am Sonntag, 22. Juli, 11 bis 17 Uhr wird in der Tiernotaufnahmestation, Friedrich-Ebert-Straße 12, Sommerfest gefeiert. Dabei bietet sich auch die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit des Tierschutzvereins zu gewinnen. Die Aktiven des Vereins stehen für Führungen durch die Räumlichkeiten sowie für Beratung rund um Tierhaltung und Tierschutz zur Verfügung. Auch können im Rahmen des Festes die vierbeinigen und gefiederten Bewohner, die aktuell auf ein neues Zuhause warten, unverbindlich kennengelernt werden.
Weitere Informationen gibt es auch unter www.frankenthaler-tierschutzverein.de. /sis

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