Frankenthal schaltet nachts Ampeln um und ganz ab: Testphase läuft
- In Frankenthal startet eine einjährige Testphase mit nächtlich geänderten Ampelschaltungen an zehn Standorten.
- Foto: Pressestelle Frankenthal / Dirk Thiesen
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Frankenthal. Bald kommt es in der Nacht zu Veränderungen bei der Ampelschaltung. Die Stadt startet in der Nacht zum Freitag eine einjährige Testphase. Dabei schaltet sie ausgewählte Ampeln zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr auf gelbes Blinklicht um oder ganz ab.
Viele Menschen aus Frankenthal hatten laut Stadtverwaltung angeregt, unnötige Wartezeiten an roten Ampeln in verkehrsarmen Nachtstunden zu verringern. Die Stadt prüfte daraufhin gemeinsam mit Straßenverkehrsbehörde, Polizei und weiteren Fachstellen alle Ampelanlagen im Stadtgebiet. Für fünf größere Kreuzungen stimmte sie die Umstellung zusätzlich mit dem Landesbetrieb Mobilität ab.
Ziel der Testphase ist ein besserer Verkehrsfluss in der Nacht. Gleichzeitig will die Stadt beobachten, wie sich die Änderungen auf die Verkehrssicherheit und auf das direkte Wohnumfeld auswirken.
Diese Ampeln sind betroffen
An fünf Kreuzungen stellt die Stadt die Ampeln nachts auf gelbes Blinklicht um. Betroffen sind die Wormser Straße auf Höhe Möbel Ehrmann, die Kreuzung Berliner Straße und Peter-Rosegger-Straße, der Westring an der Heßheimer Straße, der Neumayerring an der Erzbergerstraße sowie die Mahlastraße am Albrecht-Dürer-Ring auf Höhe der Sparkasse.
An fünf weiteren Standorten schaltet die Stadt die Fußgängerampeln nachts komplett ab. Das gilt für die Wormser Straße auf Höhe der Pestalozzischule, den Westring auf Höhe der Nelkenstraße, die Flomersheimer Straße an der Philipp-Rauch-Straße, den Neumayerring auf Höhe der Neumayerschule und die Mahlastraße auf Höhe des Mehrgenerationenhauses.
Oberbürgermeister Meyer erklärt: „Die nächtlichen Ampelschaltungen waren ein wiederkehrendes Thema in unseren Bürgersprechstunden und Dialogformaten. Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns darauf angesprochen, warum sie nachts an roten Ampeln warten müssen, obwohl kaum Verkehr unterwegs ist. Diese Anregungen haben wir aufgegriffen und gemeinsam mit Polizei und Fachbehörden geprüft. Mit der Testphase setzen wir nun eine konkrete Anregung aus der Bürgerschaft um. Dabei hat die Verkehrssicherheit für uns oberste Priorität“.
Stadt beobachtet Sicherheit und Lärm
Während der Testphase achtet die Stadt besonders auf die Entwicklung des Unfallgeschehens. Außerdem will sie Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu möglichem schnellerem Fahren, nächtlichem Lärm und zur Sicherheit beim Überqueren der Straßen auswerten.
Meyer betont: „Wir wollen unnötige Wartezeiten reduzieren, ohne neue Probleme zu schaffen. Deshalb haben wir die Standorte sorgfältig mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt. Uns ist zugleich wichtig, die Erfahrungen der Anwohnerinnen und Anwohner einzubeziehen. Sollten sich konkrete Sicherheitsprobleme zeigen, werden wir die betreffenden Ampelschaltungen vorzeitig überprüfen“.
Besonders wichtig ist der Stadt nach eigenen Angaben die frühe Information blinder und sehbehinderter Menschen. An den fünf vollständig abgeschalteten Fußgängerampeln entfallen nachts auch die akustischen Signale zur Orientierung und zum Überqueren der Straße. Auch an den Anlagen mit gelbem Blinklicht verändert sich die gewohnte Situation. Die Stadt will diese Auswirkungen bei der Auswertung der Testphase berücksichtigen.
Nach einem Jahr zieht die Stadt Bilanz. Danach entscheidet sie, ob sie die nächtliche Abschaltung und die Umstellung auf gelbes Blinklicht dauerhaft fortführt. Wenn die Ergebnisse passen, prüft sie später auch weitere geeignete Standorte im Stadtgebiet. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |