Erdbeben bei Worms: Warum am Rhein die Erde bebte
- Das Erdbeben hat zu zahlreichen besorgten Anfragen bei Behörden in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen geführt. (Symbolbild)
- Foto: Oliver Berg/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Bobenheim-Roxheim. Viele Menschen in der Rhein-Neckar-Region haben am Abend des 10. September ein kurzes Grollen und Wackeln gespürt: Das Erdbeben hatte sein Epizentrum bei Bobenheim-Roxheim im Rhein-Pfalz-Kreis. Die Erschütterung erreichte nach Angaben der Behörden eine Stärke von 3,5 und war im Umkreis von rund 30 Kilometern spürbar, unter anderem in Mannheim. Hinweise auf Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.
Das ist über das Beben bekannt
Das Beben ereignete sich den Angaben zufolge in rund acht Kilometern Tiefe und war natürlichen Ursprungs. Fachleute ordnen es als tektonisches Erdbeben ein. Wegen der spürbaren Auswirkungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen sprachen Experten von einem „Dreiländerbeben”.
- Stärke: Magnitude 3,5
- Epizentrum: bei Bobenheim-Roxheim im Rhein-Pfalz-Kreis
- Tiefe: rund acht Kilometer
- Spürbarer Bereich: etwa 30 Kilometer um das Epizentrum
- Schäden: zunächst keine Berichte
Zwei Nachbeben in der Region registriert
Inzwischen wurden in der Region zwei weitere Beben gemessen. Eines hatte eine Magnitude von 1,7, ein weiteres lag bei 0,7. Beide Erschütterungen waren nach Angaben örtlicher Experten nicht spürbar. Schwächere Nach- oder Begleitbeben können auftreten, wenn sich nach einem stärkeren Stoß weitere Spannungen entlang von Störungszonen lösen.
Tausende Menschen melden ihre Wahrnehmung
Wie deutlich der Erdstoß in der Region bemerkt wurde, zeigt die Resonanz bei den zuständigen Erdbebendiensten. Allein beim Landeserdbebendienst Baden-Württemberg trugen sich nach ersten Angaben rund 2.500 Menschen in sogenannte makroseismische Fragebögen ein. Dort können Betroffene schildern, ob sie ein Rütteln, Knacken oder Schwanken wahrgenommen haben.
Auch in Südhessen gingen Rückmeldungen ein. Genannt wurden unter anderem Bürstadt, Lampertheim, Viernheim, Lorsch und Heppenheim. Nach Angaben des Leiters des hessischen Erdbebendienstes, Benjamin Homuth, war das Beben auch im Odenwald bis nach Wald-Michelbach und nördlich bis ins Modau- und Fischbachtal spürbar.
So fühlte sich das Beben an
Aus den Rückmeldungen lasse sich schließen, dass viele Menschen vor allem ein Grollen, eine Vibration oder einen kurzen Stoß wahrgenommen hätten, sagte Homuth. Teilweise sei das Ereignis beschrieben worden, als würde ein Lastwagen gegen eine Wand fahren und das Haus wackeln. In der Nähe des Epizentrums sei der Stoß demnach für etwa zwei bis fünf Sekunden deutlich spürbar gewesen. Auch im Polizeipräsidium Mannheim wurden die Erschütterungen wahrgenommen.
Warum es am Oberrhein öfter wackeln kann
Die Region um Worms liegt im Oberrheingraben, einer geologisch alten Bruchzone. Im Untergrund verlaufen zahlreiche Verwerfungen und Störungen. Sie wirken als natürliche Schwächezonen. Wenn sich dort Spannungen plötzlich lösen, gerät der Boden in Bewegung.
Der Oberrheingraben reißt heute zwar nicht mehr weiter auf. Dennoch wirken dort weiterhin große Kräfte. Die afrikanische Platte bewegt sich nach Norden und drückt gegen die europäische Platte. Dadurch können sich im Untergrund Spannungen aufbauen, die sich ruckartig entladen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |