Giftanschlag auf die Tiernotaufnahme
Ein Tierheim mitten in der Stadt ist eben keine gute Idee

Frankenthaler Tiernotaufnahmestation. Die Frankenthaler Notaufnahmestation befindet sich seit Mitte der 1990er Jahre in der Friedrich-Ebert-Straße, mitten in der Stadt also. Da nicht alle Menschen gleichermaßen tierfreundlich sind, waren Probleme vorprogrammiert. Und die gab es immer wieder. Jetzt wurde erneut Gift über die Zäune geworfen, in den Hof und in das Kleintierfreigehege.
Es ist nicht das erste Mal, dass Gift über die Zäune geflogen ist, das war auch vor sechs Jahren schon einmal der Fall. „Damals wurde auf unsere Tiere sogar mit Feuerwerkskörpern geschossen“, erinnert sich die erste Vorsitzende des Frankenthaler Tierschutzvereins, Simone Jurijiw. Meist ist es Hundegebell, was in der Nachbarschaft nicht so gut ankommt.Vor etwa vier Wochen mussten nun rund 80 von den Behörden sichergestellte Tiere aufgenommen werden - eine richtige kleine Farm mit allem was es dafür braucht, darunter eben auch über 30 Hühner, Enten und Gänse. Und die verursachen nun einmal die für einen Bauernhof typischen Geräusche. „Besonders früh morgens begrüßen sie fröhlich jeden neuen Tag“, weiß Jurijiw, die den Ärger der Nachbar natürlich nachvollziehen kann. Die Tierschützer tun alles in ihrer Macht stehende, um die Tiere möglichst schnell in ein neues Zuhause zu vermitteln. Aber das geht nun einmal nicht von heute auf morgen, zumal es bei Sicherstellungen wie in diesem Fall auch immer eine juristische Komponente gibt. Erst wenn sie freigegeben sind, können die Tiere vermittelt werden und dann auch in ein neues Zuhause umziehen. Und so kam es denn, wie es kommen musste, in der Nacht vom 18. auf den 19. April haben bislang unbekannte Täter Blaukorn über die Zäune geworfen. Blaukorn ist ein nicht unumstrittener Kunstdünger, der für Menschen und Tiere nicht ungefährlich ist. Gelandet ist das Gift im Kaninchenfreigehege, im Hühnerhaus und im Hof, der unter anderem auch als Freilauf für die Hunde dient.
Die Tierschützer haben Anzeige erstattet und hoffen auf Zeugenhinweise. „Wir hoffen, dass der oder die Täter vielleicht dabei beobachtet wurden, wie sie das Gift über unsere Zäune und Mauern geworfen haben“, betont Simone Jurijiw.
Natürlich sind sich die Tierschützer und auch sämtliche Parteien im Stadtrat darüber im Klaren, dass ein Tierheim mitten in der Stadt keine vernünftige Lösung ist. Seit Jahren werden alternative Standorte diskutiert, eine Lösung indes noch immer nicht gefunden. „Ein Standortwechsel wäre dringend erforderlich“, so Jurijiw, die als engagierte Tierschützerin erschüttert ist über den aktuellen Vorfall.
Wie es scheint, konnte das Gift rechtzeitig beseitigt werden. Keines der Tiere zeigt bislang Vergiftungserscheinungen, alle sind wohlauf. Und es gibt erste Entspannungssignale: Für die Hähne und Hühner gab es ja schon Interessenten. Am Wochenende konnten sie allesamt in ein neues Zuhause umziehen. Das wünscht man sich jetzt auch für die anderen Tiere, die in der Tiernotaufnahme leben, neben den „Farmtieren“ gibt es noch Hunde, Katzen, Kaninchen und mehr! sis

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