BriMel unterwegs
Olli Roth zum krönenden musikalischen Kerwe-Abschluss
- Olli Roth und Natalie Lang auf der Stage vom Hof 26
- Foto: Brigitte Melder
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Böhl-Iggelheim, OT Böhl. Am 1. September neigte sich die Kerwe in Böhl dem Ende zu, welches der Musiker Olli Roth mit seiner Gesangspartnerin Natalie Lang noch einmal am Hof 26 zu einem Höhepunkt werden ließ. Kurz vor seinem Auftritt sprach ich mit ihm. „Er ist die kleinste 42-Mann-Band der Welt“ sagen die Leute. Heute wird er von der Sängerin Natalie Lang begleitet, die aus Mannheim-Friedrichsfeld kommt. Er selbst kommt aus der Nähe von Walldorf, singt und spielt Gitarre. Also aus Baden-Württemberg in die Pfalz, das kommt schon öfter vor, denn besonders Olli Roth kennt man in der Region sehr gut. In den letzten 50 Jahren ist er mit Rock, Pop, Soul und Blues unterwegs. Eine Setlist gibt es bei ihm nicht, denn er entscheidet 3 Sekunden vorher was er singt. Er ist ein sehr gefragter Musiker mit vielen Auftritten, so hatte er Anfang des Jahres eine KFV-Jam-Session im Billardclub St.-Leon-Roth. 1977 stand er mit 14 Jahren erstmals auf der Bühne und heute ist sein erster Tag nach dem Ruhestand!
Auf seiner Seite sieht man, was er so alles macht: Singer/Songwriter, Gitarrist, Produzent, Management, Sänger, Gitarrist, Bassist, Songwriter, Komponist, Texter. Seit 1984 Profimusiker, in ungezählten Bands und Projekten stand er inzwischen mehr als 3000 Mal live auf der Bühne! Manche sagen er wäre eine Mischung aus Meat Loaf, Willy DeVille und John Hiatt... Aufgewachsen mit der Musik der großen amerikanischen Songwriter und geprägt durch den Sound der Blues, Rock und Countrymusik fing er schon im Alter von 14 Jahren an selbst Songs zu schreiben. Als musikalische Einflüsse benennt er Größen wie Daniel Lanois, Chris Whitley oder die Neville Brothers. In seinen eigenen Songs vermischt er gekonnt diese einzelnen Stilelemente zu seiner typischen Version seines wie er es nennt: ACOUSTIC-COUNTRY-ROCKING-BLUES
Die akustische Gitarre und natürlich seine herausragende Stimme sind sein Markenzeichen. Gefühlvolle Balladen, Uptemposongs oder auch mal stampfende Swampgrooves, Hauptsache es ist handgemachte Musik ohne zu viel produktionstechnischen Schnick-Schnack.”LET THE MUSIC DO THE TALKING!” Mit meist über 250 Gigs pro Jahr ist Olli ROTH einer der meistgebuchten und vielseitigsten Sänger im Bundesgebiet.
Zurück nach Böhl, wo Olli Roth bereits auf der Stage saß und ihm gerade die Idee kam, „Summe of 69“ zu performen. Seine Finger waren noch ganz kalt, aber das sollte sich im Laufe des Abends schlagartig ändern. Seine Gitarre spielt auch manchmal alleine, denn auf dem Boden befindet sich eine kleine Loop-Station, heißt, „er spielt mit sich selbst um die Wette“. Er erklärt und zeigt dem Publikum, wie sie funktioniert. Plötzlich flogen über dem „Star“ hunderte Stare. Ob sie wohl aufgescheucht wurden durch seinen Gesang? „The Joker“ von der Steve Miller Band klang genial und auch ein kleiner Aussetzer kann mal vorkommen, denn das ist live Musik und der „Rest der Band kam hinzu“ (Loop-Station).
Das Publikum genoss den Abend in vollen Zügen und unter ihnen befand sich auch Moni, die extra für Ollis Auftritt aus Kempten im Allgäu auf ihrem Motorrad angereist war, und Peter aus Neuhofen, ebenfalls per Motorrad hier. Beide kennen den Musiker seit 13 Jahren und outeten sich als echte Fans, die ihren Tisch direkt neben der Bühne hatten. Kein Wunder, denn die unglaubliche Spielfreude und musikalische Hingabe sind „ansteckend“. Als nächstes sang er aus den 80ern den Hit von Gino Vannelli „Wild Horses“. Ein Zuschauer meinte, Olli Roth ist einer der besten Alleinunterhalter in der Vorderpfalz sei. Olli erzählte frohgelaunt, dass er 64 Jahre alt und seit gestern Pensionär ist. Für einen Dienstagabend war es sehr voll. Tja, warum wohl? Die wenigen Sitzplätze waren ab 20 Uhr schnell belegt. Mit einer Stimme samtig wie Butter und mit reichlich Soul ausgestattet performte er großartig. Das Publikum machte begeistert mit und als einer ihn mit „Oliver“ anrief, meinte Olli, dass er beim nächsten Mal eine Strafe zahlen müsse. Und während sich der Himmel über Böhl langsam in rosa-blau verwandelte sang er „Knockin‘ on heaven’s door“ von Guns N’Roses. Applaus für Natalie Lang, die nun auch auf die Bühne sprang und von Melissa Etheridge „Bring me some water“ performte. Olli kennt Netalie schon lange und durfte sie auch liebevoll als „Krawallbürste“ bezeichnen. Von Jethro Tull folgte „Locomotive Breath“ und noch viele tolle Songs mehr.
Währenddessen standen die Whisky Freunde Pfalz e.V. mit dem anführenden Vorstand Dieter Zitzelsberger-Keck in den Startlöchern, um in der gesanglichen Pause mit einem Trauermarsch zur Bühne zu laufen, um die Böhler Kerwe mit würdigenden Worten zu beerdigen. Im Schlepptau hatten sie die Kerweborsche Beehl, die nach der Ausgrabung natürlich wieder eingraben durften. Einen Absacker um 23 Uhr gab es auf Hof 26 zum Kerweende mit „Fleeschkääs Weck“ bevor gänzlich die Rollläden runterfielen. Im Hof des katholischen Pfarrheimes hatte der Musikverein Iggelheim den Abend über gespielt und kam nun endlich auch mal zum Essen. Die Vereinsmitglieder vom Musikverein Musketiere waren noch am arbeiten. Verlassen standen die Stühle und teilweise die Musikinstrumente und kündigten ebenfalls das Ende an. Alle Vereinsmitglieder hatten diese wundervollen Kerwetage fleißig gearbeitet und ab Morgen kehrt nun die wohlverdiente Ruhe ein. Vom 18. bis 21. September wird in Böhl-Iggelheim ja schon wieder die nächste Kerwe gefeiert, nämlich im Ortsteil Iggelheim auf dem Kerweplatz. Die Böhler Kerwe war jedenfalls eine rundum gelungene Veranstaltung – Dank dafür! (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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