BriMel unterwegs
Lebensraum erhalten mit dem Hungermarsch
- Startbereit zum Hungermarsch
- Foto: Brigitte Melder
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Böhl-Iggelheim. Am frühen Morgen des 18. Oktober führte der Weg zum Naturfreundehaus Iggelheim, um der Eröffnung des 51. Ökumenischen Hungermarsches beizuwohnen. Dieses Jahr ein bisschen verregnet waren es zum Start dann auch nicht ganz so viele wie sonst, aber rund 200 Teilnehmer gab es dann doch. Dabei wendet sich der diesjährige Hungermarsch genau diesem Thema zu „Lebensraum erhalten“ mit dem Bau eines Wasserspeichers in San José Esteros in Paraguay.
Auch heute wieder waren alle ehrenamtlichen Helfer*innen des Hungermarsch-Vereins involviert und hatten ihren Info- und Essensstand aufgebaut. Die Aufgaben waren verteilt auf Burkard Grüninger (Anmeldung, Spenden und Laufkarte), das Ehepaar Kiefer, das Ehepaar Münster und alle anderen aus dem Team. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden waren auf Fahrrädern unterwegs, bekamen Warnwesten an und kontrollierten die Strecken. Am Stand der „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“ konnte man sich informieren und sah auch als kleines nachgebautes Modell wie die Anlage in echt später aussehen soll und das Prinzip zeigt.
Wie jedes Jahr eröffneten und begleiteten die Musiker David und Alice Müller die Hungermarsch-Andacht. Bernd Kiefer als Vorsitzender des Vereins Ökumenischer Hungermarsch Böhl-Iggelheim e.V. begrüßte die Gäste und übergab an Pfarrer Dr. Wagner-Peterson zur Andacht. Gemeinsam wurde das Lied „Glaube, Liebe, Hoffnung“ gesungen. Nach Wochen der Vorbereitungen traf man sich also hier im Wald zum gemeinsamen Hungermarsch „Lebensraum erhalten“. Es ging darum etwas Gutes zu TUN und nicht nur darüber reden. Ohne Wasser haben wir alle ein Problem und das nicht nur in Paraguay wie man dieses Jahr auch bei uns hier feststellen konnte. So ein Hungermarsch kann die Probleme natürlich nicht lösen, aber man tut etwas. Man solle auf Ressourcen achten und gut damit umgehen. Pfarrer Dr. Wagner-Peterson wünschte eine schöne Wanderung und dem Projekt viel Erfolg, dem auch der Regen heute nichts anhaben kann. Nach dem Gebet und dem Musikstück „Halte zu mir, guter Gott“ wurde das Mikrofon an Peter Nebel weitergereicht, der sich im Namen des Hungermarsches bedankte. Er kümmert sich schließlich mit seinem Team um diesen so wichtigen Bau des Wasserspeichers in San José Esteros in Paraguay. Noch ein kleiner Hinweis auf die Baumpflanzaktion, die heute wiederholt wird, den Segen und einen Liedvortrag durch das Ehepaar Müller und schon ging es Richtung Startlinie.
Auch Michael Kopf aus Haßloch (Vorstand des katholischen Pfarrgemeinderats und Kopf des HUMAs 2025 für den Kindergarten in Uganda) war dabei zur Begrüßung dabei genau wie das Ehepaar Huwe, das seit der Eröffnung 51 Jahren!!!!! Treue hält, aber aus gesundheitlichen Gründen bei dem Marsch heute passen musste. Ingo Münster erzählte, dass man die im letzten Jahr begonnene Baumpflanzaktion für das „Zukunftsbäumchen“ beibehalten wolle, da sie sehr auf Zuspruch stieß. Vom Förster gibt es Vorgaben, wo gepflanzt werden soll. Heute geht es also in Richtung Western, wo Bäume gebraucht werden. Die ersten zwei Kilometer laufen bei den fünf und zehn Kilometer-Märschen parallel, dann trennen sich die beiden Wege.
„Lebensraum erhalten“ lautet das Motto des diesjährigen ökumenischen Hungermarsches. Mit dem Erlös soll ein Wasserspeicher in San José Esteros/Paraguay gebaut werden. Die indigene Gemeinde San José Esteros liegt im Westen Paraguays nahe der Grenze zu Argentinien. Die meisten der 600 Einwohnerinnen und Einwohner vom Volk der Nivaclé haben nur eine geringe Bildung. Erwerbsmöglichkeiten gibt es nur wenige und Landwirtschaft ist dort nur eingeschränkt möglich. Die schlechte Wasserversorgung gehört zu den größten Bedrohungen für diese Menschen: Das Grundwasser ist größtenteils versalzen und deshalb nicht nutzbar. Das Regenwasser, das in der Regenzeit in großen Mengen fällt, versickert und verdunstet. In der Trockenzeit ist Wasser durch den Klimawandel so knapp, dass die Bewohnerinnen und Bewohner schon fast ihre Heimat hätten verlassen müssen. Wenn Wasser verfügbar ist, dann ist es oft von schlechter Qualität, dass es kaum als Trinkwasser verwendbar ist. Insgesamt sind in der aktuellen Situation Gesundheit, Lebensqualität und Zukunftsaussichten der Bevölkerung erheblich gefährdet.
Ingenieure ohne Grenzen e.V. ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unterstützen sie Menschen im Globalen Süden, wo technische Hilfe benötigt und sinnvoll umsetzbar ist. Der Fokus liegt dabei auf Wasser, Energie, Sanitärversorgung, Bildung und Schulen. Um das Projekt in Paraguay kümmert ich ein eigenes Projektteam von Spezialisten mit Kompetenzen im Bereich Wasser“. Die lokale Partnerorganisation Tierra Libre ist eine registrierte NGO, die sich für die Rechte und Entwicklung indigener Gemeinschaften in dieser Region Paraguays einsetzt. Dabei engagiert sie sich mit eigener fachlicher Expertise auch für Umweltschutz und die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser.
... und wer nicht zum Hungermarsch kommen konnte und trotzdem spenden möchte, kann das auch direkt auf as Konto Ökumenischen Hungermarsch Böhl-Iggelheim e.V., IBAN: DE80 5479 0000 0001 3515 16 (BIC: GENODE61SPE) bei der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz eG. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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