Wirtschaftsforum in Bad Dürkheim: Wo es bei Energie und Infrastruktur in der Region hakt
- Bei einem Wirtschaftsforum in Bad Dürkheim ging es um den Zustand von Infrastruktur und Energienetzen in der Region.
- Foto: Kreis Bad Dürkheim
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Bad Dürkheim. Beim Wirtschaftsforum im Weingut Fitz-Ritter ging es am Dienstag, 13. Oktober, um zwei Themen, die für Unternehmen in der Region entscheidend sind: Energie und Infrastruktur. Rund 70 Gäste verfolgten die Vorträge bei der gemeinsamen Veranstaltung des Wirtschaftsforums der Strukturentwicklungsgesellschaft des Landkreises Bad Dürkheim, der Sparkasse Rhein-Haardt und der IHK-Tischrunde Mittelhaardt.
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld stellte die Wirtschaftsdaten für den Landkreis vor. Rund 48.300 Personen arbeiten dort. 5,8 Prozent sind in der Landwirtschaft tätig, 18,3 Prozent im produzierenden Gewerbe und 75,9 Prozent im Dienstleistungsbereich, zu dem auch der Tourismus zählt. Die Bruttowertschöpfung liegt bei knapp drei Milliarden Euro. Die Dienstleistungen erbringen also mit großem Abstand den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung im Landkreis, sagte Ihlenfeld.
Die IHK-Umfrage zum Wirtschaftsstandort Pfalz zeigt laut Ihlenfeld, dass Betriebe mit ihrem Standort im Landkreis Bad Dürkheim sehr zufrieden sind. Im bundesweiten Prognos-Vergleich landet der Kreis trotzdem im hinteren Drittel. Der Landkreis hat nach diesen Angaben zwar eine solide wirtschaftliche Grundlage, liegt bei Dynamik, Wettbewerb und Arbeitsmarkt aber hinter anderen Regionen.
Netze und Verkehrswege stoßen an Grenzen
Nicole Rabold, Leiterin des IHK-Geschäftsbereichs Infrastruktur und Digitale Wirtschaft, sprach über den Zustand der Infrastruktur im Land. Sie verwies auf überraschende Vollsperrungen wichtiger Verkehrswege wie der B9 bei Speyer, die Hochstraßen in Ludwigshafen und Brücken zwischen Ludwigshafen und Mannheim. Unerwartete Sperrungen verursachen bei Unternehmen oft hohe Kosten. Wirtschaft braucht aber Planungssicherheit, erklärte sie.
Auch beim Stromnetz wächst der Druck. Steffen Blaga, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Innovation, Umwelt und Existenzgründung, stellte das Energiewende-Barometer vor. Demnach sehen Unternehmen in der Pfalz die Energiewende noch negativer als im Bund. Sie befürchten hohe Kosten, stellen Investitionen zurück und verlagern Betriebe ins Ausland. Netze, um die Energie intelligent zu verteilen, seien nötig.
Dr. Klaus Zimmer, Leiter des Netzmanagements bei der Pfalzwerke Netz AG, schilderte die Probleme beim Ausbau. Seit 2023 sind die Bedarfsanmeldungen noch einmal stark gestiegen. Gleichzeitig ist die Möglichkeit weiterer Anschlüsse ans Netz für Einspeisung und Strombezug aktuell begrenzt. Bei Windenergieanlagen gab es von 2002 bis 2022 Anfragen über rund 7100 Megawatt. Von 2023 bis 2026 kamen weitere 5200 Megawatt hinzu.
Zimmer nannte auch ein Beispiel für den steigenden Strombedarf auf der Verbrauchsseite. Ein angefragtes Rechenzentrum benötigt 200 Megawatt Energie. Das entspreche dem permanenten Energiebedarf einer Stadt mit 200.000 Einwohnern. Hinzu kommen laut Zimmer weitere Projekte wie Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge. Dafür seien die Netze derzeit nicht ausgelegt.
Wie die Kreisverwaltung Bad Dürkheim mitteilt, warb Ihlenfeld dafür, die Rahmenbedingungen für Industrie und Gewerbe im Landkreis attraktiv zu halten. Dafür braucht es eine gute Infrastruktur, eine gelungene Digitalisierung und Entbürokratisierung, sagte der Landrat. Staatssekretär Markus Wolf kündigte in seinem Grußwort an, dass Mittel aus dem Sondervermögen zusätzlich fließen sollen, um den Sanierungsstau bei der Infrastruktur im Land anzugehen.
Zum Abschluss betonte Martin Holaus von der IHK-Tischrunde Mittelhaardt, die Kammer wolle bei solchen Veranstaltungen auch im direkten Austausch erfahren, wo der Schuh drückt.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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