Raumnot Musikschule
Enge Räume, große Sorgen: Musikschule braucht Perspektive
- Kulturdezernent Claudius Güther bei einem Preisträger-Konzert
- Foto: Bildrechte: Yu-Lun Chang
- hochgeladen von Matthias Rädle
Die Raumsituation an der Musikschule Bad Dürkheim spitzt sich weiter zu. Seit Jahren kämpfen das Musikschulbüro, die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und der unterstützende Förderkreis mit ungeeigneten Unterrichtsräumen, fehlenden Ausweichmöglichkeiten und organisatorischen Herausforderungen. Mit dem Recht auf einen Ganztagplatz fallen in absehbarer Zeit die Unterrichtsräume der Pestalozzigrundschule weg. Alle Beteiligte wissen seit mindestens 5 Jahren, dass die Qualität des Musikunterrichts dadurch massiv eingeschränkt und behindert wird, wenn keine zeitnahe Lösung gefunden wird.
Die Musikschule erfüllt seit 1973 eine wichtige kulturelle und pädagogische Aufgabe in Bad Dürkheim und der gesamten Region. Jährlich 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhalten dort eine musikalische Ausbildung. Gleichzeitig ist die Einrichtung ein bedeutender Bestandteil des kulturellen Lebens – von Schülerkonzerten bis hin zur Mitwirkung bei städtischen Veranstaltungen.
Der Förderkreis der Musikschule Bad Dürkheim zeigt zunehmend Verständnislosigkeit darüber, dass trotz hartnäckiger Nachfrage und Unterstützung der politischen Parteien bisher keine nachhaltige räumliche Perspektive geschaffen werden konnte. Gerade nach den schwierigen Jahren der Pandemie habe die Bedeutung kultureller Bildungsangebote deutlich zugenommen. Musikunterricht fördert nicht nur Kreativität, sondern auch soziale Kompetenzen, Konzentrationsfähigkeit und Gemeinschaftssinn.Wie vom Vorsitzenden des Förderkreises Dr. Jan-Hendrik Bartel dargestellt, fördert die allgemeine Beschäftigung mit Musik auch die Ausbildung und intellektuelle und kognitive Fähigkeiten in jedem Alter.
Besonders problematisch ist bereits jetzt die mangelnde Verfügbarkeit geeigneter Unterrichtsräume. Instrumentalunterricht findet teilweise parallel in nicht unmittelbar angrenzenden Räumen statt – mit entsprechenden akustischen und organisatorischen Problemen. Ruhe und Konzentration sind unter diesen Bedingungen kaum möglich. Auch Ensembles und Gruppenangebote könnten nur eingeschränkt stattfinden, da größere Räume fehlen.
Hinzu kommen lange Wartelisten - auch ein Fingerzeig auf das massive Interesse der kulturell orientierten Menschen von Bad Dürkheim und Umgebung. Ohne geeignete Räume kann das Angebot aber nicht erweitert werden. Einige Familien müssen deshalb auf Unterricht Jahre warten und weichen in Musikschulen benachbarter Kommunen aus - eine peinliche Situation für die Stadt Bad Dürkheim.
Auch für die Lehrkräfte bedeutet die Situation eine enorme Belastung. Häufig wechselnde Unterrichtsorte, improvisierte Lösungen und fehlende Lagermöglichkeiten für Instrumente erschweren schon heute den Alltag erheblich. Der Förderkreis wünscht sich daher ein klares Signal und eine Lösung aus Politik und Verwaltung.
Die Hoffnung richtet sich nun auf Gespräche zwischen Stadt, Kreis und Verantwortlichen der Musikschule. Gefordert wird ein tragfähiges Raumkonzept, das den tatsächlichen Bedarf - heute und in der Zukunft - berücksichtigt und der Bedeutung musikalischer Bildung gerecht wird. Denn eines ist für alle Beteiligten klar: Eine Musikschule mit Zukunft braucht nicht nur engagierte Lehrkräfte und motivierte Schülerinnen und Schüler – sondern auch Räume, in denen Musik entstehen kann.
Matthias Rädle für den Förderkreis der Musikschule Bad Dürkheim
Autor:Matthias Rädle aus Bad Dürkheim |
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