Narben der Vergangenheit beseitigt
Schild Alsenztunnel erneuert und wieder angebracht

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Alsenz. 73 Jahre nach dem verheerenden zweiten Weltkrieg wurden jetzt in Alsenz Schäden aus dieser Zeit behoben und zwar am Schild des Alsenzer Eisenbahntunnels. Der 283 Meter lange Tunnel wurde im Zuge der Realisierung der Alsenzbahnstrecke der Eisenbahn errichtet. Eine der vier Teilgesell- schaften des privaten Unternehmens "Pfalzbahn", die "Pfälzische Nordbahn" projektierte ab 186o die Alsenz-Trasse, die Verbindung des Raumes Neustadt/Weinstraße-Kaiserslautern zu Nahe und Rhein. Dies wurde pure Notwendigkeit, weil mit der Fertigstellung der Nahestrecke Bingerbrück-Kreuznach-Kirn-Saarbrücken im gleichen Jahr, die Königlich-Preußische Direktion Saarbrücken ihren direkten Personenverkehr Frankreich/Saar zum Rhein-/Maingebiet in Konkurrenz zur Bayrischen Pfalz auf die Nahebahn umleitete. Die gleiche Konkurrenzsituation ergab sich auch in der Nord-Süd-Richtung zur teilweise von Hessen betriebenen Rheinlinie Bingen-Mainz-Ludwigshafen. Für die Leitung der "Pfalzbahn" war damit eindeutig klar, dass eine attraktive alternative Eisenbahnverbindung her musste. So wurden dann 1868 die Bauarbeiten zur Aslenzbahn in Angriff genommen. Nach erstaunlichem Arbeitstempo gelang schon nach zwei Jahren die Inbetriebnahme des Teilabschnittes Hochspeyer-Winnweiler. Alsenz und Ebernburg an der Grenze zu Preußen avancierten zum Sitz weiterer Bausektionen mit Baubüros. Der inzwischen ausgebrochene deutsch-französische Krieg 187o/1971 hemmte vorübergehend den Baufortgang. Größtes Bauvorhaben in Alsenz war der 283 Meter lange Tunnel durch den Tonschiefer des Hammelberges am östlichen Ortsrand Richtung Oberndorf. Im Zuge dieser Grabungen und Bohrungen stieß man im nördlichen Tunneleinschnitt zwischen dem ehemaligen Postamt und katholischer Kirche auf ein römisches Brandgräberfeld. Die damals gefundenen Keramikfunde wie die Reste tönerner Urnen und Gefäße aus dem zweiten und dritten Jahrhundert sind im Heimatmusem, das vom Historischen Verein der Nordpfalz Alsenz im Alten Rathaus eingerichtet wurde, zu besichtigen. Der Baumboom damaliger Tage brachte auch hochwillkommene, bitter notwendige Möglichkeiten, Arbeit zu finden. Hunderte von Bauarbeitern waren in Einzeltrupps an verschiedenen Stellen der Strecke im Einsatz und arbeiteten mit enormen Hochdruck an der Verwirklichung dieser neuen Eisenbahnstecke durchs Alsenztal. Am 16. Mai 1871 wurde die Strecke in ihrer gesamten Länge von rund 5o Kilometer zwischen Hochspeyer und Münster am Stein durchgängig in Betrieb genommen. Die gesamte Trasse wurde eingleisig angelegt, doch war der spätere zweigleisige Ansbau inklusive der Brücken- und Tunnelbauten schon vorgesehen. Ab dem 16. Mai 1871 gab es auch den Alsenzer Bahnhof, im Volksmund nur "Station" genannt". Eine weitere Höherstufung erlebte der Bahnhof dann am 1.1o.19o3. Er wurde Umsteigebahnhof, nämlich
die genau 3,834 Kilometer lange Trasse in Meterschmalspur nach Obermoschel (" s' Bawettche) wurde eröffnet. Der eingangs erwähnte Alsenzer Tunnel war gegen Ende des zweiten Weltkrieges Ziel der allierten Luftangriffe durch die Jagdbomber. Was sich auf den Eisenbahnstrecken bewegte, wurde angegriffen. Oft erreichten die Lokführer gerade noch den schützenden Alsenzer Tunnel, oft wurden
bei Fliegeralarm Züge in ihm abgestellt. Immer wieder flüchteten sich auch Menschen in den schützenden Tunnel. Bei den Angriffen brannte das Lagerhaus total ab, weitere Häuser in Tunnelnähe zwischen Hauptstraße und Kalkofer Straße wurden zerstört, es gab Tote und Schwerverletzte.Gerade mit seinen Nord- und Südausgängen war der Tunnel bevorzugtes  Angriffsziel. Dabei ist auch das
an der Südseite befindliche weiße Schild  "Tunnel Alsenz 283 Meter"  mehrmals von Schüssen getroffen worden. 73 Jahre nach Kriegsende haben zwei Eisenbahnfreunde dies jetzt zum Anlaß genommen, diese Schäden zu beseitigen und das Schild grundlegend zu restaurieren und wieder an Ort und Stelle anzubringen (moh).

Autor:

Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel

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