Notfalldose und Notfallkarte: So gelingt Vorsorge in Viernheim
- Eine Notfalldose im Kühlschrank und eine Notfallkarte helfen, wichtige Angaben schnell griffbereit zu halten.
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Viernheim. Eine Notfalldose im Kühlschrank und eine Notfallkarte im Geldbeutel können in medizinischen Notfällen wichtige Informationen schnell zugänglich machen. Die Stadtverwaltung Viernheim startet deshalb gemeinsam mit mehreren Partnern die Aktion „Gut vorgesorgt?!“.
Die Dose enthält Angaben zu Vorerkrankungen, Medikamenten, Allergien, Hausarzt und Notfallkontakten. Die Notfallkarte bündelt ähnliche Informationen für unterwegs und kann auch für Kinder sinnvoll sein.
Die Aktion richtet sich an alle Erwachsenen. Mit dem 18. Geburtstag endet die elterliche Sorge. Eltern oder andere Angehörige dürfen dann nicht automatisch Entscheidungen treffen oder Auskünfte erhalten, wenn eine Person dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung und weitere Regelungen können frühzeitig Klarheit schaffen.
Notfalldose steht im Kühlschrank
Die kleine rote Kunststoffdose mit weißem Deckel gehört an einen festen, gut sichtbaren Platz im Kühlschrank. Aufkleber an der Wohnungs- oder Haustür und am Kühlschrank informieren Einsatzkräfte über die Dose.
Im Inneren finden Einsatzkräfte ein Datenblatt mit wichtigen persönlichen und medizinischen Angaben. Wenn eine Person selbst keine Auskunft geben kann, können diese Informationen beispielsweise bei einem Verdacht auf Schlaganfall entscheidend sein. Andrea Winkler von der Johanniter-Unfall-Hilfe erklärt: „Die Idee ist einfach, aber wirkungsvoll: Wichtige Informationen liegen an einem festen Ort und können im Ernstfall schnell gefunden werden“.
Marco Martella vom Rettungsdienst betont außerdem, dass die Angaben regelmäßig geprüft werden sollten. Änderungen bei Medikamenten, Erkrankungen oder Kontaktdaten sollten Nutzerinnen und Nutzer zeitnah eintragen.
Auch aktuelle Kontaktpersonen können im Ernstfall helfen. Bei einem Todesfall erleichtern sie dem Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung die Suche nach Angehörigen. Bei einem Krankenhausaufenthalt kann außerdem schnell geklärt werden, wer sich um eine Wohnung oder ein Haustier kümmert.
Informationen und Verkaufsstellen
Das städtische SeniorenBüro bündelt alle Informationen unter www.viernheim.de/gutvorgesorgt. Dort finden sich Hinweise zu Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Notfalldose und Notfallkarte. Die Notfallkarte steht dort auch zum Download bereit. Das SeniorenBüro gibt sie zudem in Beratungsgesprächen aus.
Die Notfalldose kostet 2 Euro. Die City-Gemeinschaft Viernheim unterstützt den Verkauf bei ARTee Der Teeladen, Rathausstraße 23, der Buchhandlung Schwarz auf Weiß, Rathausstraße 41a, Gutperle Orthopädie Schuhtechnik, Rathausstraße 123, HUK Viernheim, Elvira Woiwode, Rathausstraße 2, Küchen mit Biss, Lorscher Straße 4, der Nähgalerie Renate Müller, Rathausstraße 47, Optik Fischer, Rathausstraße 47, Partyservice Bugert, Rathausstraße 21, und im Weltladen, Rathausstraße 32.
Erster Stadtrat Jörg Scheidel fasst die Botschaft der Aktion so zusammen: „Vorsorge bedeutet, sich heute mit Dingen zu beschäftigen, von denen man hofft, dass man sie niemals braucht. Aber wenn der Ernstfall eintritt, kann genau das für einen selbst, für Angehörige und für die Einsatzkräfte einen großen Unterschied machen“.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |