Neue Schutzkleidung für Viernheims Feuerwehr geht in den Einsatzbetrieb
- Erster Stadtrat Jörg Scheidel (3.v.r.) und Stadtbrandinspektor Cornelius Hisge (4.v.l.) präsentieren die neuen beigefarbenen Schutzausrüstungen: links die Feuerschutzkleidung für Innenangriffe und rechts die wesentlich leichtere Ausrüstung für Brände im Freien
- Foto: Stadt Viernheim
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Viernheim. Beim Übungsabend am Mittwoch, 29. Juli, stellt die Freiwillige Feuerwehr Viernheim neue persönliche Schutzausrüstung offiziell in den Dienst. Danach können die Einsatzkräfte die neue Ausrüstung erstmals im Einsatz nutzen. Bis zum Abschluss der Beschaffung im Jahr 2027 plant die Stadt insgesamt rund 160.000 Euro dafür ein.
Die Investitionen folgen dem Bedarfs- und Entwicklungsplan der Freiwilligen Feuerwehr. Er legt fest, wie Kommunen ihre Feuerwehr passend zu den örtlichen Anforderungen ausstatten.
Erster Stadtrat Jörg Scheidel betont: „Unsere Feuerwehr ist rund um die Uhr einsatzbereit – getragen vom außergewöhnlichen Engagement vieler Ehrenamtlicher. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch die bestmöglichen Rahmenbedingungen. Deshalb investieren wir kontinuierlich in eine moderne Ausstattung, die unsere Einsatzkräfte schützt und gleichzeitig die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger gewährleistet".
Neues Konzept mit Kleiderpool und zwei Einsatzarten
Die Stadt ersetzt nicht einfach die bisherige Schutzausrüstung. Sie führt ein neues Ausstattungskonzept ein. Die bisherige Feuerschutzkleidung für die Brandbekämpfung im Innenangriff (FSK) bleibt im Dienst. Einsatzfähige Teile kommen künftig in einen Kleiderpool. So gibt es Ersatzkleidung, wenn Schutzanzüge nach Einsätzen gereinigt werden müssen oder wegen Schäden vorübergehend ausfallen. Die Reinigung kann bis zu zwei Tage dauern.
Zunächst beschaffte die Stadt 29 neue Feuerschutzanzüge für die derzeit rund 45 Atemschutzgeräteträger. Die restlichen Ausrüstungen sollen im Haushaltsjahr 2027 folgen.
Die neue Generation der Feuerschutzkleidung kostet laut Stadtverwaltung rund 1400 Euro pro Anzug. Das bisherige Modell lag bei rund 1800 Euro. Die helle beigefarbene Ausführung soll außerdem die Einsatzstellenhygiene erleichtern, weil Ruß und Verschmutzungen schneller auffallen. Zudem erwärmt sich die Kleidung bei Sonne weniger stark als die bisher dunkelblaue Ausführung.
Neu ist auch die Unterscheidung nach Einsatzarten. Zusätzlich zur FSK kommt Schutzkleidung für technische Hilfeleistungen sowie Wald- und Vegetationsbrände (PSA TH) hinzu. Sie ist laut Stadtverwaltung nur etwa ein Drittel so schwer wie die klassische Feuerschutzkleidung, die bei voller Montur gerne 25 Kilogramm wiegen kann. Sie ist atmungsaktiv und soll sich angenehmer tragen. Dadurch sinkt die körperliche Belastung und längere Einsätze sollen mit weniger Personalwechseln möglich sein.
Alle knapp 70 aktiven Feuerwehrangehörigen erhielten diese neue Schutzkleidung. Pro Stück veranschlagt die Stadt 700 Euro. Im Jahr 2027 will die Stadt davon noch etwa 40 bis 50 Stück anschaffen, um den Kleiderpool zu vervollständigen.
Stadtbrandinspektor Cornelius Hisge sagt: „Nicht jeder Einsatz stellt die gleichen Anforderungen an Mensch und Material. Deshalb war es unser Ziel, die Einsatzkräfte künftig genau für die jeweilige Einsatzlage auszurüsten. Das verbessert den Schutz der Feuerwehrleute, erhöht die Einsatzfähigkeit und sorgt gleichzeitig für einen wirtschaftlichen Umgang mit den vorhandenen Mitteln".
Bislang bekam jede Einsatzkraft einen Feuerschutzanzug für den Innenangriff, unabhängig von der Qualifikation. Künftig verfügt jede Einsatzkraft über die leichtere PSA TH für technische Hilfeleistungen sowie Brände im Freien. Die spezielle Feuerschutzkleidung für den Innenangriff erhalten zusätzlich nur Feuerwehrangehörige, die als Atemschutzgeräteträger ausgebildet und einsatzfähig sind.
Mit der zweiten Schutzkleidung ändern sich auch Abläufe. Bei einem laufenden Einsatz kann kurzfristig ein Paralleleinsatz mit einem Gebäudebrand dazukommen. Dann müssen betroffene Einsatzkräfte auf die spezielle Feuerschutzkleidung für den Innenangriff wechseln können. Deshalb sollen sie diese künftig zusätzlich im Einsatzfahrzeug mitführen.
Die Stadt verweist außerdem auf weitere Investitionen der vergangenen Jahre. So ersetzte Viernheim 2025 alle Feuerwehrhelme, nachdem sich im Zusammenspiel mit Atemschutzmasken sicherheitsrelevante Undichtigkeiten gezeigt hatten. Dafür investierte die Stadt rund 23.000 Euro.
Scheidel sagt: „Eine moderne Feuerwehr besteht aus weit mehr als Fahrzeugen. Sie braucht zuverlässige Technik, hochwertige Ausrüstung und Menschen, die bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Wir können das Ehrenamt nicht ersetzen – aber wir können dafür sorgen, dass unsere Feuerwehrleute unter bestmöglichen Bedingungen ihren wichtigen Dienst leisten können. Genau dafür stehen diese Investitionen".red
Autor:Karin Hoffmann aus Ludwigshafen |