Michael Huber leitet seit 20 Jahren die VHS-Aquarellkurse in Edingen-Neckarhausen
- Jährliche Ausstellung mit Hubers Malschülern in der Orangerie.
- Foto: Hannelore Schäfer
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Von Hannelore Schäfer
Edingen-Neckarhausen. Was die Kunst angeht, hat Michael Huber nahe am Wasser gebaut und er feiert 2026 zudem ein kleines Jubiläum: Seit 20 Jahren leitet er die Kurse in der Aquarellmalerei an der VHS Edingen-Neckarhausen, deren mehrjähriger Leiter er war. Seine Schülerinnen und Schüler kommen nicht nur aus Doppelgemeinde, auch bei Aquarellisten aus dem Umland sind seine Kurse im Kultursaal des Neckarhäuser Schlosses gefragt. Viele von ihnen zählen schon zu Hubers langjährigen „Stamm-Schülern“. „Die Aquarellmalerei hat eine lange Tradition und gewinnt immer mehr neue Freunde. Man kann sich mit ihr über Jahre hinweg beschäftigen und gelangt dabei zur Erkenntnis „es geht immer noch besser“, verrät der Meister schmunzelnd.
Als erfahrener Künstler und Dozent weiß er um das Spiel von Licht und Schatten, Perspektive und Proportionen, Fläche und Raum. Sein geschultes Auge und die jahrelange Erfahrung unterstützen angehende und fortgeschrittene Aquarellisten in ihrem Bemühen Schwachstellen zu erkennen und Stärken herauszuarbeiten. Für Anfänger hat er selbstgemalte Vorlagen parat, anhand derer man den Bild-Aufbau in Etappen ersehen kann. So ganz fremd sind die „Wasserfarben“ aber wohl niemand, schließlich hat jeder schon als Schüler damit erste Erfahrungen gemacht.
„Die Aquarellmalerei ermöglicht ein großes Spektrum an Ausdrucksformen und das mit einer minimalistischen Grundausstattung“, betont der Künstler. Das benötigte Material ist wirklich überschaubar: Aquarellpapier, Aquarellfarben, Aquarellpinsel, Bleistift, Radierer und Wassergefäß und schon hat man zusammen, was man zum Malen so braucht.
„Für mich bedeutet die Malerei auch eine Ablenkung vom Alltag. Man vergisst die Welt um sich herum“, gesteht die Viernheimerin Gaby Tyner und ergänzt: „Außerdem hat der Michael für alles eine Lösung, er macht das super.“ Andere haben die Aquarellmalerei für sich per Zufall entdeckt. „Ich bekam von meinen Mitarbeiterinnen ursprünglich einen Gutschein für einen Kurs geschenkt und bin dabei geblieben“, erzählt die Neu-Edingerin Elke Hadameck. In der Gruppe von Aquarellbegeisterten fühlt sich auch Irene Daners wohl. Die studierte Diplom-Ingenieurin hatte beruflich immer viel gezeichnet. „Im Ruhestand wollte ich mich mal mit Farbe beschäftigen und dazu bietet sich die Aquarellmalerei geradezu an“, ist die Neckarhäuserin überzeugt. „Von den ,wunderbaren Farbverläufen’ schwärmt auch der Heddesheimer Ingmar Neumann. Er favorisiert insbesondere die „Nass-in-Nass-Technik“. Sie eigne sich perfekt für weiche Farbverläufe, fließende Übergänge und atmosphärische Stimmung voller Leuchtkraft.
Zwischenzeitlich gibt es aber auch in der Aquarellmalerei Neuerungen. Neben weißem kommt auch schwarzes Aquarellpapier zum Einsatz und mit Metallic-Aquarellfarben wird ein zusätzlicher Leuchteffekt erzielt. Die Motivauswahl ist laut Huber ausgesprochen vielfältig geworden, während man früher Landschaften und Stillleben als klassisches Genre bevorzugt habe. Landschaften sind buchstäblich ein weites Feld, das auch von Michael Huber immer wieder beackert wird.
Gemalt und gezeichnet hat der gebürtige Schriesheimer übrigens schon als Schüler gerne. „Mein Banknachbar und ich waren auf diesem Gebiet die Kreativen unserer Klasse“, verrät er schmunzelnd. Später hat er eine Ausbildung im grafischen Gewerbe bei der Mannheimer Großdruckerei absolviert. „Mit 56 Jahren fasste ich dann den Entschluss neue Wege zu gehen. Die Kunst war für mich fortan Beruf und Berufung. Meinen letzten Schliff holte ich mir bei renommierten Malern an der Bergstraße“, erzählt der freischaffende Künstler.
Einmal im Jahr präsentieren die Hobby-Aquarellisten ihre Werke in der Orangerie, als kultureller Beitrag zu „Rund ums Schloss“.
Am 11. und 12. Juli wird die ehemals gräfliche Orangerie im Schlosspark für Kurs-Teilnehmer und interessiertes Publikum wieder zur kleinen Kunsthalle. ha
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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