Kirchheimer Konzertwinter: Bach-Rezital mit Antoine Tamestit und Masato Suzuki
Mitreißendes Bratschenspiel

Bach pur beim Konzertwinter: der international bekannte Solobratschist Antoine Tamestit gastiert am Sonntag in Begleitung von Masato Suzuki in Kirchheim.
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Kirchheim. Das zweiten Konzert der aktuellen Saison des Kirchheimer Konzertwinters, das am Sonntag, 18. November, um 19 Uhr in der protestantischen Kirche in Kirchheim stattfindet, bietet den Zuhörern einen Duoabend der Sonderklasse. Zwei international renommierte Ausnahmekünstler spielen ein reines Bach-Programm mit Sonaten, die zu den bekanntesten Kammermusikwerken des Thomaskantors zählen.
Antoine Tamestit, berühmt wegen seiner leidenschaftlichen Liebe zu seinem Instrument, der Viola, gilt als einer der ganz großen Solobratschisten unserer Tage. Ihm ist es wesentlich zu verdanken, dass dieses Seiteninstrument, das er auf höchstem Niveau zu spielen weiß und das beim Streichorchester meist nur eine untergeordnete Rolle einnimmt, aus dem Schatten der Violine herausgeführt werden konnte. Als Solist, Kammermusiker sowie im Rezital ist es dem Franzosen in den vergangenen Jahren gelungen, sich auf den bedeutenden Konzertbühnen der Welt zu etablieren. Mittlerweile gastiert er bei führenden Orchestern und arbeitet mit namhaften Dirigenten zusammen. Seit 2013 ist er gemeinsam mit Nobuko Imai künstlerischer Leiter des Viola Space Festivals in Tokyo. Ab der Spielzeit 2017-18 kann seine musikalische Vielseitigkeit als Artist in Residence bzw. Portrait-Künstler am Konzerthaus Dortmund, beim hr-Sinfonieorchester, dem Stavanger Symfoniorkester sowie dem Wiener Konzerthaus erlebt werden. Zahlreiche Aufnahmen aus Antoine Tamestits Diskografie wurden mit Preisen ausgezeichnet. Tamestit erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Jean Sulem, Jesse Levine und Tabea Zimmermann. Von 2007 bis 2016 lehrte er als Professor an der Kölner Musikhochschule, seit 2016 dann am Pariser Conservatoire. Er spielt eine Viola von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1672, die ihm leihweise zur Verfügung gestellt wurde.
Masato Suzuki, Sohn des berühmten Masaaki Suzuki, zeichnet sich durch vielfältige Begabungen aus als Pianist, Organist, Cembalist, Dirigent und Komponist. Als international aufstrebender Künstler ist er weltweit tätig, insbesondere auch als Mitglied des Bach Collegium Japan, wo er zur Stammbesetzung zählt. Dirigentisch arbeitete er in Japan bereits mit vielen Symphonieorchestern zusammen. Von 2013-2015 war er z. B. Chefdirigent der Yokohama Sinfonietta. Mit dem von ihm gegründeten Ensemble Genesis widmet er sich ambitionierten Projekten mit barockem und zeitgenössischem Repertoire. Im Rahmen der Subskriptionskonzerte des Bach Collegium Japan leitete er dieses Ensemble in Tokyo mit Bachs Johannespassion und Monteverdis Poppea sowie als Gastspiel in Deutschland bei den Thüringer Bachwochen. Einladungen als Organist und Kammermusiker führten ihn unter anderem zum Internationalen Chofu Musikfestival und zum Musikfest Bremen.
Die Künstler haben für das Kirchheimer Konzert ein Programm mit den drei Sonaten für Viola da gamba und Cembalo von J.S. Bach zusammengestellt. Stilistisch zählen sie nicht zum Kern der französischen Gambenkultur eines Sainte-Colombe oder Marais; die durchweg kontrapunktische Setzweise lässt eher vermuten, dass Bach sie ursprünglich für ein anderes Instrument geschrieben und anschließend für Gambe eingerichtet hat.
Der Eintritt zu dem Konzert ist frei – am Ausgang wird um Spenden gebeten. jlk/ps

Über die Konzertreihe:

Der Kirchheimer Konzertwinter wird vom Freundeskreis für Kirchenmusik in Kirchheim/ in Zusammenarbeit mit der Protestantischen Kirchengemeinde veranstaltet. Alte Musik steht regelmäßig im Mittelpunkt der 1990 gegründeten Konzertreihe in der Protestantischen Kirche St. Andreas. Der Themenschwerpunkt in der Saison 2018/2019 lautet: „Facetten“. Künstlerischer Leiter ist der Bassbariton und Bachpreisträger Dominik Wörner.

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