NABU empfiehlt: Junge Igel nicht einsammeln
Igelhilfe im Herbst

Igel im Laub.

SÜW. Im NABU-Naturschutzzentrum Hirtenhaus in Landau-Mörzheim häufen sich momentan die Anfragen zum Thema Igel. Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie tagsüber junge Igel beobachten und fragen sich, ob die kleinen Stachelhäuter Hilfe benötigen. Oft werden die Tiere erst einmal mit nach Hause genommen. Doch was dann?
„Der Igel gehört zu den geschützten Tierarten, die weder gefangen noch getötet werden dürfen“, so Carmen Schauroth von der NABU-Regionalstelle Süd. „Das Bundesnaturschutzgesetz beschränkt eine Entnahme aus der Natur auf absolute Ausnahmen: Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen und alsbald wieder in die Natur zu entlassen.“
Aktuell sind Igel, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, auch mal tagsüber aktiv. Insbesondere die Jungtiere müssen sich noch einige Fettreserven anfressen, um durch den Winterschlaf zu kommen. Durch den frühen Laubabwurf der Bäume sind schon etliche Laubhaufen entstanden, welche die Igel als Unterschlupf nutzen. Carmen Schauroth appelliert „Das Laub sollte einfach liegen gelassen werden. Die Laubhaufen sind ideale Behausungen für die Igel – gerade zur Jungenaufzucht. Das ist auch jetzt noch der Fall, denn Igel bringen selbst im August und September noch Junge zur Welt. Umherwandernde Igeljungen sowie Igelnester mit Säuglingen sollten an Ort und Stelle belassen werden.“
Als beste Igelhilfe empfiehlt der NABU einen naturnahen Garten. In einer bunten Wiese, unter Laub und im Gebüsch finden die Tiere genug Nahrung. Regenwürmer, Laufkäfer, Schnecken und Spinnen gehören zu ihrer Leibspeise. Dichte Hecken und einheimische Gehölze sowie Reisig-, Laub- und Komposthaufen sind ebenfalls von großer Bedeutung für Igel. Hier können sie sich verstecken und geschützt die kalte Jahreszeit überstehen. Auch künstliche Verstecke werden jederzeit gerne angenommen, und das nicht nur für den Winterschlaf.
Die sogenannten Igelburgen können ohne großen Aufwand selbst gebaut werden oder sind in unterschiedlichsten Ausführungen im Fachhandel erhältlich. Ein durchlässiger Zaun hilft Igeln bei ihren Wanderungen.
Auf Laubsauger, Motorsensen und Schneckenkorn sollte im Garten verzichtet werden. Sie sind eine große Gefahr für Igel. Auch Gräben, Keller- oder Lichtschächte sowie Wasserbecken, Swimmingpools und Gartenteiche mit steilen Ufern können zu tödlichen „Igelfallen“ werden. Bretter oder andere Ausstiegshilfen können diese entschärfen.
Sollte ein Igel offensichtlich krank oder verletzt sein, benötigt er professionelle Hilfe, z.B. von einem fachkundigen Tierarzt oder einer erfahrenen Igelstation. Wenn Igel im Spätherbst mit geringem Gewicht unterwegs sind, reicht oft schon eine Zufütterung im Garten als Unterstützung. Dabei ist das richtige Futter entscheidend. Geeignet ist z.B. Katzendosenfutter oder angebratenes Rinderhackfleisch vermischt mit Haferflocken. Auf keinen Fall dürfen Igel mit Obst oder Milch gefüttert werden. Davon bekommen sie schwere Durchfälle.
Eine ausführliche Bauanleitung für Igelburgen und nützliche Tipps zum Anlegen eines igelfreundlichen Gartens stellt der NABU in seiner Igelbroschüre bereit. Sie ist unter www.NABU-Shop.de erhältlich.
Hilfreiche Informationen bietet auch die Internetseite www.pro-igel.de. beb/nabu

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