ME(/CFS), Hilfe, Liegenddemo
Erfolgreiche zweite Liegenddemo in Speyer
- Demo im liegen.
- Foto: Melissa Müller
- hochgeladen von Jens Zschocke
Am 09. Mai 2026 lagen ca. 300 Menschen direkt neben dem Dom zu Speyer. Darunter Betroffene, Angehörige, Freunde, Menschen aus der Politik sowie Vertreter der Presse. Sie alle wollten auf die weiterhin sehr prekäre Situation von Menschen mit der schweren Multisystemerkrankung ME/CFS oder noch besser ME aufmerksam machen.
Großer Zuspruch bei der Bevölkerung, Politik und Presse
Dieses Jahr sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Menschen zur Liegenddemo (mehr als doppelt so viele) gekommen. Auch die Resonanz aus der Presse und das damit verbundene Interesse war überwältigend.
Die Reden von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und der Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Speyer-Neustadt Isabel Mackensen-Geis (SPD) unterstrichen noch einmal die Dringlichkeit der Forderungen und zeigte, dass diese auch gehört werden. Beide zeigten sich betroffen, ob der Lage der Menschen mit dieser schweren Erkrankung und nahmen viel aus den zahlreichen Gesprächen für sich mit. Es wurde vereinbart im konstruktiven Austausch zu bleiben.
Sehr ergreifende Rede einer Mutter
Bei der emotionalen Rede von Simone Fritsch (Mutter eines betroffenen Sohnes) flossen viele Tränen und alle bekamen einen kleinen Einblick in den schweren Alltag einer Mutter, die jeden Tag aufs neue an der Seite ihres Sohnes kämpft. Die Betroffenheit unter allen anwesenden Personen war im Anschluss an die Rede greifbar. Es floßen viele Tränen.
Was gefordert wird
• umfassende Förderung der biomedizinischen ME/CFS-Forschung
• Aufbau spezialisierter Kompetenzzentren und interdisziplinärer Ambulanzen
• Zugang zu Off-Label-Medikamenten und Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen
• verbindliche Integration von ME/CFS in Medizinstudium und Fortbildungen
• bundesweite Aufklärungskampagne durch das BIÖG
• verbindliche Berücksichtigung von PEM in sozialmedizinischen Begutachtungen
• Ausbau ambulanter, pflegerischer und aufsuchender Versorgung sowie Entlastungsangebote für Angehörige
Positives Fazit des Veranstalters
Insgesamt kann eine positive Bilanz gezogen werden. "Nicht möglich wäre das ganze ohne die vielen zum Teil selbst betroffenen ehrenamtlich Helfer, die mit großem Einsatz und Herzblut für unsere Forderungen kämpfen und dies auch weiterhin tun werden.".
Die Initiative Liegenddemo Speyer bedankt uns auch bei den vielen Menschen, die gekommen sind und damit entscheidend dabei halfen, dass schwer sichtbare an diesem Tag sichtbar zu machen. Insbesondere bei den Betroffenen, die unter großem persönlichen Einsatz und auch Risiko da waren.
Abschließen möchte ich mit dem Zitat einer Betroffenen, welches den Veranstalter nach der Demonstration erreicht hat:
„Ich hatte so viele wundervolle Gespräche voller Interesse und Anteilnahme, habe gelacht und geweint und vor allem habe ich mich verstanden gefühlt! Schön, dass es euch gibt.“.
Autor:Jens Zschocke aus Speyer |
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