Interview mit John Constance
Deutsch-amerikanischer Austausch in der Pandemie

John Constance  Foto: Walter

Von Stephanie Walter

Ramstein-Miesenbach. Mit sozialer Distanz stellt das Coronavirus unser Miteinander auf eine harte Probe. In einem Interview mit dem Wochenblatt spricht John Constance, Programmkoordinator des Projektes „Willkommen in Rheinland-Pfalz! Unsere Nachbarn aus Amerika“ (WiR!) darüber, wie die Pandemie den deutsch-amerikanischen Austausch beeinflusst.

???: Das Landesprogramm WiR! hat die Förderung eines aktiven und offenen deutsch-amerikanischen Miteinanders zum Ziel. Wie stark hat die Pandemie die Vernetzung von deutschen und amerikanischen Bürgern verändert?

Constance: Uns hat die Pandemie natürlich hart getroffen, denn genau auf dieses Miteinander muss ja aktuell verzichtet werden. So gab es vorsichtshalber bereits seit dem letzten März keine physischen Begegnungen mehr. Nicht nur das Deutsch-Amerikanische Freundschaftsfest, auch die Stammtische mussten deshalb entfallen. Zwar gab es noch einige Treffen im privaten Kreis und die Möglichkeit, sich online zu vernetzen, aber das kann einen persönlichen Kontakt leider nicht ersetzen.

???: Das hat sicher auch einen Einfluss auf das Zusammenleben in den Gemeinden.

Constance: Absolut. Die Amerikaner, die hier für eine begrenzte Zeit stationiert sind, wollen sich gerne in ihren neuen Heimatgemeinden integrieren, sich vernetzen, einbringen und natürlich auch die Kultur mit allen Facetten kennenlernen. Dafür fehlen aber jetzt einfach die persönlichen Kontakte. Hier habe ich schon einen Rückgang beobachtet.

???: Damit geht ja auch für die Familien viel verloren, die sich oft auch auf ihre Zeit in Deutschland freuen.

Constance: Für die Familien, die während der Pandemie in Deutschland angekommen sind, geht enorm viel verloren und sie können Deutschland ohne die Feste und die Kontakte natürlich gar nicht richtig kennenlernen. Ein Einleben und eine Integration finden daher aktuell nicht wirklich statt. Das ist sehr schade, aber ich erhalte immer wieder die Rückmeldung, dass das genau das ist, was die Menschen sich wünschen und auch nachholen möchten, sobald es geht. Dass dieser Wunsch bestehen bleibt, ist ein gutes Zeichen.

???: Hat sich mit der Pandemie auch Ihre Arbeit als Programmkoordinator verändert?

Constance: Ja, meine Arbeit hat sich natürlich auch verändert. Statt der Organisation der beliebten Begegnungsveranstaltungen war es in der letzten Zeit wichtig, alle Vorgaben der Landesregierung auch an die amerikanischen Haushalte weiterzugeben. Zwar wird auch von Seiten der Air Base umfassend informiert, mir war es aber wichtig, Informationen noch breiter zu streuen und hier zu unterstützen, damit auch die amerikanischen Haushalte gut informiert bleiben.

???: Wie haben Sie versucht, trotz der aktuellen Situation die Bürgerinnen und Bürger zu vernetzen und vielleicht doch für ein kulturelles Angebot zu sorgen?

Constance: Wir haben uns für ein virtuelles Programm entschieden, das auch in Zukunft einen Mehrwert bieten soll. So gab es zum Beispiel ein digitales Austauschprogramm mit einer Bierverkostung im Dezember oder einen weihnachtlichen Deutsch-Kochkurs per Video. Bei Allem handelte es sich um lokale Angebote, die einen Anreiz dazu bieten sollen, auch nach Corona verschiedene Traditionen oder Gerichte kennenzulernen. Eine schöne Aktion war auch das Singen von Weihnachtsliedern mit Kindern und Müttern des MOMS Club Kaiserslautern für das DRK Seniorenzentrum Ramstein-Miesenbach. Das entstandene Video sollte zeigen: „Hier sind Leute, die an euch denken“. Das hat die deutsch-amerikanische Solidarität, wie ich finde, gut zum Ausdruck gebracht.

Das zeigt ja, dass sich auch die amerikanischen Mitbürger in der Pandemie engagiert haben.

Constance: Viele der amerikanischen Familien möchten sich sozial engagieren. Meine Aufgabe ist es, beide Seiten zusammenzubringen. Daher war es mir von Anfang an wichtig, auch über Hilfsaktionen zu informieren und bestehende Informationen zu übersetzen. So haben sich Amerikaner zum Beispiel beim Einkaufsservice in Steinwenden eingebracht oder fleißig Alltagsmasken genäht, die ich dann in der Westpfalz, beispielsweise im DRK, verteilt habe.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Projekte sind im Laufe des Jahres noch geplant?

Constance: Wir haben die Pandemie bisher genutzt, um nachhaltige Informationen zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören zum Beispiel unsere virtuellen 360-Grad-Videos der Ortsgemeinden. Diese sollen im Laufe des Jahres durch Ortsrundgänge ergänzt werden, die von den Bürgermeistern begleitet werden. Die Ortsvorsteher haben damit die Gelegenheit, ihre Heimatgemeinde mit ihren Sehenswürdigkeiten vorzustellen. So ermöglichen wir es den Amerikanern, ihre neue Heimat besser kennenzulernen. Außerdem sind Mal- und Bastelkurse sowie eine Weinprobe geplant. Interessant wird sicher auch die angedachte Kooperation mit US-Bloggern, die mit einer eigenen Perspektive einmal einen anderen Blick auf die Region bieten.

Blicken Sie trotz der Kontaktbeschränkungen positiv in die Zukunft was den interkulturellen Austausch betrifft?

Constance: Ja, generell bin ich positiv gestimmt. Der persönliche Kontakt lässt sich nicht ersetzen, wir müssen aber dennoch nach Möglichkeiten suchen, um in Verbindung zu bleiben. Das gilt gerade für die Stammtische, bei denen nun die Kontinuität fehlt. Man spürt den Wunsch zur Vernetzung aufseiten der deutschen und amerikanischen Bürger und das ist ein positives Signal für die Zeit nach der Pandemie.

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Landstuhl

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