Waldbrand-Projekt in Otterberg: So sollen Einsätze schneller werden

Bei der Bekämpfung eines Waldbrands kommt es auch auf Teamwork an. (Archivbild) | Foto: Kevin Schößler/dpa
  • Bei der Bekämpfung eines Waldbrands kommt es auch auf Teamwork an. (Archivbild)
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Otterberg. Bei hoher Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz sollen Brände künftig schneller und gezielter bekämpft werden. Dafür testet das Forstamt Otterberg im Kreis Kaiserslautern gemeinsam mit Feuerwehren neue Ausbildungs- und Einsatzformate. Auslöser für die neue Aufmerksamkeit sind auch schwierige Einsätze wie zuletzt am Rotenfels im Kreis Bad Kreuznach. Dort brannte vor rund zwei Wochen Wald in einem munitionsbelasteten Gebiet. Die nahe Ortschaft Traisen wurde geräumt.

Warum das Projekt jetzt wichtig ist

Wenn ein Wald brennt, müssen Feuerwehr und Forst eng zusammenarbeiten. Förster kennen Wege, Zufahrten und Bestände oft sehr genau. Einsatzkräfte der Feuerwehr bringen Technik, Taktik und Gefahrenabwehr zusammen. Fachleute sehen hier noch Verbesserungsbedarf, vor allem bei Vegetationsbränden.

Nach Angaben der Projektpartner soll ein länderübergreifendes Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg vorhandenes Wissen aus Forstwirtschaft, Feuerwehr und Forschung bündeln. Das Ziel ist, Abläufe für den Ernstfall praxisnäher zu machen.

So ist die Zusammenarbeit bisher geregelt

In Rheinland-Pfalz sieht der Rahmen-Alarm- und Einsatzplan Waldbrand vor, die örtliche Forstbehörde frühzeitig einzubinden. Auf Landesebene tauschen sich Forstverwaltung und Brand- und Katastrophenschutz zudem in einem Fachbeirat Waldbrandschutz aus. Auch in Hessen ist die Zusammenarbeit geregelt. Dort schreibt ein Waldbranderlass regelmäßige gemeinsame Übungen von Feuerwehr und Forstbehörden vor.

Welche Probleme Fachleute sehen

Experten verweisen darauf, dass Deutschland Waldbrände lange nicht als eigene große Gefahrenlage gesehen habe. Mit dem Klimawandel steige das Risiko jedoch. Zugleich gehe es nicht nur um Technik und Personal, sondern auch um effizientere Einsätze, falls mehrere Feuer gleichzeitig ausbrechen.

  • Vegetationsbrände gelten in Teilen der Aus- und Fortbildung noch als Lücke
  • Forst und Feuerwehr sollen die Arbeitsweise der jeweils anderen Seite besser kennen
  • Neue Konzepte sollen helfen, mit weniger Kräften pro Einsatzstelle wirksam zu arbeiten

Was in Otterberg konkret geplant ist

Das in diesem Jahr gestartete Projekt entwickelt Aus- und Fortbildungskonzepte für Feuerwehrmannschaften, Führungskräfte, Forstwirte, Revierleitungen und Forstämter. Grundlage sind Umfragen und Workshops, mit denen der Bedarf ermittelt wurde. Bis Ende August 2027 dient das Forstamt Otterberg als Modellregion und Praxispartner. Dort sollen neue Formate im Alltag getestet und gemeinsame Trainings organisiert werden. Die Erkenntnisse sollen später in ganz Rheinland-Pfalz und darüber hinaus nutzbar sein.

Hinter dem Vorhaben steht auch das bundesweite ForestFireFighting TransferLaboratory. Es baut auf dem Wissensportal „vegetationsbraende.de“ auf und wird vom Bund mit rund einer Million Euro gefördert. Weitere vier Millionen Euro stehen für Ideen, Entwicklungen und Forschungsprojekte bereit. dpa/red

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Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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