Wenn Wohnung oder Büro zur Sauna werden: An Orten in LU Extremhitze entkommen
- Wer in der der Parkstraße wohnt, profitiert von der Nähe zum Auenwäldchen direkt am Rhein.
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Ludwigshafen. Die Stadt ächzt unter der nächsten Hitzewelle. Vor allem Städte am Oberrhein heizen sich in diesen Tagen stark auf, zumindest verdichtete Stadtteile. Meteorologen erwarten viele Tage mit mehr als 36 Grad, nachdem bereits am Sonntag, 21. Juni, 38 Grad gemessen wurden. Auch nachts kühlt es in vielen Stadtteilen kaum noch ab, denn die Temperaturen sinken oft nicht unter 20 Grad. Ein Ende der Hitzebelastung ist derzeit nicht in Sicht.
Von Julia Glöckner
Wer dem aufgeheizten Büro oder der heißen Wohnung entkommen will, findet in Ludwigshafen mehrere kühle Rückzugsorte. Besonders angenehm sind die grünen Oasen der Stadt. Im Auenwald auf der Parkinsel und im Maudacher Bruch bleibt es durch Verdunstungskühle oft bis zu sieben Grad kühler als in der Innenstadt. Bäume und hohe Grundwasserpegel sorgen dort für spürbare Erleichterung, während viele andere Flächen austrocknen und zusätzliche Hitze speichern. Wer mobil arbeiten kann, sollte deshalb Remote Work im Grünen in Betracht ziehen. Das Maudacher Bruch gilt als sogenanntes Wet Land, in denen es oft bis zu 8 Grad kühler ist als in anderen Stadtteilen.
Auch der Friedenspark wirkt an heißen Tagen wie eine natürliche Klimaanlage. Ähnlich angenehm ist das Wäldchen an der Damaschkestraße, wobei Besucher dort eigene Sitzmöglichkeiten mitbringen müssen. Viele Menschen zieht es außerdem in den Wildpark Rheingönheim, der Schatten und Abkühlung bietet, allerdings keine Arbeitsplätze.
Besonders ältere Menschen leiden unter der extremen Hitze. Für Ruheständler bieten sich deshalb Tagesausflüge in die Rheinauen oder in den Pfälzer Wald an, etwa zum Eiswoog See. Aufgrund von Höhenlage und Bewaldung ist es im Pfälzerwald mancherorts deutlich kühler.
Kühle Zufluchtsorte gibt es auch mitten in der Stadt. Große Einkaufszentren wie die Rheingalerie oder der Globus sowie das Kaufland in Oggersheim sind klimatisiert,. Ebenso die Stadtbibliothek, wo sich arbeiten lässt. Wer die heißesten Stunden zwischen 11 und 17 Uhr mit einem Buch im Café verbringt, entlastet Kreislauf und Körper deutlich, wenn die Wohnung längst 28 Grad oder mehr erreicht hat.
Auch Kirchen könnten in Zukunft stärker als Hitzeschutzorte genutzt werden. Die kommunalen Hitzeaktionspläne werden derzeit weiterentwickelt und sahen 2022 ursprünglich Kirchen sowie weitere alte Gemäuer als Hitzeschutzorte vor. Auch Innenräume in nicht verfallenen Ruinen im Pfälzerwald eignen sich also als Zufluchtsstätten, etwa für ein Picknick am Wochenende, wenn man es gar nicht mehr erträgt. Gerade alte Kirchen mit dicken Mauern bleiben oft deutlich kühler als die Umgebung. Viele katholische Kirchen verstehen sich weiterhin als offene Orte, auch wenn nicht jede tagsüber dauerhaft geöffnet. Ein kurzer Anruf bei der Kirchengemeinde kann sich lohnen. Dort lässt sich in ruhiger Atmosphäre lesen, ausruhen oder leise unterhalten. Protestantische Kirchen öffnen in der Regel nur zu Veranstaltungen und Gottesdiensten.
Wer Abkühlung am See oder im Schwimmbad sucht, sollte konsequent auf Sonnenschutz achten. Das Wasser sorgt zwischendurch für Erfrischung, die starke UV-Belastung bleibt aber hoch. Am See ziehen Hitzetage oft deutlich schneller vorbei. jg
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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