Stadt investiert in Hitzevorsorge: Kinder, Ältere und Plätze im Fokus
- Wenn die Stadt aufheizt, werden Schatten, Brunnen und kühle Rückzugsorte im Alltag wichtig.
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Ludwigshafen. Nach den jüngsten Hitzeperioden will die Stadt den Hitzeschutz deutlich ausbauen und bereitet dafür ein Maßnahmenpaket im niedrigen zweistelligen Millionenbereich vor. Laut Verwaltung will der Stadtvorstand das Paket dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen.
Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner sieht heiße Sommer und längere Hitzeperioden als wachsende Herausforderung für Menschen, Natur und die städtische Infrastruktur. Die Stadt will dafür auch Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes nutzen.
Schwerpunkt auf Kitas, Schulen, Pflegeheimen
Ein Schwerpunkt liegt nach Angaben der Stadt auf Gruppen, die besonders unter Hitze leiden. Dazu zählt die Stadt vor allem Kinder, ältere Menschen und Pflegebedürftige.
Schul- und Jugenddezernent Lars Pletscher nennt als Ziel, dass perspektivisch jede Kita mindestens einen klimatisierten Raum als Rückzugsort bekommt. Außerdem will die Stadt an Kitas und Schulen mehr Verschattung erreichen, etwa durch Bäume, Sonnensegel und besseren baulichen Sonnenschutz.
Als Beispiele für laufende Projekte nennt die Stadt den Spielplatz in der Welserstraße im Hemshof. Dort gestaltet sie die Fläche mit schattenspendenden und klimaresilienten Pflanzen um und stattet sie mit einem Trinkbrunnen aus. Am Schulzentrum Mundenheim baute die Stadt rund 1.200 Quadratmeter Schulhoffläche um. Sie entsiegelte und bepflanzte Flächen und schuf Wetterschutzdächer.
Auch die städtischen Senioreneinrichtungen rücken in den Fokus. Sozialdezernent David Guthier kündigt Investitionen in den beiden städtischen Pflegeheimen an. Das betrifft das Dr. Hans Bardens Haus in der Gartenstadt und das Haus Friesenheim. Geplant sind dort unter anderem klimatisierte Rückzugsräume, besserer Sonnenschutz und zusätzliche Verschattung. In die weiteren Planungen will die Stadt auch die Seniorenwohnhäuser der GAG einbeziehen, die von der städtischen Fachstelle Älter werden verwaltet und betreut werden.
Mehr Schatten und Trinkbrunnen
Neben Einrichtungen will die Stadt auch den öffentlichen Raum stärker auf Hitze vorbereiten. In dicht bebauten Stadtteilen und auf Plätzen soll Begrünung, Verschattung und Trinkwasser künftig einen höheren Stellenwert bekommen.
Baudezernent Alexander Thewalt verweist auf mehrere Vorhaben nach diesem Prinzip. Der Theaterplatz, der Karl-Kornmann-Platz und der Hans-Klüber-Platz gestaltet die Stadt im Rahmen des Förderprojekts "Nachhaltige Innenstädte der Zukunft" anhand von Maßnahmen zur Beeinflussung von urbanen Hitzeinseln um. Die Stadt stattet die Plätze dabei auch mit Trinkbrunnen aus. Auch der Bürgerhof soll nach Angaben der Stadt begrünt und widerstandsfähiger gegenüber Hitze werden.
Für die vier Plätze setzt die Stadt ein Investitionsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro um. Ergänzend pflanzte die Stadt im Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation nach eigenen Angaben bereits 250 zusätzliche Bäume in verschiedenen Stadtteilen.
Als strategische Grundlage nennt die Stadt das Klimaanpassungskonzept aus dem Projekt Fit for (climate) future. Daraus will der Stadtvorstand Schritt für Schritt konkrete Investitionen ableiten. Priorität sollen Orte bekommen, an denen sich viele Menschen aufhalten oder besonders schutzbedürftige Gruppen betroffen sind.
Als kurzfristig wirksames Angebot nennt die Stadt das Wilhelm-Hack-Museum. An besonders heißen Tagen ist dort der Eintritt kostenlos. Das Museum soll dann auch als kühler Rückzugsort in der Innenstadt dienen. jg/red
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |