Amateurfußball vor großem Umbau – Das ändert sich für die Vereine in der Westpfalz

Zwei Spieler gehen im Mittelfeld energisch zum Ball, während Mitspieler und Zuschauer die Szene verfolgen – typische Dynamik aus den regionalen Fußballligen des Südwestdeutschen Fußballverbands. | Foto: Erik Stegner
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Weniger Teams, mehr Ligen – was zunächst widersprüchlich klingt, könnte den Amateurfußball in der Westpfalz grundlegend verändern. Hinter den Plänen des SWFV steckt ein Umbau, der für manche Vereine neue Chancen eröffnet, für andere aber auch neue Fragen aufwirft.

Von Erik Stegner
Westpfalz. Der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) plant eine weitreichende Reform des Männerspielbetriebs. Hintergrund ist ein seit Jahren sinkender Bestand an Mannschaften. Ziel ist ein flexibleres, regionaleres und langfristig tragfähiges Ligensystem. Erste Änderungen könnten bereits zur Saison 2026/27 sichtbar werden – endgültig beschlossen ist die Neustrukturierung jedoch noch nicht. Für viele Klubs geht es dabei um mehr als Tabellenplätze: Es geht um Planungssicherheit und teils auch um die sportliche Zukunft.

Szene aus dem Amateurfußball in der Westpfalz: Nach einer Flanke steigt ein Spieler im Strafraum zum Kopfball hoch, während Torwart und Abwehr reagieren – packende Duelle wie diese prägen aktuell die Diskussion um die geplante Reform der Spielklassen im Südwestdeutschen Fußballverband. Symbolbild Amateurfußball aus dem Spiel FC Insheim gegen FC Leimersheim. | Foto: Erik Stegner
  • Szene aus dem Amateurfußball in der Westpfalz: Nach einer Flanke steigt ein Spieler im Strafraum zum Kopfball hoch, während Torwart und Abwehr reagieren – packende Duelle wie diese prägen aktuell die Diskussion um die geplante Reform der Spielklassen im Südwestdeutschen Fußballverband. Symbolbild Amateurfußball aus dem Spiel FC Insheim gegen FC Leimersheim.
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Auftrag der Vereine: Reform auf breiter Basis

Ausgangspunkt der Planungen war der Verbandstag 2024. Dort erteilten die Vereine dem Präsidium einstimmig den Auftrag, den Spielbetrieb der Männer zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Seitdem arbeitet eine Steuerungsgruppe an verschiedenen Modellen. Ab heute folgt im Rahmen der Vorstandtreffen eine weitere Dialogphase mit den Klubs, in der der aktuelle Vorschlag vorgestellt und diskutiert wird. Es handelt sich also um einen Entwicklungsprozess – nicht um eine sofortige Einführung.

Warum der Amateurfußball umgebaut werden soll

Die Zahlen verdeutlichen den Handlungsdruck: Vor rund zehn Jahren nahmen im SWFV noch über 1.200 Mannschaften am Spielbetrieb teil, aktuell sind es nur noch etwa 900. Viele Staffeln sind dadurch schwach besetzt, Auswärtsfahrten werden länger und Spielabsagen häufiger. Der Verband reagiert damit auf eine neue Realität im Amateurfußball, die vielerorts bereits spürbar ist.

Teambesprechung am Spielfeldrand: Spieler einer Amateur-Fußballmannschaft lauschen den Anweisungen ihres Trainers vor dem Tor – typische Szene aus dem Spielbetrieb der Westpfälzer Kreisligen im Südwestdeutschen Fußballverband. | Foto: Erik Stegner
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„Aufstockung“ bedeutet: mehr Staffeln, nicht mehr Vereine

Der Begriff sorgt häufig für Missverständnisse. Gemeint ist keine Vermehrung der Vereine, sondern eine Neuaufteilung der bestehenden Teams. Statt weniger großer Ligen sollen künftig mehr Staffeln mit jeweils weniger Mannschaften gebildet werden. Das soll Wege verkürzen, Spieltage stabilisieren und Vereine organisatorisch entlasten.

So könnte die neue Ligastruktur aussehen

Konkret sieht der Vorschlag derzeit so aus:
Die oberste Ebene, die Verbandsliga, bleibt unverändert mit einer Staffel bestehen. Darunter wird das System breiter aufgestellt:

  • Landesliga: künftig drei statt zwei Staffeln
  • Bezirksliga: künftig sechs statt vier Staffeln
  • A-Klasse: künftig 15 statt zehn Staffeln
  • B-Klasse: künftig bis zu 36 Staffeln statt derzeit rund 20

Eine zentrale Änderung betrifft die C-Klasse. Sie soll aus dem regulären Aufstiegssystem herausgelöst werden. Meisterschaften bleiben möglich, ein sportlicher Aufstieg ist jedoch nicht mehr vorgesehen.

Drei Spieler ringen im Duell um den Ball – typische Szene aus einem Ligaspiel der Westpfälzer Fußballkreise im Südwestdeutschen Fußballverband. | Foto: Erik Stegner
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B-Klasse wird sportliche Basis, C-Klasse flexible Auffangliga

Die B-Klasse rückt stärker in den Mittelpunkt und wird zur wichtigsten Einstiegsebene mit Aufstiegschance. Gleichzeitig bleibt dort der sogenannte Flex-Spielbetrieb möglich, etwa mit kleineren Mannschaftsgrößen.

Die C-Klasse soll Vereinen mit Personalproblemen mehr Spielraum bieten – beispielsweise durch Siebener-Teams oder verkürzte Runden. Der Druck, zwingend aufsteigen zu müssen, entfällt. Für kleinere Klubs kann das entscheidend sein, um überhaupt am Wettbewerb teilnehmen zu können.

Weitere Eckpunkte der Planung

  • Relegationsspiele sollen bestehen bleiben.
  • Frauen dürfen weiterhin bei Männerteams auf Kreisebene eingesetzt werden.
  • Die bestehenden Fußballkreise bleiben erhalten.
  • Staffeln sollen möglichst nicht mehr als 16 Mannschaften umfassen.
  • Ziel ist eine deutliche Verkürzung der Fahrtwege.
  • Abstiegsregelungen sollen vereinheitlicht werden.
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Auswirkungen für Vereine in der Westpfalz

Die Reform betrifft alle Fußballkreise in der Westpfalz, darunter Pirmasens-Zweibrücken, Kaiserslautern-Donnersberg und Kusel-Kaiserslautern. Für viele Klubs könnten sich vor allem organisatorische Vorteile ergeben: regionalere Gegner, kürzere Anfahrten und besser planbare Spieltage. Leistungsstarke Teams erhalten rechnerisch mehr Aufstiegsmöglichkeiten, kleinere Vereine profitieren von flexibleren Teilnahmebedingungen in der C-Klasse.

Anpassung statt Wachstum

Unterm Strich ist die geplante Reform kein Expansionsprojekt, sondern eine Reaktion auf schrumpfende Strukturen im Amateurfußball. Der SWFV versucht, das Ligensystem an die Realität sinkender Mannschaftszahlen anzupassen. Die kommenden Monate werden zeigen, in welcher Form die Vereine den Vorschlag mittragen – und wie der Amateurfußball in der Westpfalz künftig organisiert sein wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Weil die Zahl der Mannschaften seit Jahren sinkt. Vor rund zehn Jahren spielten im Verband noch über 1.200 Teams, aktuell sind es nur noch etwa 900. Viele Ligen sind dadurch dünn besetzt, Fahrtwege werden länger und Spielabsagen häufiger. Der Verband will die Struktur an diese veränderte Realität anpassen.
Nein. Bisher handelt es sich um einen Vorschlag des Präsidiums. Die Vereine hatten 2024 zwar den Auftrag zur Weiterentwicklung erteilt, doch aktuell läuft noch eine Dialog- und Abstimmungsphase. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Erste Änderungen wären frühestens zur Saison 2026/27 denkbar.
Nicht mehr Vereine – sondern mehr Staffeln mit weniger Teams. Die vorhandenen Mannschaften sollen neu verteilt werden. Ziel sind kleinere Gruppen, kürzere Fahrten und stabilere Spieltage. Die Gesamtzahl der Teams wächst also nicht, sie wird nur anders organisiert.
Die Verbandsliga bleibt unverändert. Darunter sollen mehr Staffeln entstehen: ...drei Landesligen statt zwei. ...sechs Bezirksligen statt vier. ...15 A-Klassen statt zehn. ...bis zu 36 B-Klassen statt rund 20. Die C-Klasse bleibt bestehen, soll aber keine Aufstiegsliga mehr sein. Dort wären flexible Modelle möglich, etwa kleinere Teams oder verkürzte Runden.
Vereine in Kreisen wie Pirmasens-Zweibrücken, Kaiserslautern-Donnersberg oder Kusel-Kaiserslautern könnten vor allem organisatorisch profitieren: regionalere Gegner, kürzere Anfahrten und besser planbare Spieltage. Leistungsstarke Klubs hätten rechnerisch mehr Aufstiegsmöglichkeiten, kleinere Vereine mehr Spielraum durch flexible Modelle in der C-Klasse. Insgesamt zielt die Reform auf Anpassung statt Wachstum – also Stabilisierung des Amateurfußballs unter veränderten Bedingungen.
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Erik Stegner aus Landstuhl

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