Wenig Regen, gesunde Trauben: Winzer erwarten starken Jahrgang
- Gesunde Trauben trotz trockener Bedingungen: In Ilbesheim beraten Fachleute über den neuen Weinjahrgang.
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Ilbesheim. Gesunde Trauben und gute Aussichten auf einen starken neuen Jahrgang standen beim traditionellen Weinlesegespräch der Deutsches Weintor eG in Ilbesheim im Mittelpunkt. Landrat Dietmar Seefeldt und Torsten Blank, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land, informierten sich über die Ernte, den Weinmarkt und die Herausforderungen für die Weinwirtschaft.
Die lange Trockenheit und die geringen Niederschläge beeinflussten die Erträge je nach Standort und Boden deutlich. Wo Regen fiel oder die Böden Wasser besser speicherten, ernteten die Winzerinnen und Winzer mehr Trauben.
Thorsten Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsches Weintor eG, beschreibt die Unterschiede so: „Wir erleben in diesem Jahr einen klassischen ‚neidischen Herbst‘. Die Erntemengen können sich selbst auf vergleichsweise kurze Distanz deutlich unterscheiden. Entscheidend sind die Böden und vor allem die Frage, wo die Reben von den wenigen Niederschlägen profitieren konnten.“
Hohe Qualität trotz schwankender Mengen
Das Lesegut kommt laut Deutsches Weintor eG in sehr gesundem Zustand an. Kellermeister Michael Kern erwartet deshalb einen ausdrucksstarken Jahrgang: „Die Trauben kommen in einem sehr gesunden Zustand bei uns an. Das ist die entscheidende Grundlage für einen hervorragenden Jahrgang. Wir erwarten sehr schöne, ausdrucksstarke Weine und können uns auf hohe Qualitäten freuen.“
Auch bei den roten Rebsorten sieht die Genossenschaft großes Potenzial. Bereichsleiter Technik Stefan Di Cursi sagt: „Besonders bei den roten Rebsorten sehen wir sehr vielversprechende Voraussetzungen. Die Trauben lassen farbintensive Rotweine mit viel Ausdruck und Struktur erwarten.“
Die Gesprächsteilnehmer diskutierten außerdem die schwierige Lage auf dem deutschen Weinmarkt. Die Deutsches Weintor eG setzt auf Qualität und neue Angebote, unter anderem im wachsenden Bereich alkoholfreier Weine. Vorstandsvorsitzender Frank Jentzer erklärt: „Der Markt fordert uns weiterhin stark. Entscheidend ist deshalb, nicht abzuwarten, sondern aktiv Antworten auf veränderte Konsumgewohnheiten zu geben. Mit Innovationen beispielsweise im alkoholfreien Bereich und gleichzeitig einer klaren Ausrichtung auf Qualität wollen wir neue Impulse setzen und die Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft und damit auch unserer Mitgliedsbetriebe sichern.“
Seefeldt würdigte die Qualitätsorientierung der Genossenschaft. Er sagt: „Gerade in einem schwierigen Marktumfeld ist es wichtig, sich mit Qualität und einem klaren Profil zu behaupten. Deutsches Weintor zeigt, wie sich die Stärken unserer Weinregion mit einer zukunftsgerichteten Strategie verbinden lassen.“
Blank betonte die Bedeutung der Genossenschaft für die Region und die Winzerfamilien: „Deutsches Weintor ist für zahlreiche Winzerfamilien ein verlässlicher Partner und zugleich ein wichtiger Arbeitgeber in unserer Region. Diese Verbindung von Landwirtschaft, Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vor Ort ist von großer Bedeutung.“ Das Gespräch bot den politischen Vertretern wie jedes Jahr Einblicke in die Lage der Weinberge, die Erwartungen an den neuen Jahrgang und die wirtschaftlichen Bedingungen der Branche.
Autor:Annina Ksionsek aus Landau |