Warum EWL-Fahrzeuge jetzt oft mitten in Landau stehen
- Bei Hitze stehen die EWL-Gießfahrzeuge öfter am Straßenrand, weil junge Bäume langsam Wasser brauchen.
- Foto: EWL
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Landau. Wenn in diesen Tagen ein EWL-Fahrzeug länger am Straßenrand hält, steckt oft kein Defekt dahinter, sondern Gießarbeit. Der Bauhof des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) bewässert bei anhaltender Hitze gezielt junge Bäume und neue Pflanzungen, um Trockenschäden zu verhindern.
Der Bauhof fährt während längerer Trockenperioden die ganze Woche über feste Gießrouten im Stadtgebiet. Kübel und Wechselflorbeete erhalten in der Regel zweimal pro Woche Wasser, bei extremer Hitze bei Bedarf auch dreimal. Pro Einsatztag verteilt das Team insgesamt rund 8.000 bis 10.000 Liter Wasser.
Junge Bäume haben Vorrang, Rasen nicht
Ulrike Voss, Bauhof-Spartenleitung Grünflächen, erklärt: „Wir setzen das verfügbare Wasser dort ein, wo längere Trockenphasen Pflanzen dauerhaft schädigen können“. Der Bauhof bewässert nicht flächendeckend. Vorrang haben neu gepflanzte Bäume sowie Jungbäume aus den vergangenen zwei bis drei Jahren. Auch neu angelegte Staudenflächen bekommen während des Anwachsens bei Bedarf zusätzlich Wasser.
Rasenflächen stehen bei den Gießtouren dagegen nicht im Fokus. Sie können während längerer Trockenperioden braun werden und erholen sich nach Niederschlägen in der Regel wieder.
Wie die Stadtverwaltung Landau mitteilt, hat die Hitzebelastung in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Zwischen 1961 und 1990 registrierte die Stadt im Schnitt zehn Hitzetage pro Jahr. Von 1991 bis 2020 waren es bereits 17. Im Jahr 2025 stieg die Zahl auf 23 Hitzetage.
Warum das Gießen oft länger dauert als gedacht
Bei Bäumen braucht die Bewässerung Zeit. Je nach Größe und Standort erhält ein Baum pro Gießvorgang rund 80 bis 200 Liter Wasser. Das Wasser muss langsam einsickern, damit es die Wurzeln erreicht. Wenn nur die Oberfläche kurz nass wird, kommt viel Wasser nicht bis zum Wurzelwerk.
Auch größere Pflanzflächen brauchen Geduld. Bis ein Tank mit 2.000 Litern Wasser verteilt ist, vergehen laut EWL etwa eine bis eineinhalb Stunden. Voss sagt dazu: „Das Wässern eines Baumes dauert deshalb oft länger, als es im Vorbeigehen wirkt“.
Für die Bewässerung setzt der EWL zwei Fahrzeuge ein. Ein Traktor transportiert einen Tank mit 2.000 Litern Wasser und verteilt es mit einer geräuscharmen Elektropumpe. Auch das Bauhoffahrzeug Fumo hat einen 2.000-Liter-Tank, dort läuft die Pumpe über das Fahrzeug. Zusätzlich unterstützen beauftragte Fachfirmen.
Der EWL bittet um Rücksicht, wenn Fahrzeuge am Straßenrand halten. Voss erklärt: „Wir bitten Autofahrerinnen und Autofahrer, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Anwohnende um Rücksicht, wenn unsere Fahrzeuge am Straßenrand halten. Im laufenden Verkehr ist es für unsere Mitarbeitenden nicht immer einfach, einen geeigneten Standort zu finden.“
Wer Bäume vor der eigenen Haustür unterstützen möchte, kann laut EWL bei langen Trockenphasen selbst helfen. Ein Eimer oder eine Gießkanne Wasser bringt etwas, wenn das Wasser langsam und direkt auf der Baumscheibe verteilt wird.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |