Uni-Preise in Landau: Diese sechs Themen wurden ausgezeichnet

Bei der Verleihung der diesjährigen Universitätspreise des Freundeskreises der RPTU in Landau stehen Forschung und lokale Themen wie Sicherheit im Nahverkehr im Fokus | Foto: Stadt Landau
  • Bei der Verleihung der diesjährigen Universitätspreise des Freundeskreises der RPTU in Landau stehen Forschung und lokale Themen wie Sicherheit im Nahverkehr im Fokus
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Landau. Forschung, die direkt Fragen aus dem Alltag berührt, stand am Sonntag, 22. Juni, im Mittelpunkt. Der Freundeskreis der RPTU in Landau hat sechs Arbeiten mit den Universitätspreisen ausgezeichnet und die Preise am Abend in der Augustinerkirche übergeben.

Die Verleihung fand um 18 Uhr im Gemeindesaal der Augustinerkirche statt. Die Vorsitzende Eva Schübel übergab die Preise gemeinsam mit der RPTU-Vizepräsidentin Melanie Steffens und der Beigeordneten Lena Dürphold. Anschließend klang die Feier im Kreuzgang und Garten aus.

Drei Dissertationen und drei Abschlussarbeiten prämiert

Ausgezeichnet wurden drei Dissertationen, eine Masterarbeit und zwei Bachelorarbeiten. Das Preisgeld beträgt für die besten Dissertationen jeweils 1000 Euro und für die besten Abschlussarbeiten jeweils 500 Euro. Langjährige Spender sind die Sparkasse Südpfalz, die VR Bank Südpfalz und die Energie Südwest AG. Neu hinzugekommen ist die Vulcan Energie Ressourcen GmbH.

Inhaltlich standen vor allem naturwissenschaftliche Themen im Vordergrund. Nina Röder untersuchte in ihrer Dissertation Uferökosysteme und zeigte, dass Stressoren wie Pestizide, Schwermetalle und hydrologische Veränderungen nicht nur kurzfristige Effekte haben, sondern auch rasche genomische Anpassungsprozesse auslösen können. Die Arbeit verbindet unter anderem Molekular- und Evolutionsbiologie, Ökologie, Bioinformatik und Umweltwissenschaften und hat laut Beschreibung unmittelbare Bedeutung für Umweltpolitik, Naturschutzpraxis und nachhaltiges Gewässermanagement.

Ken M. Mauser ging in seiner Dissertationsschrift der Frage nach, warum Insekten und andere Tierarten in der Kulturlandschaft zurückgehen und welche Rolle menschliche Einflüsse spielen. Er betrachtete dabei Pestizide aus der Landwirtschaft, veränderte Wasserstände durch den Klimawandel sowie ein Biozid zur Mückenbekämpfung, das am Oberrhein seit Jahrzehnten großflächig eingesetzt wird. Seine Ergebnisse zeigen, dass im Oberrheingebiet Pestizide nahezu überall nachweisbar sind und meist als Mischung verschiedener Substanzen auftreten.

Tobias Bier befasste sich in seiner Dissertation mit dem naturwissenschaftlichen Unterricht und der Frage, wie sich Modellvorstellungen besser vermitteln lassen. Er entwickelte ein Messinstrument zur Bestimmung der Qualität naturwissenschaftlicher Anschauungsmodelle und testete es in einer Studie mit 292 Achtklässlerinnen und Achtklässlern. Dabei verbesserten Augmented-Reality-Modelle und illustrative Modelle das Modellverständnis signifikant.

Sophia Brengel untersuchte in ihrer Masterarbeit, wie Kompost und Pflanzenkohle auf Waldboden und das Überleben junger Eichen wirken. Zwar verbesserten beide Stoffe einige Bodeneigenschaften, die Setzlinge überlebten darin aber schlechter als in normalem Waldboden. Die Arbeit rät in diesem Szenario von einer Verwendung von Kompost und Pflanzenkohle bei der Anzucht junger Eichen ab.

Johanna Brauckmann fragte in ihrer Bachelorarbeit, ob ein Bildungsverständnis, das stark auf Vernunft und selbstständiges Denken setzt, aus post- und dekolonialer Sicht sinnvoll bleibt. Ihre Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Ruhloffs Bildungsverständnis weder einfach abzulehnen noch unkritisch zu übernehmen ist und dass weitere Forschung nötig ist.

Einen klaren Bezug zur Stadt Landau stellte die Bachelorarbeit von Tim-Martin Melchert her. Er untersuchte, ob sogenannte Angsträume im öffentlichen Raum die Nutzung des Nahverkehrs beeinflussen, insbesondere rund um den Hauptbahnhof und einzelne Straßenabschnitte, die Befragte als unsicher wahrnahmen. Fast die Hälfte der befragten ÖPNV-Nutzerinnen und ÖPNV-Nutzer meidet demnach bestimmte Wege oder Zeiten oder nutzt den Nahverkehr nur unter Unsicherheit. Als Ursachen nennt die Arbeit unter anderem schlechte Beleuchtung, fehlende soziale Kontrolle und die Anwesenheit bestimmter Menschengruppen. Wie die Stadtverwaltung Landau mitteilt, schlägt die Arbeit ergänzende Ansätze wie mehr Bürgerbeteiligung, niedrigschwellige Meldeangebote und eine gezielte städtische Koordination vor.

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Autor:

Katharina Wirth aus Herxheim

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