Shuttles auf Abruf sollen 2027 in der Südlichen Weinstraße starten
- Shuttles auf Abruf sollen ab 2027 im Landkreis Südliche Weinstraße und bis Wissembourg fahren können.
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Landkreis Südliche Weinstraße. Wer im Landkreis Südliche Weinstraße unterwegs ist und keinen festen Busfahrplan braucht, könnte ab Jahresbeginn 2027 eine neue Option bekommen. Geplant sind Shuttles auf Abruf, die auch grenzüberschreitend bis in die französische Stadt Wissembourg fahren sollen.
Der zuständige Ausschuss des EU-Förderprogramms Interreg Oberrhein hat dafür Fördermittel bewilligt. Für das Projekt ODIM, das der Landkreis Südliche Weinstraße trägt, kommen von der EU 1.851.847,14 Euro. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, definiert das Projektteam nun als nächsten Schritt das Bediengebiet.
So soll die neue VRNflexline funktionieren
Entstehen soll ein grenzübergreifendes On-Demand-Angebot, das den regulären ÖPNV ergänzt. Vorgesehen sind acht Kleinbusse, umfangreiche Betriebszeiten und ein engmaschiges Netz aus regulären Bushaltestellen sowie virtuellen Haltepunkten. So soll ein Gebiet von circa 700 Quadratkilometern erschlossen werden.
Die Fahrten sollen per App oder Telefon buchbar sein. Einen festen Linienplan gibt es nicht. Die Fahrten richten sich nach dem Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer. Fahrten quer durch den Landkreis oder parallel zu bestehenden Buslinien wird es mit der neuen VRNFlexline voraussichtlich jedoch nicht oder nur zu Randzeiten geben. Stattdessen sollen die Kleinbusse vor allem als Zu- und Abbringer zu Bus- und Bahnverbindungen dienen.
Das Stadtgebiet Landau gehört zunächst nicht zum Bediengebiet. Mittelfristig nennt der Landkreis als Ziel, die grenzüberschreitende VRNflexline Südliche Weinstraße und Wissembourg mit der VRNflexline Landau zu integrieren.
Betrieben werden soll das Angebot mit elektrischen Großraumfahrzeugen von lokalen Verkehrsdienstleistern. Der Betrieb soll sich durch Feedback der Nutzenden und durch Evaluationsergebnisse kontinuierlich anpassen. Außerdem soll bis Ende Juni 2029 ein Transferkonzept entstehen, damit perspektivisch auch die Dörfer rund um Wissembourg und weitere Gebiete in der Oberrheinregion angeschlossen werden können.
Für wen das Angebot gedacht ist und wie es weitergeht
Nutzen können sollen die Shuttles auf Abruf alle rund 115.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Südlichen Weinstraße sowie etwa 8000 Bürgerinnen und Bürger aus Wissembourg. Der Landkreis nennt außerdem besonders Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität als Zielgruppen. Auch Personen ohne eigenes Auto oder Menschen, die aufs Auto verzichten wollen oder müssen, sowie Touristinnen und Touristen sollen profitieren.
Das Projekt startet bereits am Freitag, 1. August, mit der technischen und konzeptionellen Vorbereitung. Zuständig ist der ÖPNV-Referent des Landkreises Südliche Weinstraße, Benjamin Klar, gemeinsam mit den Projektpartnern.
Die Kosten teilen sich der Landkreis Südliche Weinstraße, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar und die Verbandsgemeinde Wissembourg. Der Landkreis gibt 25 Prozent seiner Kosten anteilig an die Verbandsgemeinden weiter. Der EVTZ Eurodistrikt PAMINA unterstützt ideell, unter anderem mit Übersetzungsleistungen. Als weitere, assoziierte Projektpartner nennt der Landkreis die Stadt Landau in der Pfalz sowie die französische Région Grand Est.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |