Landau erinnert an NS-Opfer: Stadt verlegt zehn neue Stolpersteine
- In Landau werden neue Stolpersteine ins Pflaster eingelassen und erinnern im Alltag an Opfer des Nationalsozialismus
- Foto: Stadt Landau
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Landau. Zehn neue Stolpersteine kommen am Dienstag, 23. Juni, ins öffentliche Pflaster. Damit erinnert Landau an weitere Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Nach der Verlegung steigt die Zahl der Stolpersteine im Stadtgebiet auf insgesamt 350.
Die Stadtverwaltung verlegt die Gedenksteine im Rahmen der 21. Stolperstein-Verlegung an vier Standorten. Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig gelten als größtes dezentrales Mahnmal der Welt. Sie liegen jeweils vor den letzten frei gewählten Wohnorten und machen Namen und Lebensgeschichten im Alltag sichtbar.
Auftakt um 10 Uhr in der Marktstraße
Die öffentliche Auftaktveranstaltung beginnt um 10 Uhr vor dem Anwesen Marktstraße 51. Peter Damm eröffnet musikalisch am Saxofon. Danach begrüßt Beigeordnete Lena Dürphold, die für das städtische Archiv und Museum zuständig ist. Anschließend informiert Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer über das Leben von Karl Henrich, bevor der erste Stolperstein verlegt wird.
Im Anschluss lässt die Stadt weitere Stolpersteine an drei Standorten im Stadtgebiet in den Boden ein. Aus organisatorischen Gründen finden diese Verlegungen ohne öffentliches Begleitprogramm statt.
Die neuen Stolpersteine erinnern an Karl Henrich (Marktstraße 51), Theodor, Martha, Ellen und Walter Fried (Eichbornstraße 15), Julius, Jeanne, Robert und Edgar Meier (Reduitstraße 11) sowie Franz Zeilberger (Vogesenstraße 4).
Bereits am Montag, 22. Juni, lädt die Stadt Landau gemeinsam mit dem Kulturzentrum Haus am Westbahnhof und der Stolpersteine-Initiative Landau zu einem öffentlichen Vortrag ein. Er beginnt um 18 Uhr im Haus am Westbahnhof.
Frank-Matthias Mann stellt dort unter dem Titel STOLPERSTEINE – SPUREN und WEGE das Kunstprojekt von Gunter Demnig vor. Der Vortrag zeichnet Demnigs künstlerischen Werdegang von seinen ersten Arbeiten im Jahr 1968 bis zum europaweiten Erinnerungsprojekt nach und erklärt Entstehung und Entwicklung. Mann begleitet nach Angaben der Stadt auch die Landauer Stolperstein-Verlegung am darauffolgenden Tag.
Eine Übersicht aller bislang in Landau verlegten Stolpersteine bietet das GeoPortal der Stadt Landau unter maps.landau.de im Themenbereich „Geschichte & Historisches“.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |