Altdeponie Edesheim: Neue Anlage soll Gas absaugen und Umwelt entlasten
- Eine Schwachgasanlage wird auf der ehemaligen Hausmülldeponie Edesheim errichtet werden, hier ein Foto von einer Komponente der bereits bestehenden Anlage auf der früheren Deponie in Heuchelheim
- Foto: KV SÜW
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Edesheim. Auf der abgedeckten Altdeponie entstehen noch immer Methangase. Damit sie nicht in die Atmosphäre entweichen, lässt der Eigenbetrieb WertstoffWirtschaft Südliche Weinstraße dort eine Schwachgasanlage bauen. Den Auftrag dafür hat der EWW-Werkausschuss jetzt vergeben.
Die Anlage soll das Gas über Leitungen aus dem Deponiekörper absaugen und anschließend verbrennen. EWW-Werkleiter Rolf Mäckel warnt: „Wenn wir nicht handeln, kann das Methangas durch die Oberflächenabdeckung des Deponiekörpers in die Atmosphäre entweichen und zur Erderwärmung beitragen. Dabei wirkt sich Methangas um ein Vielfaches stärker aus als das ebenfalls problematische und bekanntere CO2. Um dies zu verhindern, wird das Gas über im Deponiekörper verlegte Leitungen abgesaugt und verbrannt“.
677.000 Euro geplant, rund 329.000 Euro Förderung zugesagt
Der Werkausschuss hat den Auftrag einstimmig an die Göbel Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG aus Neumünster vergeben. Das Unternehmen war nach Angaben der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße bereits auf der Deponie Heuchelheim-Klingen für den EWW tätig und arbeitet dabei mit der Firma TDL Energie aus Neumünster zusammen. Die Erd-, Beton- und Stahlbetonarbeiten übernimmt die Sarter Bau GmbH aus Gossersweiler-Stein.
Die Gesamtkosten liegen voraussichtlich bei rund 677.000 Euro ohne Wartungskosten. Für die Baukosten hat der EWW bereits eine Förderzusage des Bundes aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds in Höhe von rund 329.000 Euro erhalten.
Landrat Dietmar Seefeldt sieht in der Lösung einen praktischen Schritt für den Umweltschutz: „Die Schwachgasanlage ist deshalb eine praktikable Möglichkeit, gerade auch vor dem Hintergrund des Umweltschutzes, die schädlichen Auswirkungen des entstehenden Methangases durch Verbrennen zu minimieren.“ Strom lässt sich aus dem Gas laut EWW nicht mehr erzeugen. Dafür reiche die Menge, wie auch in Heuchelheim-Klingen, nicht aus.
Warum dort weiter Gas entsteht
Die Kreisverwaltung erklärt, dass früher neben Restmüll und Bauschutt auch organische Abfälle wie Bioabfall sowie Papier, Pappe oder Holz auf Deponien landeten. In Edesheim endete die Müllablagerung 1987. Trotzdem entstehen beim langsamen Zerfall dieser Stoffe weiterhin Gase, vor allem Methan und Kohlendioxid.
Mäckel verbindet das mit einem Hinweis auf Abfalltrennung: „Diese Erkenntnisse zur immer noch entstehenden Gasbildung über diesen langen Zeitablauf hin verdeutlichen uns auch, wie notwendig eine konsequente Abfalltrennung ist, um Stoffe in sinnvoller Weise im Kreislauf zu belassen, in anderer Form zu verwerten oder umweltgerecht zu beseitigen“.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |