100 Ehrenamtliche ernten Äpfel für 8.000 Liter Saft
- Eine Streuobstwiese bietet vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum.
- Foto: NVS
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Kreis SÜW. Rund 100 Ehrenamtliche haben am vergangenen Wochenende Äpfel auf den Streuobstwiesen des NaturschutzVerbands Südpfalz bei Billigheim-Ingenheim, Freckenfeld, Hochstadt und Berg geerntet. Aus den unbehandelten Früchten gewinnt der Verband rund 8.000 Liter naturtrüben Apfelsaft. In diesem Jahr gibt es den Saft wegen der kleineren Ernte nur vereinsintern.
Die Erntemenge lag rund 50 Prozent unter dem Ergebnis des vergangenen Jahres. Viele Bäume trugen nach der guten Ernte im Vorjahr deutlich weniger Früchte. Die anhaltende Trockenheit führte außerdem zu mehr Fallobst und kleineren Äpfeln.
Stefan Hey, Vorsitzender der Vereins-Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim, erklärt: „Nach der sehr guten Ernte im vergangenen Jahr haben viele Bäume in diesem Jahr deutlich weniger Früchte angesetzt. Das ist bei vielen Apfelsorten ein normaler biologischer Rhythmus und hängt nicht mit dem trockenen Sommer zusammen“, erklärt Stefan Hey, Vorsitzender der Vereins-Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim. „Die anhaltende Trockenheit sorgte jedoch dafür, dass viel mehr Fallobst unter den Bäumen lag und die verbleibenden Früchte deutlich kleiner blieben.“
Streuobstwiesen liefern mehr als Obst
Der NVS bewirtschaftet in der Südpfalz mehr als 19 Hektar Streuobstfläche ohne Pestizide und Dünger. Dort wachsen über 100 historische, besondere und standortangepasste Obstsorten. Einige Wiesen tragen noch zu wenige Früchte, andere lässt der Verband bewusst als Rückzugsräume für die Natur unangetastet.
Die Einnahmen aus dem Saft investiert der NVS in Naturschutzprojekte. Kurt Garrecht, Vorstand des NVS NaturschutzVerbands Südpfalz, sagt: „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viele Menschen sich Jahr für Jahr ehrenamtlich für unsere Streuobstwiesen einsetzen. Ohne dieses Engagement wäre unsere Naturschutzarbeit nicht möglich.“ Bei der Ernte halfen außerdem zahlreiche freiwillige Helfer der Sparkasse Südpfalz.
Streuobstwiesen bieten Vögeln, Insekten, Kleinsäugern und Reptilien Lebensraum. Alte hochstämmige Obstbäume, Fallobst, Totholz sowie Licht- und Schattenbereiche schaffen dort viele unterschiedliche Strukturen. Regelmäßiger Baumschnitt und eine extensive Beweidung oder Mahd halten die Flächen ökologisch wertvoll.
Autor:Annina Ksionsek aus Landau |