Luchs Lucky im Pfälzerwald überfahren
Tod bei Elmstein

Lucky im Winter.
  • Lucky im Winter.
  • Foto: SNU/Annina Prüssing
  • hochgeladen von Roland Kohls

Helmbach. Bei Helmbach , das zur Gemeinde Elmstein gehört, wurde der Luchs Lucky am Montagabend angefahren und starb, das teilt jetzt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit. Der Kuder Lucky jagte einem Reh hinterher. Beide Tiere sprangen unvermittelt auf die Landstraße und wurden dort von einem Auto angefahren. Am Auto entstand ein Blechschaden, der Fahrer blieb unverletzt.
Dem Förster Reinhard Scherr vom Revier Klosterwald wurde der Wildunfall mit Luchs gemeldet. Er informierte das Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Vor Ort konnte nur noch der Tod der Tiere festgestellt werden. Der Fahrzeugführer berichtete, dass der Luchs offensichtlich auf der Jagd war und unmittelbar dem Reh folgte.

23.400 Wildunfälle in Rheinland-Pfalz

Wildtiere sind durch den Verkehr einem erheblichen Risiko ausgesetzt. Nach den Daten des Landesjagd-verbands Rheinland-Pfalz ereigneten sich im Jahr 2018 landesweit rund 23.400 Wildunfälle.
Der Kuder Lucky war im Sommer 2016 als einer der ersten drei Luchse im Pfälzerwald freigelassen worden. Er war als Jungtier verwaist aufgefunden und im Alter von gut einem Jahr in seiner neuen Heimat Pfälzerwald freigelassen worden. Lucky war der Kuder, der 2016 als erstes Nutztiere in einer nicht allseitig gesicherten Herde im Pfälzerwald riss, aber 2017 auch für den ersten Luchs-Nachwuchs aus der Wiederansiedlung im Pfälzerwald sorgte. Zuletzt machte Lucky von sich reden, weil er das Luchsweibchen Kiara im Wildpark Kaiserslautern besuchte und dabei auch in das Gehege einstieg.
Durch das EU LIFE Projekt sind bisher 16 Luchse in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Vier weitere Tiere sollen noch freigelassen werden. Zwei junge Luchsweibchen verunglückten kurz nach ihrer Freilassung. Ein Luchskuder wanderte in die Vogesen ab. Es konnten bislang vier Würfe mit insgesamt mindestens sieben Jungtieren nachgewiesen werden.
Weite Teile des Pfälzerwalds werden inzwischen von den Luchsen genutzt. Seit dem Frühjahr 2019 scheinen sich die ersten Tiere auch langfristig südlich der B10 anzusiedeln. Eine Entwicklung, die auch auf den regelmäßig aktualisierten Luchs-Aktionsraumkarten auf der Projekthomepage zu sehen ist: www.luchs-rlp.de. rk/ps

Autor:

Roland Kohls aus Ludwigshafen

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