"Ärzte für die Westpfalz" - Sechs neue Stipendien für die Westpfalz
- Im Vordergrund die Stipendiaten des Jahrgangs 2026: v.l.n.r. Simon Zwick, Lilly Pfarr, Elena Ohliger, Zoé Nölker und Maria Becker. Emma Silz fehlt auf dem Bild
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Westpfalz/Körborn. Das regionale Förderprogramm des Vereins „Ärzte für die Westpfalz e.V.“ wächst kontinuierlich weiter. Im Rahmen seines vierten Sommerfestes in Müller’s Hütte in Körborn hat der Verein sechs neue Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Förderurkunden ausgezeichnet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der geförderten angehenden Medizinerinnen und Mediziner in der Region auf insgesamt 37 Personen.
Von Anja Stemler
Die sechs neuen Nachwuchskräfte im Alter zwischen 19 und 33 Jahren stammen aus Kaiserslautern, Göllheim, Mandel und Bundenthal. Drei von ihnen werden zum kommenden Wintersemester ein deutschsprachiges Medizinstudium an der Universität Pécs aufnehmen, die anderen drei an der Semmelweis Universität in Budapest.
Gemeinschaftsaufgabe gegen den Ärztemangel
„Jedes neue Stipendium ist eine Investition in die medizinische Zukunft unserer Region“, betont der Vorstandsvorsitzende des Vereins und Landrat des Donnersbergkreises, Rainer Guth. Das erklärte Ziel sei es, engagierte junge Menschen frühzeitig zu fördern und sie langfristig an die Westpfalz sowie den Landkreis Bad Kreuznach zu binden.
Der zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Landrat des Landkreises Kusel, Johannes Huber, verweist auf die breite gesellschaftliche Unterstützung: „Die große Unterstützung aus Wirtschaft, Kommunen und Bevölkerung zeigt, wie wichtig eine wohnortnahe medizinische Versorgung für unsere Region ist.“ Zu den Finanziers des Programms gehören unter anderem zahlreiche regionale Sparkassen, Volksbanken, Kommunalverwaltungen, Stiftungen sowie Privatspender.
Studium im Ausland, Praxis in der Heimat
Das Konzept des Vereins setzt direkt an der Personalknappheit im ländlichen Raum an.
Der Verein übernimmt je nach Förderumfang die Studiengebühren in Ungarn ganz oder teilweise. Als Gegenleistung verpflichten sich die Studierenden, ihre klinischen Praktika sowie das Praktische Jahr in der Region zu absolvieren. Nach dem Abschluss folgt eine mindestens drei- bis fünfjährige ärztliche Tätigkeit im Fördergebiet der Westpfalz oder des Landkreises Bad Kreuznach.
Dass dieses Modell Früchte trägt, zeigen die älteren Jahrgänge: Während im vergangenen Jahr bereits sieben Studierende nach dem Physikum ihre weißen Kittel für den klinischen Abschnitt erhielten, werden im September weitere neun Geförderte diesen nächsten Meilenstein erreichen.
Neue Perspektiven durch die „Medical School Kaiserslautern
“Ergänzt wird die regionale Initiative durch eine wegweisende Kooperation, die Anfang Juli zwischen dem Westpfalz-Klinikum und der Semmelweis Universität Budapest besiegelt wurde. Mit der entstehenden „Medical School Kaiserslautern“ wird ein neuer Ausbildungsweg geschaffen.
Studierende absolvieren dabei den theoretischen Teil in Budapest und wechseln ab 2028 für den klinischen Studienabschnitt direkt nach Kaiserslautern. Laut Rainer Guth stärkt diese Entwicklung den Medizinstandort Westpfalz nachhaltig.Die neuen Stipendiaten im Überblick:Marla Becker (Kaiserslautern), Zoé Nölker (Kaiserslautern), Elena Ohliger (Kaiserslautern / Bezug zum LK Kusel), Lilly Pfarr (Göllheim), Emma Silz (Mandel) und Simon Zwick (Bundenthal).
Für die Vergabe künftiger Stipendien bleibt der Verein weiterhin auf Spenden angewiesen. Interessierte Bürger und Bewerber finden alle Informationen und Ansprechpartner auf der offiziellen Webseite unter www.aerzte-fuer-die-westpfalz.de.
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |
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