Warnung im Donnersbergkreis: Gefahr durch Äste im Wald
- Das Betreten des Waldes erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr.
- Foto: Andreas Arnold/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Dannenfels. Spaziergänge und Wanderungen im Wald gehören für viele Menschen in Rheinland Pfalz zum Alltag. Vollständige Sicherheit gibt es dort jedoch nicht. Darauf weist ein Förster im Donnersbergkreis hin.
Zweimal im Jahr kontrolliert Revierleiter Martin Teuber sein Gebiet rund um Dannenfels. Einmal im belaubten Zustand der Bäume und einmal im kahlen Winter. Dabei sucht er nach abgestorbenen Ästen, Totholz in den Kronen und instabilen Stämmen, die umstürzen könnten. „Die Menschen sollen sich im Wald wohlfühlen und ihn zur Erholung nutzen“, sagt Teuber. Gleichzeitig gelte Eigenverantwortung. Waldbesitzer könnten nicht jeden Ast und jeden abgestorbenen Baum entfernen. Das Betreten des Waldes erfolge grundsätzlich auf eigene Gefahr.
Komplette Sicherheit im Wald gibt es nicht
Nach Einschätzung des Försters hat sich das Risiko in den vergangenen Jahren erhöht. Hitze und Trockenheit setzen vielen Bäumen stark zu. Besonders Buchen und Fichten sterben nach langen Trockenphasen ab. Dadurch entsteht mehr Totholz, das abbrechen oder umstürzen kann. Wie gefährlich das werden kann, zeigte ein Unglück an Ostern. In einem Waldstück bei Flensburg starben drei Menschen, als bei starken Böen ein Baum umstürzte. „Eine komplette Sicherheit im Wald gibt es nicht“, sagt Teuber.
Gesetzliche Pflicht nur an bestimmten Orten
Waldbesitzer müssen laut Gesetz vor allem dort für Sicherheit sorgen, wo viele Menschen unterwegs sind. Dazu gehören öffentliche Straßen, Parkplätze sowie Bereiche an Hütten, Bänken oder Waldspielplätzen. Für klassische Waldwege und schmale Pfade gilt diese Pflicht dagegen nicht. Dort zählen sogenannte waldtypische Gefahren. Dazu gehören unter anderem:
- herabhängende oder abgestorbene Äste
- umsturzgefährdete Bäume
- Wurzeln, Steine oder Schlaglöcher auf Wegen
- Reisig oder andere natürliche Hindernisse
Diese Risiken müssen Besucher selbst im Blick behalten.
Bis zu 35 Meter hohe Bäume im Revier
Das Forstrevier Dannenfels im Donnersbergkreis umfasst rund 2300 Hektar Wald. Etwa 20 Baumarten wachsen dort auf steinigem und teils sandigem Boden. Entlang der rund zehn Kilometer langen öffentlichen Straßen im Revier müssen jedes Jahr etwa 80 bis 100 Bäume gefällt werden, weil sie eine Gefahr für den Verkehr darstellen. Viele dieser Bäume erreichen Höhen von bis zu 35 Metern. Beim Fällen müssen Förster genau berechnen, in welche Richtung ein Stamm fallen kann. Auch rund um Hütten und mehr als 100 Bänke im Wald werden gefährdete Bäume markiert und bei Bedarf entfernt.
Waldreiches Bundesland mit vielen Wanderwegen
Rheinland Pfalz gehört mit mehr als 43 Prozent Waldanteil zu den waldreichsten Bundesländern. Über 850000 Hektar Fläche sind bewaldet. Landesforsten betreut einen großen Teil dieser Gebiete. Dazu kommt ein erheblicher Anteil an Privatwald. Allein im Revier Dannenfels gibt es mehr als 200 Kilometer Wanderwege und zahlreiche kleine Pfade. Landesweit umfasst das Netz zertifizierter Wanderwege mehr als 6000 Kilometer. Zu den bekanntesten Fernwegen zählen Rheinsteig, Moselsteig, Eifelsteig und Saar Hunsrück Steig sowie die Pfälzer Prädikatswege wie der Pfälzer Weinsteig.
Trotz dieser Angebote bleibt eine Grundregel bestehen. Wer sich im Wald aufhält, bewegt sich in einer natürlichen Umgebung mit eigenen Risiken. Aufmerksamkeit und Vorsicht gehören deshalb immer dazu. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |