Aula des Nordpfalzgymnasiums verwandelt sich am 29./30. August zur Bühne
„Der Fächer“ – Theater am Gymnasium

 Foto: ps
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Kirchheimbolanden. Die Theater AG des Nordpfalzgymnasiums zeigt „Der Fächer“ von Carlo Goldoni in der Bearbeitung von Heiko Postma.
Kleine Ursache, große Wirkung: Ein Fächer fällt vom Balkon und zerbricht. Es ist Candidas Fächer und er fällt Evaristo, ihrem Verehrer und Favoriten, in die Hände. Evaristo besorgt bei der Händlerin Susanna einen Neuen und möchte ihn Candida über das Bauernmädchen Giannina diskret zukommen lassen. So weit, so gut, wenn nicht von da an jedes Wort, jede Geste missverstanden würde. Fortan gibt es niemanden in diesem Stück, der nicht mit dem Fächer beschäftigt wäre. Er wandert von einer Hand in die andere und stiftet auf seinem Irrweg nichts als Verwirrung, Neid und Eifersucht. Ein komödiantisches Feuerwerk und eine Sozialsatire aus dem Jahre 1764, in der auch heutige Charaktere mühelos zu erkennen sind.
Carlo Goldoni wurde 1707 in Venedig geboren und verstarb 1793 in Paris. Er arbeitete kurzzeitig als Advokat, war seit frühester Jugend aber dem Theater verbunden, schrieb Komödien für das italienische Theater und leitete zwischen 1762 und 1764 das „Théàtre des Italiens“ in Paris. Dort verfasste er das Stück „der Fächer“, das 1763 in Paris in französischer Sprache uraufgeführt wurde, jedoch beim Pariser Publikum durchfiel, da er an vielen Stellen die Sehgewohnheiten der Comedia dell´arte, verließ. Daraufhin überarbeite Goldoni das Stück und übersetzte es ins Italienische. Nach der Premiere in Venedig wurden Goldoni und sein Stück gefeiert. So reformierte er in seinen mehr als zweihundert Bühnenwerken die italienische Komödie, wandte sich vom Masken- und Stegreifspiel ab und setzte der Comedia dell„ arte eine lebensnähere, an Molière geschulte Rokokokomödie entgegen.
Seit Januar dieses Jahres verwandelt sich jeden Dienstagnachmittag die Aula des Nordpfalzgymnasiums in eine norditalienische Piazza. Eine richtige Herausforderung für die Bühnenbild AG unter der Leitung von Eva und Andreas Nikolai. Damit die Häuser wirklich echt und das Bild geschlossen wirkt müssen fünf Meter hohe Kulissen erstellt, bemalt und in der Aula sicher montiert werden. Doch Goldoni gibt neun simultan Spielorte vor, dafür erscheint die Aulabühne trotz ihrer Größe zu klein, alles zu eng gedrängt. So müssen die Spielorte kurzerhand nach oben auf Balkone verlegt werden, beziehungsweise der Laden einfach „mobil“ werden. Doch jedem Teil, das die Bühnenbild AG montiert schließt, sich die Piazza. Nun leuchtet sie in kräftigen Farben und wartet darauf durch die Schauspieler der Theater AG unter der Leitung von Markus Bock zum Leben erweckt zu werden. Hier wird seit Januar hart daran geprobt die Dialoge zu schnellen und heiteren Szenen werden zu lassen. Häufig fällt durch Bock die Anweisung „Da ist jetzt zu wenig Bewegung in der Szene“. Schnell wird diskutiert und überlegt, ausprobiert und verworfen. Plötzlich sind Stühle im Gerede und schon kommt die Szene in Bewegung und alle sich herzlich am Lachen und man ist der Entstehung der Komödie im Sinne Goldonis wieder ein Stück nähergekommen. Erstmalig wird das Stück nicht nur in den Umbaupausen durch Live-Musik begleitet, sondern mit Gesang direkt als Handlung in den Szenen, sodass Josephina Wendel als Sängerin auch in die Handlung eingreift und kommentiert, was diesem Stück seine Besonderheit verleiht.
Die Theater AG des Nordpfalzgymnasiums freut sich viele Besucher am Donnerstag/Freitag, 29./30. August, jeweils um 19.30 Uhr, in der Aula des Gymnasiums begrüßen zu können. Der Eintritt ist frei.ps

Autor:

Tim Altschuck aus Kaiserslautern

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