RPZ KiBo wird selbst Teil der Geschichte
Wo ein Zentrum bald kein Zentrum mehr ist
- Ein Tag zum Abschiednehmen - noch ist die Tür zur RPZ geöffnet
- Foto: Nadja Donauer | Amt für Religionsunterricht
- hochgeladen von Nadja Donauer
Das Religionspädagogische Zentrum (RPZ) in Bolanden-Weierhof schließt seine Türen. Eine Ausleihe von Materialien ist bereits nicht mehr möglich. Mit dem Ende des Schuljahres gehen Leiterin Gudrun Reller und Verwaltungskraft Monika Bienroth in den Ruhestand.
Für Beratung und die Weitergabe der Bestände „in gute Hände“ bleibt das RPZ zunächst noch geöffnet. Ein Großteil der Materialien ist jedoch bereits in das nahegelegene RPZ Kaiserslautern umgezogen. Dort sorgt weiterhin Monika Bienroth als „gute Seele“ dafür, dass jeder religionspädagogische Schatz seinen Platz hat – und bereit für den Einsatz im Unterricht ist. Seit ihrem Dienstbeginn am Weierhof vor 34 Jahren kennt sie den Bestand wie kaum eine andere.
Zur Abschiedsfeier am 6. August kamen 23 Gäste, um auf die Geschichte des Hauses zurückzublicken und Danke zu sagen. Gudrun Reller erinnerte sich in ihrer Begrüßung an ihren ersten Besuch im RPZ und an das Gefühl, dort willkommen zu sein, Orientierung zu finden und stets Unterstützung zu erfahren. Ein Satz habe sie dabei besonders begleitet:
„Wenn Du Menschen verändern willst, dann erzähle ihnen Geschichten.“
Prof. Dr. Peter Busch, Leiter des Amtes für Religionsunterricht, fragte in seiner Ansprache nach dem Elementaren, was das RPZ Kirchheimbolanden im Kern ausgemacht hat. Er zückte eine der vielen Egli-Figuren: Das biblische Erzählen und die Arbeit mit Godly-Play-Materialien und Geschichten haben dieses RPZ über viele Jahre geprägt und weit über die Region hinaus wirksam gemacht.
Nadine Glage vom RPZ Kaiserslautern trug einen eigens verfassten Brief an das RPZ vor. Darin würdigte sie das Zentrum als einen Ort, der unzähligen Kindern indirekt geholfen habe – weil Lehrkräfte hier Inspiration, Ideen und Materialien fanden, die ihren Religionsunterricht bereicherten.
Auch Thomas Niederberger, der das Amt für Religionsunterricht bis Sommer 2025 leitete, blickte zurück. Vor 16 Jahren habe eine Sparvorgabe die Schließung des Standorts bereits einmal bedroht, damals konnte sie noch abgewendet werden. Angesichts des aktuellen Transformationsprozesses mit Einsparungen von 45 Prozent stellte er die Frage, wie es auch künftig gelingen könne, jungen Menschen in den Schulen etwas von Gottes Gnade und Segen mit auf den Weg zu geben.
Unter den Gästen waren langjährige Nutzerinnen des RPZ: Elfi Kraus und Traudel Höhn, die vor ihrer Pensionierung an den Grundschulen Waldgrehweiler und Dannenfels unterrichteten.
Elfie Kraus berichtete von den selbst gebauten Erzählfiguren und ihren gestalteten begehbaren Adventsfenstern in Finkenbach:
"Hier bekam ich immer viel Material an die Hand, inklusive Handout. Und alles war sofort im Unterricht umsetzbar".
Und Traudel Höhn fand:
"Die Begegnungen und der Austausch waren besonders wertvoll. Das ist nicht zu unterschätzen."
Nach all den Erinnerungen an Begegnungen, Spuren und die Herzenswärme, die das RPZ über Jahrzehnte geprägt haben, stand an diesem Tag vor allem eines im Mittelpunkt: Dankbarkeit. Dank an einen Ort, der viele Menschen begleitet hat – und besonders an Gudrun Reller und Monika Bienroth, die diesem Haus zuletzt ein Gesicht gegeben haben.
Autor:Nadja Donauer aus Kaiserslautern |
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