Mendelssohns „Paulus“ in der Paulskirche: Großes Oratorium mit rund 60 Sängerinnen und Sängern
- Rund 60 Sängerinnen und Sänger wirken an dem anspruchsvollen Konzertprojekt in der Paulskirche mit
- Foto: Nordpfälzer Oratorienchor/gratis
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Kirchheimbolanden. Ein großes Werk kehrt an einen besonderen Ort zurück: Am Samstag, 12. September, 19 Uhr, bringt der Nordpfälzer Oratorienchor unter der Leitung von Stefan Wasser Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Paulus“ in der Paulskirche in Kirchheimbolanden zur Aufführung. Rund 60 Sängerinnen und Sänger wirken an dem anspruchsvollen Konzertprojekt mit.
Mendelssohns 1836 uraufgeführtes Oratorium schildert in eindrucksvollen Chören, Rezitativen und Arien den Weg des Apostels Paulus: vom entschiedenen Christenverfolger über das Damaskuserlebnis und seine Bekehrung bis hin zum leidenschaftlichen Verkünder des Evangeliums. Für Dirigent Stefan Wasser nimmt „Paulus“ eine besondere Stellung im Schaffen Mendelssohns ein. Das Werk verbindet dramatische Gegensätze und große emotionale Spannweite mit der für Mendelssohn charakteristischen Melodik und farbigen Instrumentierung.
Die Aufführung in der Paulskirche besitzt dabei eine besondere Symbolik. Bereits 2017 hatte der Nordpfälzer Oratorienchor das Werk unter Wassers Leitung aufgeführt – damals noch in der Kirchheimbolander Stadthalle. Nun erklingt „Paulus“ erstmals unter seiner Leitung in der Kirche, die den Namen des Apostels trägt.
Seit rund acht Monaten bereitet sich der Chor auf das anspruchsvolle Projekt vor. Verstärkung erhält er durch Sängerinnen und Sänger aus weiteren Chören und Chorprojekten unter der Leitung Stefan Wassers. Besonders die fugierten und teilweise fünfstimmigen Chorpassagen verlangen den Mitwirkenden einiges ab.
Unterstützt wird der Chor von der Kammerphilharmonie Europa aus Köln, mit der Stefan Wasser bereits bei zahlreichen Projekten zusammengearbeitet hat. Als Solistinnen und Solisten wirken Gunda Baumgärtner (Sopran), Elisabeth Neimann (Alt), Istvan Balota (Tenor) und Thomas Herberich (Bass) mit.
Über das musikalische Erlebnis hinaus verbindet der Chor die Aufführung mit einer gesellschaftlichen Botschaft. Angesichts von Mendelssohns jüdischer Herkunft soll das Konzert bewusst an einen Komponisten erinnern, der für Toleranz und Humanität stand. Damit möchte der Nordpfälzer Oratorienchor zugleich ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und für ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander setzen.
Mit „Paulus“ erwartet das Publikum eines der bedeutenden romantischen Oratorien des 19. Jahrhunderts – ein Werk voller Dramatik, großer Chorszenen, inniger Momente und musikalischer Kontraste, das in der Paulskirche einen besonders passenden Aufführungsort findet. red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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