Florian Schroeder ist "Badener des Jahres 2026"
- Der "Badener des Jahres 2026", Florian Schroeder
- Foto: Frank Eidel
- hochgeladen von Jo Wagner
Karlsruhe. Baden. Der Satiriker, Autor, Kabarettist und Hörfunk- und Fernsehmoderator Florian Schroeder ist "Badener des Jahres 2026". Das hat die Jahreshauptversammlung des augenzwinkernden "Badenerbundes B.F.s.B.-W." - mit Sitz in Karlsruhe - am heutigen Samstag, 28. Februar 2026, mit großer Mehrheit beschlossen.
Der 1979 in Lörrach geborene Schroeder bekennt sich stets sehr deutlich dazu, Badener und kein Schwabe zu sein. Insbesondere an seinem aktuellen Wohnort Berlin sei ihm dies ein Anliegen. Denn nördlich des "Weißwurstäquators" Main würden die Menschen häufig nicht zwischen, Schwaben, Württembergern und Badenern unterscheiden. Und dies sei vor einiger Zeit vor allem in Teilen von Berlin sehr deutlich geworden, als etwa der frühere Bundestagsvizepräsident Wolfgang Tierse alle über den Einheitskamm „Schwabe“ scherte.
Schroeder wird nicht müde, sich auch dort zu seiner Badischen Herkunft zu bekennen. In einem Gastbeitrag in der "Stuttgarter Zeitung" zum in Baden nicht unumstrittenen Landesjubiläum 2022 schrieb er unter anderem, "dass Baden beim großen Jubeltag am 27. April ohnehin vergessen wurde, weil keine Organisation aus Baden mit der Orga betraut war – geschenkt." Das würden wir nicht anders kennen: "Wir wollten diese seltsame Fusion aus Württemberg und uns, den Guten, ohnehin nie – schon vor 70 Jahren nicht." Wer jetzt eine "Schwäbisierung" Baden-Württembergs befürchte, den entschuldige nicht einmal die Gnade der späten Geburt. "Von der Existenz des Badeners weiß nördlich von Mannheim keine Sau mehr. Als Exil-Badener in Berlin werde ich notorisch zum Schwaben erklärt – ich kämpfe mit langen Monologen für die Entschwabifizierung Badens. Bis heute erfolglos", so Schroeder.
Und er schickt voraus: „Ich kann gar nicht sagen, wie hoch das Honorar der "Stuttgarter Zeitung" sein müsste, dass ich diesen Text als Süd-Badener hier überhaupt schreibe. Nun wissen wir alle, wie es ums Print-Geschäft steht, darum bin ich nachsichtig und tue es auch ohne Gage. Aber nur, wenn ich vor der Paywall bleibe, Ihr geldgeilen Schwabensäcke!“ Die Zeitung wollte diesen Text nicht unkommentiert lassen. Es hieß dort unter anderem, der Beitrag müsse eigentlich selbstverständlich hinter die "Paywall".
Die Frage, ob er den Ehrentitel „Badener des Jahres 2026“ annehmen wolle, hat Schroeder sehr spontan und schnell mit einem deutlichen „Ja“ beantwortet. Bekannt geworden ist Schroeder auch durch einen Auftritt bei einer Querdenker-Demonstration. Man hatte ihn dazu eingeladen, weil man fälschlicherweise davon ausgegangen war, dass er in Gegnerschaft zu den bundesweiten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sei. Er hat bei seiner Rede auch sehr gewitzt damit gespielt. Um die Teilnehmer dann doch plötzlich dringend dazu aufzurufen, sich impfen zu lassen. Dass er dafür ausgebuht wurde, wundert nicht. Und Schroeder hat selbstverständlich damit gerechnet.
Autor:Jo Wagner |