Earth Night am 19. September
NABU Karlsruhe: Licht aus zum Schutz der Nacht
- Lichtverschmutzung durch Logistikzentrum
- Foto: Foto: NABU/M.Pagel
- hochgeladen von Anita Beha, NABU Karlsruhe
Karlsruhe – Das Licht ausschalten und die Sterne zum Funkeln bringen: Die Earth Night, eine Aktion der „Paten der Nacht“, lädt am 19. September zum fünften Mal auch Menschen in ganz Baden-Württemberg zum Mitmachen ein. Das Ziel: Eine ganze Nacht die Außenbeleuchtung auszumachen und so ein Zeichen für dunklere Nächte sowie gegen die zunehmende Lichtverschmutzung und -verschwendung zu setzen. „Kunstlicht raubt vielen Menschen den Schlaf und stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von Pflanzen und Tieren – teils mit schlimmen Folgen. Dabei ist es gar nicht schwer, nach Sonnenuntergang für mehr Dunkelheit zu sorgen“, sagt Uwe Schmidt, Vorstandssprecher im NABU Karlsruhe.
Außenbeleuchtung – weniger ist oft mehr
Der NABU ist Pate der Earth Night und ruft mit seinen landesweit rund 130.000 Mitgliedern zum Mitmachen auf. „Gemeinsam können wir die Sterne über Karlsruhe zum Leuchten bringen, denn an einem dunklen Nachthimmel sind sie besser zu sehen. Dabei gilt es, nicht nur am 19.9.2025, sondern am besten ganzjährig auf unnötige Außenbeleuchtungen zu verzichten. Statt die Nacht zum Tag zu machen, besser das Licht ausschalten und zugleich Strom sparen“, rät der NABU-Aktive Auch der Gemeindetag Baden-Württemberg mit seinen mehr als 1.000 Mitgliedskommunen unterstützt die Aktion 2025. So wird auf unnötige Straßenbeleuchtung verzichtet und Lampen abgeschaltet, wo Objekte und Gebäude aus ästhetischen Gründen angestrahlt werden. „Zu viel künstliche Beleuchtung schädigt Artenvielfalt, Ökosysteme und unsere Gesundheit. Machen Sie mit, gönnen Sie nachtaktiven Tieren die Dunkelheit und schalten Sie Außenbeleuchtungen wann immer möglich aus“, ruft Schmidt zur Mithilfe auf.
Besserer Schutz für nachtaktive Tiere
Die Lichtverschmutzung hat viele negative Effekte auf unsere Umwelt: Nachtaktive Insekten werden von künstlichem Licht angezogen, umkreisen oft die Lichtquellen und sterben an Erschöpfung. Der Insektenschwund wirkt sich negativ auf das gesamte Ökosystem aus, weil dadurch Bestäuber und Nahrung für andere Tiere fehlen. Zugvögel verlieren durch Kunstlicht die Orientierung und können mit beleuchteten Gebäuden kollidieren. Lichtempfindliche Fledermausarten werden bei ihren Aktivitäten, wie der Jagd auf Insekten, und in ihren Flugrouten beeinträchtigt, was zu einer Verkleinerung des Lebensraums führt. Am Tag aktive Tiere fühlen sich nachts an ihren Rückzugsorten gestört. Nächtliche Beleuchtung stört auch das natürliche Pflanzenwachstum. Auf künstliches Licht zu verzichten, schafft für Menschen eine Chance, ungestört durchzuschlafen sowie die sternenfunkelnde Nacht und ihre Tiere intensiver zu erleben – das Rascheln des Igels im Gras, die Eulenrufe im Dunkeln, das Zirpen der Heuschrecken. Zudem kann man Energie und damit Kosten sparen.
Gesetzlicher Schutz vor Lichtverschmutzung
Im Übrigen ist im Landesnaturschutzgesetz verankert, die Umwelt vor Lichtverschmutzung zu schützen. In § 21 ist geregelt, dass Fassadenbeleuchtung im Sommer, von April bis September, ganztägig und im Winter in den Nachtstunden einzuschränken ist. Das gilt für kommunale Gebäude ebenso wie für gewerbliche, private oder kirchliche. Außerdem sind Kommunen angehalten, auf eine insektenfreundliche Beleuchtung umzustellen.
NABU-Tipps für mehr Nacht
• Außenlichter ausstellen für eine Nacht – oder für immer. Ab Sonnenuntergang bis zum nächsten Tag. Insbesondere auf nächtliche Beleuchtung im Garten verzichten.
• Bewegungsmelder nachts ausstellen
• Beleuchtung nach unten richten, nie zur Seite oder nach oben
• abgeschirmte Leuchten mit geschlossenem Gehäuse nutzen
• insektenfreundliches gelbliches Licht mit 1.800 bis 2.200 Kelvin verwenden statt kaltweißem Licht
• auf niedrige Beleuchtungsstärken von etwa drei Lux achten – zum Vergleich: eine Vollmondnacht hat maximal 0,3 Lux.
• Jalousien und lichtdichte Vorhänge schützen die Umwelt vor Innenlicht
Weitere Infos zur Earth Night: www.earth-night.info
NABU-Flyer: www.NABU.de/imperia/md/content/nabude/energie/20201202-nabu-flyer-stadtbeleuchtung.pdf
Autor:Anita Beha, NABU Karlsruhe aus Karlsruhe |
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