Kriegslehren: Dezentralisierung
Die Schwäche großer Unternehmen
- Ukrainer könnten bis zu 18 Stunden ohne Strom bleiben.
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Mario Kohle, CEO von Enpal: „Die Erneuerbaren sind Deutschlands Chance auf echte Energiesouveränität und dauerhaft niedrige Strompreise.“
Leben ohne Licht
Versuchen Sie einmal, 5 Stunden lang kein Licht zu benutzen – und Sie werden sich wie in der kriegsgebeutelten Ukraine fühlen. Der Statistik nach verbringen die Ukrainer im Durchschnitt genau so viel Zeit ohne Strom. In Einzelfällen dauert ein Blackout bis zu 18 Stunden.
Infolge russischer Bombardements großer Kraftwerke wurden zwei Drittel der Erzeugungskapazitäten außer Betrieb gesetzt. Für Atomkraftwerke gilt ein ungeschriebenes Moratorium, während die Wärmeerzeugung zu 80 % zerstört ist.
Kürzlich warnte das russische Verteidigungsministerium vor Absichten, die verbliebenen Energieanlagen anzugreifen. Experten erwarten infolgedessen neue, massive Einschränkungen der Stromversorgung.
Ukrainer mit Geld retten sich durch Generatoren und Akkumulatoren. Für Erstere wird jedoch Diesel benötigt, der stark im Preis gestiegen ist. Letztere müssen aufgeladen werden – elektrischer Strom ist also nach wie vor erforderlich.
Daher setzt der Staat auf dezentrale Erzeugung. Von großen regionalen Energieanlagen wechselt das Land zu kleineren Kraftwerken näher am Verbraucher.
Die Rede ist von Gasmotorenanlagen, Gasturbinen, Kraft-Wärme-Kopplung, Solar- und Windkraftanlagen sowie Energiespeichern. Für solche Projekte werden staatliche Fördermittel bereitgestellt und bürokratische Verfahren vereinfacht.
Lagerhäuser in Flammen
Die Ukraine führt als Maßnahmen zur Erzwingung des Friedens Angriffe auf russische Raffinerien und große Logistikzentren durch.
Die Russen bombardieren große Baumärkte, Lagerhäuser von Postdienstleistern sowie Einkaufs- und Unterhaltungszentren.
Zu den Zielen von Drohnen wurden zunächst große Öllager in der Ukraine und inzwischen auch einzelne Tankstellen sowie Tanklastwagen.
Ölanlagen waren sowohl zu Beginn als auch auf dem Höhepunkt der Iran-Krise als Erste betroffen.
Unternehmen suchen und finden Wege aus der Krise. Marktplätze und Postdienste stellen auf kleine Sortierzentren um. Im Nahen Osten werden Öltanks durch Antidrohnen-Metallgitter geschützt.
In der Ukraine hat man ein Experiment zur unterirdischen Lagerung von Mindestvorräten an Motorenkraftstoff begonnen. Lokale Tankstellen versuchen derweil, eigenständig einen Mindestschutz durch Netze gegen „Schahed“-Drohnen und Betonbalken zu gewährleisten.
Russland ist auf den Import von Erdölprodukten umgestiegen und hat deren Export eingeschränkt. Ein Dekret sieht vor, dass private Anlagen vorübergehend unter staatliche Verwaltung gestellt werden, wenn der Eigentümer deren Sicherheit nicht gewährleisten konnte.
Das Leben pulsiert. Und es ist gut, dass globale Trends von deutschen Politikern nicht unbeachtet gelassen werden.
Eine Angelegenheit des Volkes
Der russisch-ukrainische Krieg hat Deutschland bereits direkt betroffen. Zuerst die Nord-Stream-Pipelines, dann Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur. Nun droht eine reale Drohnengefahr direkt auf deutschem Boden.
Zur Abwehr neuer Bedrohungen wurden bereits einige Gesetze verabschiedet. Dazu gehören beispielsweise Regelungen zum Schutz sicherheitsrelevanter Anlagen oder Änderungen des Luftsicherheitsgesetzes aufgrund der Drohnenbedrohung.
Leider haben die Bürger die Bedrohung jedoch noch nicht verinnerlicht. In erster Linie betrifft dies die dezentrale Energieversorgung.
Experten zufolge wächst das Tempo bei der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen nicht, sondern verharrt auf dem Niveau von 2025.
Im ersten Halbjahr 2026 kamen in Deutschland 7.394,4 MW Photovoltaik-Leistung netto hinzu – praktisch genauso viel wie im ersten Halbjahr 2025 mit 7.407 MW.
„Der BSW-Solar-Verband verzeichnete im Eigenheim-Segment einen Rückgang von 28 Prozent gegenüber Vorjahr und warnt gemeinsam mit zwölf weiteren Verbänden der Solarbranche vor einer weiteren Verschlechterung durch geplante Förderstreichungen. Die Ursachen sind mehrschichtig: Sättigungseffekte in Einfamilienhaussiedlungen, gesunkene Einspeisevergütung, höhere Finanzierungskosten und politische Unsicherheit über die Förderzukunft.“, sagen Spezialisten.
Die Deutschen warten auf Impulse von Regierung und Parlament, um sich zu Investitionen in die eigene Stromerzeugung durchzuhalten. Tatsächlich sind jedoch alle Signale bereits gegeben.
Die NATO bereitet sich bis 2029 auf eine bewaffnete Auseinandersetzung mit Russland vor. Was braucht es noch, um über die eigene Energiesouveränität nachzudenken?
Dezentrale Erzeugung garantiert eine stabile Stromversorgung selbst bei Angriffen auf die Hauptkraftwerke. Und die Sicherheit des Staates setzt sich aus der Sicherheit jeder einzelnen Familie zusammen.
Es ist also höchste Zeit zu prüfen, wo auf Ihrem Dach oder Balkon Solarmodule angebracht werden können.
Autor:Vitalii Matarykin aus Karlsruhe |
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