Pfalzbiber/TSG Haßloch/Lokalderby
Hochdramatisches Lokalderby in der Handballhochburg im Hochdorfer Einolf - Überragender Roko Peribonio und am Ende ein leistungsgerechtes 18:18

Florian Pfaffmann , Torwart der TSG Haßloch unmittelbar vor dem Lokalderby am Freitag in der Hochdorf Handballhochburg im Einolf 2 ...

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  • Florian Pfaffmann , Torwart der TSG Haßloch unmittelbar vor dem Lokalderby am Freitag in der Hochdorf Handballhochburg im Einolf 2 ...

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TV Hochdorf/TSG Haßloch/Lokalderby vor knapp 1000 zahlenden Zuschauern

Hochdramatisches Lokalderby in Hochdorfs Handballmekka & Pfalzbiberbau im Einolf vor 1000 Zuschauern.
Der TV Hochdorf und die TSG Haßloch trennen sich leistungsgerecht 18:18 (10:8).
Superleistungen der Keeper Roko Peribonio und Daniel Schlingmann

Die erste Halbzeit des Lokalderbys gehörte den Pfalzbibern, die sich bis zur 19. Minute einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeitet hatten, weil Daniel Schlingmann sich erst noch ins Spiel grooven musste, öfters über seine Abwehr haderte, mit Trainer Job darob kommunizierte.
Nachdem Niklas Schwenzer, der insgesamt fünfmal während des Spieles einnetzen sollte, das 8:5 erzielt hatte, schien der TV Hochdorf auf der Siegerstraße zu sein, ließ aber unmittelbar vor der Pause Riesenchancen liegen und statt mit 12/13:8 in die Pause zu gehen, stand nur ein 10:8 an der Anzeigetafel.
Die schwache erste Halbzeit der TSG war nur deshalb nicht empfindlicher zu Buche geschlagen, weil sich Daniel Schlingmann im Verlaufe des Geschehens in der ersten Halbzeit immer mehr seiner Top-Form angenähert hatte . Ein Ausfall auf Haßlocher Seite war der zentrale halbrechte Rückraumspieler Elvijs Borodovskis, der etliche Würfe zum Teil krass verballerte, was sich auch in der zweiten Hälfte nicht ändern sollte.
Auf Hochdorfer Seite musste Rechtsaußen Marvin Gerdon ersetzt werden, der mit 6.6 Treffern im Schnitt bisher der Shooter der Pfalzbiber gewesen war, er hatte sich in Pforzheim, beim letzten Auswärtsspiel, verletzt, und fehlte , obwohl Emanuel Novo ihn im Verbund mit Daniel Lanninger oder Arne Ruf mit großem Engagement zu ersetzen versuchte. Emanuel Novo kam immerhin auf 5 Goals, also fast die Gerdon'sche Trefferrate.
Riesenrückhalt in der ersten Halbzeit, aber auch im packenden Finale der letzten 5-10 Minuten - Roko Peribonio, der unglaubliche Sachen hielt und die Hasalaha - Handballer, insbesondere Borodovskis, zur Verzweiflung trieb, jedenfalls fast.

Die zweite Hälfte entwickelte sich so, dass die TSG relativ rasch zum 10:10 aufschließen konnte, jetzt einen Ticken dynamischer, konzentrierter und defensiv aggressiver war.
Danach lief es so, dass der TV Hochdorf wieder in Führung ging, Haßloch ausglich und so weiter. In der 53. Minute konnte die TSG erstmals in Führung gehen, das Spiel schien in Richtung Haßlochs zu fließen, wobei die Pfalzbiber in der 57. Minute - grande finale !!- wieder ausgleichen konnten.
Die Spannung war nun absolut spürbar, denn in den letzten drei Minuten war alles possibel, knappe Siege für die Kontrahenten, ein Unentschieden und die Fortsetzung der knappen Niederlagenserie der Hochdorfer gegen die TSG, denn in der Saison 2017/18 hatte man die Lokalderbys jeweils mit einem Tor Unterschied gegen die TSG verloren.

Das Grande Finale gestaltete sich dann so, dass Niklas Schwenzer, ein sicherer 7-Meter-Schütze, in der 58. Minute an Daniel Schlingmann scheiterte , der längst wieder at his best war, auch wenn Roko Peribonio noch einen Touch (16 Paraden) stärker zu werten war als er.

Das wäre das 18:17 gewesen.

Anschließend zeigte Roko Peribonio eine seiner Wahnsinnsparaden und im Gegenzug versenkte Emanuel Novo den Ball zum 18:17. Man schrieb in der nun fanmäßig ekstatisch umtobten Halle die 60. Minute (59:20). Happy End für den TV Hochdorf, endlich der erste Sieg für die Pfalzbiber ???

Nein, Denni Djozic ( EX-Eule), der starke Linkaußen der zweiten Hälfte, hatte etwas dagegen versenkte, mit all seiner Ex-Bundesliga-Erfahrung, das Runde ins Eckige.

20 Sekunden blieben den Pfalzbibern, Coach Steffen Christmann hatte die grüne Outtime-Karte schon parat und es wurde an der Möglichkeit gefeilt, in den den letzten Sekunden das 19:18 einzutüten, was aber - Mangel an Kreativität und Zeit - nicht mehr gelang, weil die Haßlocher Bären den Wurfkreis mit Hünen wie Kevin Seelos und Co. zuzementiert hatten.

Fazit: Ein leistungsgerechtes Unentschieden in einem hektischen Spiel, mit zahlreichen unnötigen Ballverlusten, einer stark reduzierten Wurfeffizienz, ein Spiel, welches man gerne mit Tim Götz und Marvin Gerdon auf Hochdorfer Seite rezipiert hätte und einem Jonas Kupijai, der bereits wieder in der Verfassung wäre, die ihn vor seiner langwierigen Verletzung so stark machte.

Man of the Match für den Autoren Roko Peribonio, beste Spieler auf der Platte Niklas Schwenzer, Vincent Klug und wie schon hervorgehoben Roko Peribonio auf der grünen Pfalzbiber-Seite, auf der anderen , der roten Seite: Daniel Schlingmann, die derzeitige Lebensversicherung der Hasalaha-Handballer, die sich ihre "Auszeiten" dieses Mal nicht in der zweiten, sondern in der ersten Halbzeit nahmen, des Weiteren Kevin Seelos, der in der in der zweiten Halbzeit voranging und im Finale auch Stefan Job und Oliver Zeller aktivierte. Stark auch Denni Djozic auf Linksaußen.

Fazit für die Hochdorfer Jungens bzw. die Pfalzbiber:
Gut gefightet, gut gekämpft, ein Sieg war wieder possibel. Pech, dass Niklas Schwenzer ausgerechnet den letzten Siebenmeter nicht realisieren konnte und man kurz vor Schluss noch einen Siebenmeter kassierte (Djozic). Ein 19:18 wäre auf Grund der ersten Halbzeit nicht unverdient gewesen.
Jetzt wird der Druck naturalmente größer, denn mit 2:6 Points steht man auf einem Abstiegsplatz und das nächste Match am Freitag gegen die HG Saarlouis wird wahrlich kein einfaches werden (1). Der Ex-Zweitligist, 2018 abgestiegen hat sich nicht umsonst an der Spitze der Tabelle etabliert.

Fazit des Lokalderbys aber auch, dass die Pfalzbiber das Niveau der Dritten Liga Staffel Süd absolut drauf haben, aber sie müssen anfangen, sich für ihre guten Taten zu belohnen...

Fazit für die TSG-Jungs aus Hasalaha: Eine Halbzeit Fokussierung reicht in dieser Liga nicht. Schade, dass ihr Euer Potential nicht bereit seid, über 2x30 Minuten abzurufen. Dann wäre viel mehr möglich, als jedes Jahr bis fast zu Saisonende gegen den Abstieg in die Oberliga RPS zu spielen.
In der Winterpause sollte noch einmal massiv an der Kondition (= Konzentration) gearbeitet werden, das würde sich lohnen.
60 Minuten Tempo und Speed sollten es sein. Außerdem sollte Trainer Thomas Job mit der Mannschaft reden, ob sich beide Seiten noch kommunikativ erreichen, verstehen, am gleichen Strang ziehen. Falls nicht, sollte man sich nach der Runde, möglicherweise schon in der Winterpause trennen.
Gegen einen weiteren jungen Spieler-wie Dennis Röller- mit Zweitliga-Spielrecht wäre auch nichts einzuwenden, das Team braucht Blutauffrischung, zumal Oliver Zeller beruflich wohl längere Auszeiten nehmen muss und Dominik Hartstern schultermäßig wohl nur noch in der Defensive ran kann, jedenfalls at the moment.

1) Zum Spiel der Pfalzbiber gegen die HG Saarlous am Freitag soie der Juniorbiber gegen die Rhein-Neckar-Löwen in der A-Jugend-Bundesliga siehe www.reporter.de/sport/ Holger Wildt, Dannstadt-Schauernheim

Die Teamaufstellungen/Torschützen des Lokalderbys:

TV Hochdorf: Peribonio (Tor), Bolling (Tor), Kupijai (2), Lenz (2), Sorda (1), Corazolla, Ruf (1), Werthmann, Schwenzer (5/3), Lanninger, Novo (5), Braun (1/1), Klug, Winkler, Medler (1)

TSG Haßloch: Pfaffmann (Tor), Schlingmann (Tor), Modzinski (Tor); Borodovskis (2), Hannes (1), Kern (3), Zech (2), Muhovec, Seelos (1), Gregori (1), Job (2), Hartstern, Zeller, Djozic (3/2), Röller, Götz (3/1)

Zuschauer: 1000

Text und Foto: Wolfgang Merkel

Autor:

Wolfgang Merkel aus Haßloch

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