10 Siege in der Vorrunde der Pfalzliga
Die TSG Handball-Damen marschieren weiter

Mannschaftsfoto von oben links: Peter Wingerter (Co-Trainer), Peter Motz (Trainer), Jana Laubender, Lea Gärtner, Karina Santana, Isabell Spieß, Jessica Glaser, Leonie Schneider, Julia Spieß, Lydia Bachtler, Imke Paul, Bruno Spieß (Torwarttrainer)
Von unten links: Katharina Schmitt, Sophie Rohe, Lena Motz, Selina Henrich, Carina Nessel, Veronica Modzinski, Svenja Ziegler, Lisa Motz, Leonie Kripp
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  • Mannschaftsfoto von oben links: Peter Wingerter (Co-Trainer), Peter Motz (Trainer), Jana Laubender, Lea Gärtner, Karina Santana, Isabell Spieß, Jessica Glaser, Leonie Schneider, Julia Spieß, Lydia Bachtler, Imke Paul, Bruno Spieß (Torwarttrainer)
    Von unten links: Katharina Schmitt, Sophie Rohe, Lena Motz, Selina Henrich, Carina Nessel, Veronica Modzinski, Svenja Ziegler, Lisa Motz, Leonie Kripp
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Von Wolfgang Merkel

Haßloch. Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren - Aufstieg aus der A-Klasse in die Verbandsliga im Jahr 2017, 2018 Aufstieg in die Pfalzliga - setzt die Damenmannschaft der TSG Haßloch ihren Siegeszug unverdrossen fort, hat sie doch 20:2 Punkte nach dem letzten Spiel der Vorrunde gegen die HSG Lingenfeld/Schwegenheim (30:28) auf der Habenseite.

Delle gegen Kandel

Nur gegen die Übermanschaft der Pfalzliga, den TSV Kandel, die weitgehend identisch ist mit der Bundesligamannschaft (dritte Bundesliga Süd) der letzten Saison, musste am fünften Spieltag eine empfindliche 23:32-Niederlage hingenommen werden, unter anderem deshalb, weil die Damenmannschaft der TSG in der ersten Hälfte zehn riesige Möglichkeiten liegen ließ, ein Luxus, den man sich gegen eine solche Mannschaft wie Kandel nicht erlauben darf, die mit den Kappes-, den Brecht- und den Schmitt-Schwestern sowie der links außen spielenden Kuczaty Topspielerinnen in ihren Reihen hat, die bei entsprechendem Training auch gut und gerne in der zweiten Damen-Bundesliga spielen könnten.

Neugeburt der Mannschaft

Von dem 23:32-Schock gegen Kandel erholte sich die Mannschaft augenblicklich, denn schon im nächsten Auswärtsmatch gegen die SG Lambsheim/Frankenthal siegte man souverän mit 26:17, wobei Leonie Schneider (Rückraum, halblinks) nach längerer Verletzungspause wieder in der Startformation stand und mit neun Treffern einen wertvollen Beitrag zum mentalen Comeback des Teams beisteuerte.

Mannschaftsstruktur

Auch Jessica Glaser (Shooterin im halbrechten Rückraum, in der Saison 2017/18 ohne Verein und bei der HSG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam trainierend) gewann zusehends an Fahrt und erzielte z.B. in den letzten vier Begegnungen der Vorrunde 34 (7/9/9/9) Treffer.
Da auch die Motz-Sisters Lena und Lisa immer besser in Fahrt kamen und regelmäßig trafen, konnte der Siegeszug fortgeführt werden, zumal sich mit den rotierenden Regisseurinnen Lea Gärtner, von Dannstadt gekommen, und Jana Laubender, von Dudenhofen/Schifferstadt nach Haßloch gewechselt, ein spielstarkes Zentrum herausbildete, das die Angriffswellen und Angriffsmodelle immer besser koordinierte.
Auf den Außenpositionen agierten links die sehr agile und zusehends torhungrigere „Rina“ Schmitt, Neuzugang von der HSG Dudenhofen/Schifferstadt, und die schon erwähnte Lena Motz auf rechts, gelegentlich auf halbrechts bzw. nach innen pendelnd.
Da „Rina“ Schmitt spätestens seit dem Auswärtsspiel in Wörth voll im Rhythmus war, waren die Außen für 10 bis12 Treffer gut und somit ein wesentlicher Faktor des Erfolgs, der sich zu den Torpaketen von Jessica Glaser und Leonie Schneider addierte, wobei Leonie Schneider nach der Zwangspause zu Beginn der Runde noch nicht bei 100 Prozent angelangt ist, sie wird die Vorbereitung für die Rückrunde brauchen, um wieder voll im Saft zu stehen
.
Im Zentrum und als Kreisläuferinnen operierten, nachdem sich Julia Spieß eine böse Schulterverletzung zugezogen hatte, zum einen Lisa Motz, die sich von Spiel zu Spiel steigerte (5 Treffer im Auswärtsspiel in Bellheim!, hervorragende erste 22 Minuten im Heimspiel gegen die HSG Lingenfeld/Schwegenheim) und im Moment aus der Startformation nicht wegzudenken wäre, hätte sie sich nicht im Heimspiel gegen Lingenfeld/Schwegenheim so schwer verletzt, und zum anderen Lydia Bachtler, die ihren Part solide absolvierte, drei wichtige Treffer im letzten Heimspiel erzielte, aber noch kontinuierlich torgefährlich werden muss.
Julia Spieß, die klassische Kreisläuferin des Teams, war wie schon angedeutet seit dem Kandel-Spiel wegen einer Schulterverletzung nicht einsatzfähig und wurde durch Lisa Motz und Lydia Bachtler gut, gegen Ende der Vorrunde durch Lisa Motz sogar herausragend „vertreten“, wobei Lisa Motz, die eigentlich auf halblinks zu Hause ist und letzte Saison auch im Tor spielte, ihre Rolle sehr variabel und spielerisch interpretierte (Bellheim!, Lingenfeld/Schwegenheim).
Sophie Rohe und vor allem Svenja Ziegler verschafften „Rina“ Schmitt auf der linken Außenposition die notwendigen Ruhepausen, die Lena Motz auf Rechtsaußen kaum hatte, es sei denn, Jessica Glaser rückte temporär nach außen und Lena Motz konnte für ein paar Minuten durchschnaufen.

Enge Personaldecke

Bereits in der Vorrunde wurde klar, dass trotz fünf Neuzugängen die Personaldecke des Teams für die Pfalzliga eng gestrickt ist, denn zeitweise fehlten Isabell Spieß ( USA), Julia Spieß (Schulterverletzung aus dem Spiel gegen Kandel), Sophie Rohe (z.B. gegen OBKZ beruflich) und Svenja Ziegler (Lambsheim, Dudenhofen, OBKZ, Studium), so dass nur drei Feldspielerinnen auf der Bank saßen. Leonie Kripp, die nicht vergessen werden darf, plagt sich seit über einem Jahr mit diversen Verletzungen und möchte in der Rückrunde spätestens im Februar wieder ins Geschehen eingreifen. Jetzt fällt für die zwei letzten Spiele vor der Winterpause auch noch definitiv Lisa Motz aus und ein Einsatz von Jana Laubender ist wegen einer Bänderdehnung in den letzten Heimspielen vor der Winterpause fraglich.

Die Torhüterinnen

Zum guten Schluss zum letzten Neuzugang dieser Saison: Selina Henrich.
Selina Henrich kam wie auch Jana Laubender und „Rina“ Schmitt von der HSG Dudenhofen-Schifferstadt, steigerte sich von Spiel zu Spiel und ließ die gegnerischen Angreiferinnen immer öfter verzweifeln. Ausnahme: Das Spiel in Wörth in der Bienwaldhalle, da stand Selina Henrich neben sich und wurde in der zweiten Halbzeit von Veronica Modzinski solide vertreten.
Keine Frage, dass Selina Henrich ein absoluter Gewinn für das Team war und gerade durch ihre Paraden bei unhaltbaren Bällen in den Crunchtimes (z.B. gegen Bobenheim-Roxheim) unendlich wichtig war. Carina Nessel, die vergangene Runde ebenso das TSG-Tor gehütet hatte, wird nach einer erneuten Knieverletzung wohl die Karriere beenden müssen.

Mit Lisa Motz, die in der Vorrunde der Verbandsliga 2017/18 das TSG Tor zur Festung gemacht hatte, um dann in der Rückrunde ins geliebte Feld zu wechseln, steht, sollte sich Selina Henrich verletzen, ein vollwertiger Ersatz im Tor zur Verfügung. Hoffnung macht auf dieser Position auch, dass die blutjunge „Vero“ Modzinski sich peu a peu steigert und in den letzten Spielen entsprechende Einsatzzeiten bekam, die sie zur Eigenwerbung nutzte.

Neuzugänge 2019/20 und konkrete Utopie

Imke Paul, die in den ersten drei Spielen noch mitmischte und der „Motor des TSG-Spiels“ sei, wie sich Trainer Peter Motz einmal gegenüber der Presse äußerte, tuckerte zu einer Weltreise Richtung Australien und wird in der neuen Saison der erste weltpolitisch gereifte „Neuzugang“ der TSG sein. Es ist allerdings nicht sicher, wann sie Australien bzw. Neuseeland den Rücken kehrt. Trainer Peter Motz befürchtet, sie erst gegen Ende der Vorrunde wieder im Training und im Team begrüßen zu können. Sie wird also ein Neuzugang für die Rückrunde der nächsten Saison 2019/20 werden und erst Anfang 2020 wieder in alter Form auflaufen. Wahrscheinlich wird sie dann halblinks operieren und das spielerische Potential des sympathischen, jungen und aufstrebenden Teams noch erhöhen.

Karina Anaiis Santana aus der Dominikanischen Republik, die auf dem Facebook-Profil des Teams schon als Neuzugang für diese Runde avisiert wurde, könnte dann endgültig und tatsächlich zur Mannschaft dazustoßen, wenn sie ihre Sprachdefizite aufgearbeitet hat.

Des Weiteren will das Trainerteam, Peter Motz, Peter Wingerter (Koordination, Athletik, Management, Scouting) und Bruno Spieß (Torwarttrainer) noch zwei bis drei Verstärkungen an Land ziehen, um in der Saison 2018/19 ganz weit oben anzugreifen, um möglicherweise 2020 als Pfalzliga-Meister (toi, toi, toi) im Mai in die Aufstiegsrunde zur Oberliga RPS (Saarland-Vertreter, Rheinland-Vertreter, Pfalz-Vertreter) zu marschieren und mit einem ersten Platz den Aufstieg zu realisieren, denn nur der Erste steigt auf.
Der avisierte Kader von 16 Spielerinnen sollte es da schon sein, da mit drei bis vier Ausfällen im Verlaufe der Runde immer zu rechnen ist (Verletzungen, beruflich bedingte Ausfälle, Klausuren und Workshops der Studentinnen). Im letzten Spiel der Vorrunde musste, wie schon erwähnt, Lisa Motz mit einer schweren Bänderverletzung vom Platz getragen werden. Sie wurde anschließend ins Krankenhaus zum Röntgen gefahren. In der Vorrunde dürfte sie nicht mehr zum Einsatz kommen. Auch Jana Laubender zog sich schon in der ersten Halbzeit eine leichte Bänderdehnung zu und musste am Schluss endgültig passen.

Defensivspezialistinnen
Wünschenswert wäre mittelfristig auch die Verstärkung durch Defensivspezialistinnen, welche die offensiveren Kräfte entlasten.
Angedacht sind ab der Saison 2019/20 dann auch drei Trainingseinheiten die Woche.
Der Weg in Richtung Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar ist sicherlich noch ein weiter und steiniger Weg, wenn man sieht, wie eng die Liga beisammen ist, aber angesichts der in dieser Saison gezeigten Leistungen eine machbare Vision, eine konkrete Haßlocher Handball-Utopie.
Natürlich muss man auch abwarten, wer aus der Oberliga R(heinland) P(falz) S(aar) absteigt (VTV Mundenheim?, TG Waldsee?, OBKZ?). Aber angesichts der permanenten Weiterentwicklung und in der nächsten Runde ohne den Überkonkurrenten TSV Kandel, scheint dann alles machbar, insbesondere wenn kein pfälzischer Oberligist absteigt.

Natürlich würde man in einer Aufstiegsrunde zusammen mit dem Saar-Vertreter und dem Rheinland-Vertreter auch die vielbeschworene Fortüne brauchen, aber der Fleißige, der Mutige, der Spielende sollte das Glück auf seiner Seite haben. Denn in Bellheim (gegen OBKZ) war zu bestaunen, wozu die Mannschaft jetzt schon in der Lage ist. Von der 31. Minute bis zur 42. Minute machte das Team aus einem 12:12 gegen OBKZ 2 ein 22:12, ein 10:0-Lauf, der das Spiel entschied, danach ein cooles Auslaufen zum 28:21. Auch gegen die HSG Lingenfeld/Schwegenheim dominierte die Mannschaft über weite Strecken, um dann aufgrund einer überragenden Tamara Calisir, die insgesamt 12 Goals aus dem halbrechten Rückraum vorstoßend beisteuerte, in erhebliche Schwierigkeiten zu geraten. Lydia Bachtler beruhigte die Situation mit ihrem Tor zum Endstand von 30:28 und die Shooterinnen Tamara Calisir und Ulla Eppel wurden in der Crunchtime press gedeckt. Aufatmen nach dem Schlusspfiff, ein hartes Stück Handballarbeit mit phasenweisen großartigen Spielzügen war vollbracht. Respekt aber auch für die nie aufgebende Mannschaft von der HSG Lingenfeld/Schwegenheim, die die Spielmacherin Janina Luickx schon in der ersten Hälfte nach dem Foul an Lisa Motz durch Disqualifikation verlor.
Wünschenswert wäre auch, wenn die Fan-Gemeinde der Damenmannschaft (bei Lokalderbys gelegentlich zusammen mit dem Gästeblock schon bis zu 100 Fans) weiter wachsen würde.
Jeder Zeit gesucht, so Peter Wingerter aus dem Trainerteam, der sich auch um das Management kümmert: weitere Sponsoren, wobei man mit der Entwicklung des Sponsorenpools sehr zufrieden sei.
Infos zum Team unter: https://de-de.facebook.com/tsghasslochdamen und https://tsghandball.eu/frauen. pac/ps

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